Die Geister des Dalai Lama

Die Geister des Dalai Lama

Einer der immer wieder vom Dalai Lama wiederholten Gründe für das Verbot der Praxis von Dorje Shugden ist, dass er behauptet, der tibetische Buddhismus würde zu einer Geisterverehrung degenerieren. Schauen wir uns die Fakten an:

Im tibetischen Buddhismus werden hunderte von Beschützergottheiten verehrt, viele davon sind nichtbuddhistischen Ursprungs, und insbesondere in den Klöstern, die eng mit dem Dalai Lama verbunden sind, wie dem Namgyal Kloster und dem Nechung Kloster, werden mehr Beschützergottheiten verehrt als in irgendeinem anderen Kloster. Der Dalai Lama selbst hat neue Gebete an diese Gottheiten verfasst und mindestens vier Tranceorakel werden vom Dalai Lama und der Exilregierung regelmäßig konsultiert. Solch ein starkes Verlassen auf Orakel gab es nicht einmal im alten Tibet.

Aus der Website der tibetischen Regierung ist zu erfahren, dass das Nechung Kloster das einzige Kloster im tibetischen Buddhismus ist, das gänzlich einem weltlichen Geist gewidmet ist. In ihm residiert das Staatsorakel Nechung, welches nach eigenen Aussagen des Dalai Lama ein weltliches Wesen ist und nicht etwa ein Buddha oder Bodhisattva. Der Kuten, d.h. die Person durch die Nechung in Trance spricht, hat den Rang eines Stellvertretenden Ministers der tibetischen Regierung inne. Das Staatsorakel wird in allen wichtigen Entscheidungen konsultiert.

Zusätzlich gibt es einen „Vize Staatsbeschützer“ Gadong, der auch ein Orakel hat, allerdings hat dieses Orakel schon lange nicht mehr gesprochen, und es gibt einige neue Orakel, die auf mysteriöse Weise aus Tibet gekommen zu sein scheinen und ohne jegliche Überprüfung als Assistenten des Staatsorakels eingesetzt wurden.

Obwohl der Dalai Lama behauptet, dass die Ratschläge des Staatsorakels „immer richtig gewesen seien“, weiß jeder, dass es eine lange Reihe von grotesken Fehlern in den Prophezeiungen Nechungs gibt. Eine seiner bekanntesten Vorhersagen war: „Ich werde 10 Milliarden göttliche Soldaten nach China senden und Tibets Freiheit wird im Jahr des Drachen (1988) erstrahlen“.

Ausgerechnet die Aussagen dieses Staatsorakels waren es nun aber, die den Dalai Lama Ende der 70er Jahre dazu bewogen, die Praxis von Dorje Shugden aufzugeben. Nechung behauptete, dass Dorje Shugden der Sache Tibets schade. Obwohl Nechung nach Berichten eifersüchtig auf Dorje Shugden war, schenkte der Dalai Lama der Kritik des Orakels mehr Glauben, als den Unterweisungen seines spirituellen Meisters. Der Dalai Lama sagte immer wieder, er habe die Sache Dorje Shugdens sorgfältigst überprüft, aber wenn man schaut, welches seine Methoden dieser Überprüfung waren, lässt sich außer den Aussagen des weltlichen Tranceorakels Nechung nichts vorweisen.

Nechung wurde vom Dalai Lama wiederholt über Dorje Shugden befragt und obwohl seine Aussagen voller logischer Widersprüche sind, verlässt sich der Dalai Lama darauf. Mal sagt Nechung, „Dorje Shugden ist zur Zeit des 5. Dalai Lama zerstört worden“, dann sagt er „Dorje Shugden ist der schädlichste Dämon der heutigen Zeit“.

