Dorje Shugden Praktizierenden wird medizinische Hilfe und Freundschaft verweigert

Bericht aus Südindien vom 7. November 2008

1. Buddhistischen Mönchen wird in ihrem eigenen Kloster medizinische Hilfe verweigert.
Im Kloster Ganden Lachi gab es ein Treffen, um über die Apotheke des Shartse Klosters zu beraten. Sie kamen zu diesem Beschluss:

“Die Apotheke hat eine Verbindung zur Dholgyal-Organisation [Dholgyal ist eine abwertende Bezeichnung für Dorje Shugden] und einige Shugden Mönche kommen zu dieser Apotheke. Deshalb muss die Apotheke ein Schild an der Tür anbringen, dass mitteilt, dass Shugden-Verehrern der Zutritt nicht gestattet ist.”

Mitteilung der Klinik des Klosters Gaden Shartse

Mitteilung der Klinik des Klosters Gaden Shartse

Öffentliche Bekanntmachung der Klinik

(Übersetzung des tibetischen Textes)

An die Öffentlichkeit

Die Mönche des Klosters Gaden Shartse Thösam Norling haben bereits Schwüre und Unterschriften geleistet, mit denen sie erklären, dass sie niemals irgendeine spirituelle oder materielle Beziehung mit denen aufrechterhalten, die Dholgyal verehren. Deshalb geben wir bekannt, dass die Anhänger von Dholgyal, wer auch immer sie sind, keinerlei Zugang zur Klinik des Klosters haben, weder direkt, noch indirekt, noch in anderer Form.

Gaden Shartse Norling Clinic Association

(Diese öffentliche Mitteilung stammt vom 20. November 2008. Die gleiche Mitteilung wurde an der Bücherei des Klosters Shartse angebracht)

2.  Gezielte Zerstörung von Freundschaften zwischen buddhistischen Mönchen
Am 11. November 2008 hat das Kloster Shartse ein Treffen einberufen, an dem der Abt, der Disziplinmeister, der Gesangmeister usw. teilnahmen. Der Gesangmeister Tenzin Namdak hat nach Berichten gesagt:

“Einige Shugden-Verehrer und Nicht-Shugden Verehrer sind immer noch befreundet, genau wie vor der Trennung. Sie fahren auf Motorädern und in Jeeps zusammen. Wir sollten diese Freundschaft und Gemeinschaft zwischen Mönchen von Shar Gaden und Ganden Shartse stoppen”

Dieser letzte Bericht ist sowohl schmerzlich als auch Anlass zur Hoffnung, denn er zeigt, dass vielleicht alles sehr schnell zur Normalität zurückkehrt, sobald der Dalai Lama sein unrechtmässiges Verbot der Shugden-Praxis aufgehoben und die Hexenjagd auf Shugden-Praktizierende eingestellt hat. Dieser und andere Berichte aus Indien zeigen, dass niemand mit dem Verbot glücklich ist, weder Shugden-Praktizierende noch andere, und die Äbte usw. folgen dem Verbot nur, weil es von der Exilregierung und dem Dalai Lama erlassen wurde. Wie im Bericht des Nachrichtensenders Al Jazeera vor kurzem gezeigt wurde, sagte der Dalai Lama:

“Vor kurzem haben die Klöster furchtlos, wo immer notwendig, Schugden-Praktierende ausgestossen. Ich unterstütze ihre Aktionen voll und ganz. Ich lobe sie. Wenn die Klöster es schwierig finden, harte Massnahmen zu ergreifen, sagt ihnen, der Dalai ist dafür verantwortlich.”

Mitteilung des Klosters Gaden Shartse

Mitteilung des Klosters Gaden Shartse

Wichtige Mitteilung
(Übersetzung des tibetischen Textes)

An die Öffentlichkeit

Die Mönche des Klosters Gaden Shartse Thösam Norling haben bereits Schwüre und Unterschriften geleistet, mit denen sie erklären, dass sie niemals irgendeine spirituelle oder materielle Beziehung mit denen aufrechterhalten, die Dholgyal verehren. Deshalb geben wir bekannt, dass die Anhänger von Dholgyal, wer auch immer sie sind, gebeten werden, das Kloster nicht zu kontaktieren, weder direkt, noch indirekt, noch in anderer Form.

Gaden Shartse Thoesam Norling monastery

(Diese undatierte Mitteilung wurde am 19. November angebracht. Die gleiche Mitteilung wurde an der Bücherei des Klosters Shartse angebracht.)

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Weiterhin schwierige Situation für Shugden-Verehrer in Indien

Diesen Brief haben wir von einem Mönch und Dorje Shugden Verehrer aus Indien erhalten. Er zeigt, dass es nach wie vor offene und verdeckte systematische Diskriminierung gegenüber Shugden-Verehrern gibt. Der Dalai Lama und die Exilregierung setzen weiterhin ihr Bemühen fort, diese traditionelle Verehrung des Weisheitsbeschützers Dorje Shugden auszulöschen.