Auf seiner eigenen Website erklärt der Dalai Lama auch, dass er mittels dem Werfen von Teigbällchen, in welche Zettel gesteckt werden, über die Dorje Shugden Praxis der Inkarnation von Trijang Rinpoche entscheiden wollte:

„Dholgyal [eine abwertende Bezeichnung für Dorje Shugden] ist etwas, mit dem Rinpoche eine Beziehung aus früheren Leben hat, und wenn die Zeit kommt, wenn Rinpoches persönliche Realisation Reife erlangt, werde ich durch Teigball-Prophezeihung entscheiden, ob er die Praxis ausführen soll.“

Siehe dazu dieses Video

Trijang Rinpoche war sein Wurzel-Guru, sein hauptsächlicher spiritueller Meister. Dass der Dalai Lama sich überhaupt anmaßt über die Praxis seines eigenen Lehrers entscheiden zu wollen, ist bereits aberwitzig genug. Dazu noch eine Methode anwenden zu wollen, die nicht verlässlicher ist, als das Lesen von Kaffeesatz, treibt es auf die Spitze.

Zurück zum anfänglichen Punkt: Der Dalai Lama sagte, er wolle den tibetischen Buddhismus vor der Degenerierung zur Geisterverehrung bewahren. Wir müssen uns fragen, wie er das tut? Sicher nicht, indem er die Praxis des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden zerstört, der seit Jahrhunderten als erleuchtetes Wesen verehrt wird.

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Die Vermischung von Religion und Politik in der tibetischen Gesellschaft und warum dies die Ursache für den Konflikt um Dorje Shugden ist

Die Vermischung von Religion und Politik in der tibetischen Gesellschaft und warum dies die Ursache für den Konflikt um Dorje Shugden ist

Die modernen westlichen Formen der Demokratie sind aus der Trennung von Staat und Religion entstanden und sie gewährleisten, dass Individuen der Religion ihrer Wahl folgen können, auch wenn diese nicht die Religion des jeweiligen Staatsoberhauptes ist. Europa hat über Jahrhunderte Verfolgungen und Zwangsmissionierungen erlebt, wann immer ein politischer Herrscher gleichzeitig ein göttliches Oberhaupt sein wollte und religiöse Gefolgschaft von seinen Untertanen gefordert hat.

Heutzutage können wir uns sehr glücklich schätzen, dass die buddhistische Lehre in Europa frei ausgeübt werden kann und sogar unter dem Schutz des Staates steht. Leider gibt es diese Freiheit ausgerechnet für viele Tibeter im indischen Exil nicht. Die Verehrer der buddhistischen Gottheit Dorje Shugden werden vom Dalai Lama unterdrückt und verfolgt. Und warum? Der einzige Grund ist, dass sie nicht der religiösen Überzeugung des politischen Führers – des Dalai Lama – folgen wollen. Der Dalai Lama lehnt die Praxis von Dorje Shugden ab, aber darf ihm dies das Recht geben, seinem gesamten Volk seine religiösen Ideen aufzuzwingen? Gerade er, der so viel von Toleranz redet, duldet Andersdenkende in seiner eigenen Gemeinschaft nicht.

Die Folgen der unheilvollen Verquickung von tibetischer Religion und Politik gehen so weit, dass selbst westliche Anhänger des Dalai Lamas beginnen die Grundrechte der Religionsfreiheit zu vergessen und seit Jahren ein aggressives Verhalten gegenüber Dorje Shugden Verehrern zeigen. Angestachelt vom 1996 ausgesprochenen Verbot der Dorje Shugden Praxis unter den Exiltibetern, werden westliche buddhistische Gruppen, die Dorje Shugden verehren, denunziert und ausgegrenzt, weil sie „gegen den Dalai Lama sind“. Wenn dieser Logik gefolgt wird, dass z.B. deutsche Buddhisten dem Glauben des tibetischen Königs folgen sollten, dann müsste auch gefordert werden, dass Exiltibeter dem Glauben von Angela Merkel folgen müssen.

Westliche Buddhisten haben das Recht und die Freiheit – und dies ist in vollkommener Übereinstimmung mit Buddhas Unterweisungen – dem Lehrer und der Tradition ihrer Wahl zu folgen, auch wenn dies nicht die Tradition eines bestimmten politischen Führers ist.