Auszüge aus einem Brief eines Mönches aus Indien, weitergeleitet von der Shugden Society, Delhi

“Aufgrund der jüngsten Aufstände in Tibet konnten keine Tibeter mehr ins Exil gelangen. Wenn sich die Lage wieder beruhigt, werden wieder Flüchtlinge nach Indien kommen, um schulische und monastische Ausbildung zu bekommen. Wenn sie in Nepal ankommen, wenden sie sich an das Tibetische Empfangszentrum dort, und später an die entsprechende Stelle in Dharamsala. Sie werden gefragt, ob sie Verehrer von Dorje Shugden sind oder nicht. Wenn jemand ein Verehrer von Dorje Shugden ist, erhält er keinen Empfehlungsbrief, um einem der Klöster in Indien beizutreten. Ohne solch einen Brief wird der Abt ihn nicht zulassen. Es ist bekannt, dass im Jahr 2008 16 Flüchtlinge grosse Probleme durch die tibetischen Büros in Kathmandu und Dharamsala hatten.

Viele Mönche haben Pomra [eine Abteilung des Klosters Sera Me in Südindien] verlassen, aber viele sind immer noch dort. Diejenigen, die Pomra verlassen haben, waren unter Druck und Angst. Sie hatten Angst, dass sie aus Indien deportiert werden. überall wurde verbreitet: “Die Shugden-Verehrer die nicht aufgeben, werden auf die Strasse geworfen.” Nicht nur das, im Namen einer Organisation namens Himalayan cultural Association wird sogar damit gedroht, sie ganz aus Indien zu vertreiben,

Die Mönche von Pomra haben keine Feindseligkeiten gegen andere Mönche. Es ist individuelle Freiheit, ob jemand [Shugden] praktizieren will oder nicht.

Gegenwärtig sind aufgrund der vielen Probleme im Kloster die Mönche beider Seiten nicht zufrieden. Sie wollen nicht im Kloster bleiben, deshalb haben viele das Kloster verlassen und sind nach Amerika oder Europa gegangen. Es gibt jetzt hunderte ehemaliger Mönche in New York und anderswo in den USA und Kanada, darunter auch Geshes. Sie arbeiten in Restaurants, Läden und Fabriken. Einige Mönche, die Glück haben, oder eine Verbindung mit einem buddhistischen Zentrum, haben die Möglichkeit Dharma zu unterrichten.

Pomra hat jetzt über 400 Mönche, davon leben etwa 200 ausserhalb. Die Mehrheit der Mönche sind Tibeter. Es gibt fast 100 Nepalis unter den Mönchen. Niemandem wurde gesagt sie sollten Shugden verehren. Sie sind in das Kloster gekommen, um Buddhismus zu studieren. Ihnen wird gelehrt, alle religiösen Glaubensrichtungen zu respektieren, und niemals schlecht über andere Glaubensrichtungen zu reden.

Niemand ist gegen den Dalai Lama; niemand hat Feindseligkeit gegenüber ihm, trotzt der Verfolgung und Diskriminierung, die seit über einem Jahrzehnt stattfindet.

Die Mönche in Sera und Ganden waren nicht glücklich über die Besuche des Dalai Lama. Jedesmal wenn er hier herkommt, wirbelt er die Shugden-Sache auf. Dann gibt es Probleme. Es gibt viele Mönche die nicht von Pomra sind und fragen: “Warum kommt der Dalai Lama so oft zu diesem Kloster?” Schon einen Monat bevor er kommt, erwarten die Leute etwas Schlimmes im Kloster. Der Dalai Lama kommt. Er wird die Situation mit Sicherheit schlimmer machen. Er nimmt seinen Besuch als Anlass, um für die weltweiten Proteste und das Verfahren vor dem Gericht in Delhi Vergeltung zu üben.

Der Dalai Lama sagt, dass er sich von politischer Verantwortung zurückzieht. Er ist aber immer noch das politische Oberhaupt und er wird es bleiben. Obwohl das Treffen hier ein öffentliches Treffen genannt wurde, werden sie schliesslich doch nur tun was der Dalai Lama will. Er hat nicht am gerade stattfindenden Treffen teilgenommen, um zu zeigen, dass er nicht involviert ist. Später werden wir den Beschluss sehen. Der Beschluss wird sein, dass die Mehrheit dem Vorgehen des Dalai Lama folgen will.

Gerade jetzt ist die Situation im Sera recht friedlich, aber dieser Frieden kann jederzeit zerstört werden. Shugden-Verehrer und diejenigen, die ihn nicht verehren leben getrennt. Ich glaube nicht, dass Shugden-Verehrern hier gestattet wird, friedlich zu leben.”