Die Aktionsbündnisse der Dorje Shugden Verehrer sind entstanden, um an diesen Punkt zu erinnern und um Religionsfreiheit für Dorje Shugden Praktizierende im Einflußbereich des Dalai Lama zu erreichen.

Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema ist „Was würde Thomas Jefferson über den 14. Dalai Lama denken?“ von  Dr. Lars English, Ph.D. Dickinson College, Carlisle, PA 17013, USA

Trijang Rinpoche, Linienhalter der Gelugpa-Tradition: können dieses heilige Wesen sowie alle seine Vorgänger und Schüler wirklich sämtlichst Geisterverehrer sein?

Trijang Rinpoche, Linienhalter der Gelugpa-Tradition: können dieses heilige Wesen sowie alle seine Vorgänger und Schüler wirklich sämtlichst Geisterverehrer sein?

Indem der Dalai Lama sagt, dass diejenigen, die Dorje Shugden verehren Geisterverehrer sind, sagt er, dass auch sein eigener hauptsächlicher spiritueller Meister (Wurzel-Guru) Trijang Rinpoche ein Geisterverehrer war. Ein Blick in die Biographie von Trijang Rinpoche zeigt jedoch schnell, dass er ein heiliger und verlässlicher Lama war, dass er den klaren und authentischen Dharma Je Tsongkhapas lehrte, und dass die Schüler, die vertrauensvoll seiner Überlieferung des Verlassens auf Dorje Shugden als heiligem Beschützer dieses Dharmas folgten, korrekt handelten – auch wenn dies bedeutete, den politischen Willen des Dalai Lamas zu missachten.

Kyabje Trijang Rinpoche

Kyabje Trijang Rinpoche

Kyabje Trijang Rinpoche (1900-1981) war einer der höchsten Gelugpa Lamas und ein direkter Schüler des großen Je Phabongkhapa. Er bereitete Phabongkha Rinpoches Text Befreiung in unseren Händen für die Veröffentlichung vor, der einer der am meisten studierten Texte in der Gelugpa Linie ist.

Er diente dem 14. Dalai Lama zuerst als philosophischer Assistent, dann als persönlicher Tutor, gemeinsam mit Kyabje Ling Dorjechang (der ebenfalls Dorje Shugden verehrte), über nahezu fünfzig Jahre. In dieser Stellung unterrichtete er den Dalai Lama von den ersten Anfängen bis zu den höchsten tantrischen Überlieferungen. Er war der am höchsten angesehene Lehrer der Gelugpa Schule, zu der auch der Dalai Lama gehörte, seiner Zeit.

Bis zu seinem Lebensende lehrte Trijang Rinpoche kontinuierlich und an vielen Orten den reinen Dharma der Tradition Je Tsongkhapas zum Wohle aller Lebewesen. Auch die Verbreitung des Buddhismus in der westlichen Welt verdanken wir direkt und indirekt seinem Wirken, sowohl durch seine eigenen Unterweisungen, als auch durch die Aktivitäten seiner Schüler wie z.B. Kyabje Song Rinpoche, Geshe Kelsang Gyatso, Geshe Rabten, Lama Yeshe, Lama Zopa, Tomo Geshe Rinpoche, Gonsar Rinpoche, Dagom Rinpoche, Geshe Tsultrim Gyeltsen, den Dalai Lama und viele andere. Die meisten Gelugpa-Zentren im deutschsprachigen Raum wurden von Schülern Trijang Rinpoches gegründet, die sich auf Dorje Shugden als ihren Beschützer verließen.

Trijang Rinpoche war auch die wesentliche Stütze im Bemühen gegen die chinesische Besetzung Tibets, während der schwierigsten Zeit in der tibetischen Geschichte. Die Flucht des Dalai Lama 1959 gelang dank seiner Weisheit und seiner Bemühungen. Ihm verdanken die Tibeter auch ihre Nationalhymne Gyallu, die er im indischen Exil verfasste.

Trijang Rinpoche verließ sich auf Dorje Shugden bis zu seinem Lebensende und (gemäß einem seiner engsten Schüler, der zu jener Zeit bei ihm war) er war „sehr enttäuscht“ als der Dalai Lama ihm sagte, dass er diese Praxis aufgeben würde. Er verfasste Musik, die einen Ozean von Beschützern erfreut, einen Kommentar zu einer Lobpreisung Dorje Shugdens namens Unendliche Äonen von Je Phabongkhapas Wurzel-Guru Dagpo Rinpoche.

Trijang Rinpoche wird weithin verehrt, respektiert und geliebt, nicht nur von Dorje Shugden Verehrern, sondern auch von ehemaligen Schülern, die seine Linie aufgegeben haben, um dem Dalai Lama zu folgen. Lama Zopa beispielsweise äußert sich nicht negativ über Trijang Rinpoche oder Dorje Shugden, da er wie viele andere tibetische Lamas auch, die Praxis wohl lediglich aus politischer Verpflichtung aufgegeben hat.

Trijang Rinpoches Reinkarnation lebt jetzt als privater Bürger in Amerika, um nicht unter der Kontrolle des Dalai Lamas zu stehen.

Der Dalai Lama hat auch in anderen tibetischen buddhistischen Traditionen Konflikte und Disharmonie ausgelöst

Der Dalai Lama hat auch in anderen tibetischen buddhistischen Traditionen Konflikte und Disharmonie ausgelöst

Nachfolgend einige Briefe und Stellungnahmen von Sharmapa, dem Oberhaupt der Karma Kagyü Tradition, die deutlich machen, dass die Bündelung von politischer und religiöser Macht in den Händen des Dalai Lama vielerlei Probleme bewirkt. Die Verfolgung von Dorje Shugden Verehrern ist nur ein Teil im großen Plan des Dalai Lama, die verschiedenen tibetischen Traditionen unter seiner Führung zu verschmelzen. Auch Sharmapa weist darauf hin, dass dies die Motivation ist, die den Dalai Lama treibt, und dass er keinerlei spirituelle Autorität zu solch einem Vorgehen hat. Wie er schreibt:

„Ich verstehe, dass S.H. der Dalai Lama das tibetische Volk Einen will, um für seine Freiheit zu arbeiten, aber das ist kein Grund die Menschenrechte und Religionsfreiheit von buddhistischen Gläubigen mit Füssen zu treten.“

OFFENER BRIEF DER INTERNATIONAL KARMA KAGYU ORGANISATION
Auszüge aus einem offenen Brief an S.H. den Dalai Lama
Kathmandu, 17. März 2001

Die tibetische Exilregierung hat 1961 vorgeschlagen, die vier tibetischen buddhistischen Schulen zu einer religiösen Einheit zu verschmelzen, unter dem Vorsitz Seiner Heiligkeit. Diese Politik hat großen Teilen der tibetischen Exilgemeinschaft schweres spirituelles Leiden zugefügt. Dreizehn tibetische Siedlungen, die sich geschlossen hinter Karmapas Autorität stellten, stellten den Plan der Exilregierung in Frage und als Folge wurde das ganze Modell schließlich verworfen. Später in den 70ern wurde der Karmapa beschuldigt, weil er die Autonomie der anderen drei Linien verteidigt hatte…

Im Juli 2000 ging dann die Einmischung Seiner Heiligkeit in die Angelegenheit noch weiter. Seine Heiligkeit informierte S.H. Shamar Rinpoche schriftlich, dass selbst für den Fall dass eine authentische Vorhersage des 16. Karmapa gefunden und vorgelegt wird, er dennoch darauf bestehen würde, dass Urgyen Trinley der Karmapa Thronhalter sei. Mit diesem Vorgehen würde Seine Heiligkeit rückwirkend dem unangezweifelten 16. Karmapa das Recht entziehen, seine eigenen Reinkarnation zu bestimmen. Solch eine groteske Behauptung geht gegen die Karma Kagyü Tradition und bereitet die Bühne für eine Übernahme der Karma Kagyü Schule durch Seine Heiligkeit und die Regierung.

Bis sich Seine Heiligkeit 1992 eingemischt hat, hat kein anderer Dalai Lama je eine Rolle in der Erkennung eines authentischen Karmapas gespielt. Wie Seine Heiligkeit sehr gut weiß, übertreffen die Inkarnationen der Karmapas die Linie der Dalai Lamas um mehr als 300 Jahre. Es gibt keinen historischen Präzedenzfall für die gegenwärtige Einmischung Seiner Heiligkeit.

Wir respektieren und unterstützen die Bemühungen Seiner Heiligkeit für das Wohl und die Freiheit des tibetischen Volkes in hohem Masse. Deshalb bitten wir Sie, den gleichen guten Willen im Falle der Kontroverse um Karmapa zu zeigen. Für das Wohl der Integrität unserer Linie, bitten wir Seine Heiligkeit sich vornehm aus diesem inneren Konflikt der Karma Kagyü Schule zurückzuziehen. Wir bitten Seine Heiligkeit auch um Unterstützung für unsere Sicht, dass die ganze Welt einen Nutzen daraus hat, wenn die reiche Vielfalt aller vier Schulen erhalten bleibt, einschließlich der Karma Kagyü. Wir haben aufrichtige Wünsche für das lange Leben und die Gesundheit Seiner Heiligkeit.

Respektvoll, für und im Namen aller Delegierten der International Karma Kagyü Conference
H.H. Luehrs (Vorsitzender)

Spätere Anmerkungen von Sharmapa

„Ich glaube, dass die Karma Kagyü die Möglichkeit haben sollte, ihr eigenes spirituelles Oberhaupt in der traditionellen Weise zu wählen“, sagte Shamar seinen Studenten. „Ogyen Trinley wurde nicht in der traditionellen Weise gewählt, sondern durch politische Einmischung der tibetischen Exilregierung, der chinesischen Regierung und vielen anderen. Alle anderen religiösen Schulen Tibets können ihre Oberhäupter selbst wählen. Warum können wir nicht unseres wählen? Seine Heiligkeit der Dalai Lama stellt in diesem Fall die Politik vor die Religion.“

„Weil seine Anhänger im Ausland nicht die Gewohnheit haben, seine Handlungen zu hinterfragen, unterstützen sie Seine Heiligkeit den Dalai in diesem Fall blind. Ich nenne solche Anhänger „Paket-Gläubige“ Sie folgen dem Dalai Lama weil er ein buddhistischer Lehrer und Führer der Tibeter ist; das ist alles was sie wissen müssen. Sie akzeptieren einfach das ganze Paket, ohne für sich selbst zu untersuchen, ob das, was Seine Heiligkeit in diesem Fall tut wirklich richtig ist. Wenn ich zum Beispiel ein Haus hätte, und der Dalai Lama es für sich selbst haben wollte, dann würden diese Paket-Gläubigen unter seinen Anhängern sagen, dass es falsch von mir ist, mein Eigentum zu schützen, oder mich auch nur zu beschweren, und dass er das Recht hat, es zu nehmen.“

„Ich verstehe es, wenn Tibeter solch eine Einstellung habe. Ihr Lebensunterhalt mag davon abhängen, ein gutes Verhältnis mit der tibetischen Exilregierung zu haben. Vielleicht würden sie ihre Arbeit verlieren, wenn sie das Recht des Dalai Lamas den Karmapa zu wählen in Frage stellen würden. Aber für die Leute in der ganzen Welt ist das eine ungesunde Entwicklung des Buddhismus. Wenn ein Mann in der ganzen Welt so bewundert wird, dass er tun kann was er will, ohne eine gerechte Überprüfung, dann ist er in Fakt ein Diktator. Es gibt keine Aufsicht. Und wenn die Karma Kagyü Schule nicht ihr eigenes Oberhaupt wählen kann, wird dies ein Präzedenzfall für die anderen religiösen Schulen Tibets? Wird der Dalai Lama auch ihre Oberhäupter auswählen?“

„Dharma hat etwas damit zu tun, für uns selbst nachzudenken. Es heißt nicht, einem Lehrer automatisch in allen Dingen zu folgen, ganz gleich, wie respektiert dieser Lehrer sein mag. Mehr als  jeder andere sollten Buddhisten die Rechte von anderen Menschen respektieren – ihre Menschenrechte und ihre Religionsfreiheit.“

An anderer Stelle sagte Shamar Rinpoche:

„Aber wenn Seine Heiligkeit lediglich seine große Popularität in den Himalayas, in Indien und im Rest der Welt ausnutzt, um zu versuchen Kontrolle über den Karmapa Labrang zu gewinnen, dann muss ich respektvoll seine Meinung über Rumtek zurückweisen. Ich verstehe, dass S.H. der Dalai Lama das tibetische Volk einen will um für seine Freiheit zu arbeiten, aber das ist kein Grund die Menschenrechte und Religionsfreiheit von buddhistischen Gläubigen mit Füssen zu treten. So wie in unserem Fall, sollten wir Menschenrechte in allen Situationen respektieren, nicht nur, wenn es für uns gerade bequem ist.“

„Alle Führer, ganz gleich wie tugendhaft, müssen Einschränkungen in ihrer Macht haben. Viele populäre, charismatische Anführer haben in der Vergangenheit Popularität und Prestige ausgenutzt, um sich selbst als Diktatoren einzusetzen. Vielleicht hatten diese Anführer gute Absichten und hofften, dass sie mit der Vergrößerung ihrer Macht mehr Gutes in der Welt erreichen können. Aber letztendlich hat absolutistische Herrschaft immer zu Leiden geführt. Ich hoffe und bete, dass Seine Heiligkeit nicht wie ein Diktator handeln wird, und nicht die Unterstützung des Volkes benutzt, um eine Autorität über den Karmapa einzufordern, die er nicht besitzt, und auf der Religionsfreiheit der Gläubigen des Karma Kagyü herumzutrampeln.“

Links zu dieser Kontroverse
Statement on HH Dalai Lama’s Comments about Rumtek Monastery
The Karmapa Conflict
The Karmapa Controversy

Shamar Rinpoches Antwort auf die Angriffe des Dalai Lama Unterstützers Robert Thurman
Brief an Robert A.F. Thurman von Shamar Rinpoche (Auszüge)

Hier stimme ich mit Dir vollkommen überein. So sehr Du auch über diese Sache besorgt bist – was Du eindeutig bist – kann ich Dir versichern, dass auch ich noch viel mehr um diese Sache besorgt bin. Traditionellerweise führt der Sharmapa zusammen mit dem Karmapa die Karma Kagyü Linie. Das bedeutet, dass ich die Verantwortung habe, die Karma Kagyü Linie zu beschützen. Bitte denke daran wie stark Deine Gefühle sind, und dann versetze Dich für einen Moment in meine Situation und stell Dir vor, wie wichtig es für mich ist, die Autonomie der Karma Kagyü zu schützen.

Ich habe Verständnis dafür, dass Du Seine Heiligkeit den Dalai Lama hundertprozentig unterstützt und ich unterstütze vollkommen die Gelugpa Schule, welches die einzige Schule ist der Du Dich widmest. Allerdings kann keine der anderen Schulen es unterstützen und unterstützt es auch nicht, dass versucht wird, S.H. dem Dalai Lama volle Autorität über alle vier Schulen zu geben.

Jetzt möchte ich Deinen Brief zur Seite lassen und Dir eine Frage zum Nachdenken geben: Wenn Du die politische Situation zur Zeit des 10. Karmapa als Beweis verwendest, dass der Dalai Lama die Autorität hat, die Karmapas anzuerkennen, dann solltest Du auch Bedenken, dass es seit der Zeit des Großen 5. Dalai Lama obligatorisch war, dass die Reinkarnation des Dalai Lama vom chinesischen Kaiser bestätigt wurde. Wie willst Du es unter dieser Voraussetzung verhindern, dass die chinesische Regierung in Zukunft das historische Recht einfordert, die Dalai Lamas anzuerkennen? Die Oberhäupter der Karma Kagyü, Drikung Kagyü, Nyingma und Sakya Linien haben niemals die Bestätigung der chinesischen Führung oder des Dalai Lamas benötigt. Der Präzedenzfall, den Du hier schaffst, wird den Weg ebnen für den Zusammenbruch aller tibetisch-buddhistischen Schulen, einschließlich der Gelugpas. Bitte bedenke die langfristigen Auswirkungen.

Die allgemeine Empörung, die es um den ganzen Karmapa-Konflikt gibt, ähnelt langsam dem Heulen von listigen Koyoten, die so von ihrem Jagdfieber vereinnahmt sind, dass niemand die sanfte Stimme des Lammes hören kann, dass versucht eine Warnung auszustoßen. Situ Rinpoche ist völlig damit gescheitert die Authentizität des sogenannten Vorhersagebriefes zu beweisen, aber dennoch wedeln immer noch viele seiner Kollaborateure mit diesem Brief als eine Art authentischen Beweises herum.

Hat der 13. Dalai Lama die Praxis von Dorje Shugden verboten?

Hat der 13. Dalai Lama die Praxis von Dorje Shugden verboten?

Der jetzige 14. Dalai Lama behauptet, dass er mit dem Verbot der Praxis von Dorje Shugden dem 13. Dalai Lama folgt. Der 13. Dalai Lama hat jedoch die Praxis niemals verboten. Nachdem er Dorje Shugden zunächst missbilligte, heißt es, dass er später seine Meinung änderte und selbst die Praxis ausführte. (Siehe Exploring New Religions Seite 239)

Die Biographie des 13. Dalai Lama erwähnt kein Verbot von Dorje Shugden oder seinem Orakel. Ganz im Gegenteil, sie erwähnt Rat, der von Dorje Shugden durch das Orakel in Tromo Dungkar Gonpa gegeben wurde, den der 13. Dalai Lama schätzte und befolgte. (‚phags.pa ‚jig.rten dbang.phyug gi rnam.sprul rim.byon gyi ‚khrungs.rabs deb.ther nor.bu’i ‚phreng.ba.bzhugs.so, compiled by Phurchog Yongzin Thubten Jampa Tsultim Tenzin, Dharamsala, 1984, pp. 621, 630 and 648)

Ausserdem hat der 13. Dalai Lama zu keiner Zeit Trode Khangsar in Lhasa geschlossen, eine Residenz von Tulku Dragpa Gyaltsen, die mit Genehmigung des 5. Dalai Lama in einen besonderen Beschützertempel für Dorje Shugden umgewandelt wurde.

Der 13. Dalai Lama hatte großes Vertrauen in Tomo Geshe Rinpoche, einen bekannten Dorje Shugden Praktizierenden, den er „eine Manifestation Je Tsongkhapas“ nannte. Gemäß Seite 620 und 649 der Autobiographie des 13. Dalai Lama erschien Dorje Shugden spontan durch das Orakel von Tromo Dungkar Gonpa in Trance vor Tomo Geshe Rinpoche und informierte ihn, dass es die Gefahr einer ausländischen Aggression gegen Tibet gab. Dorje Shugden gab den Rat, zwei Stupas zu renovieren, „die östliche und die westliche“. Als der 13. Dalai Lama diese Nachricht erhielt, renovierte er sofort die große goldene Stupa in Ganden und den Potala in Lhasa. Der Potala ist gewaltig, dies war also keine geringe Leistung! In seiner Autobiographie lobt der 13. Dalai Lama Tomo Geshe Rinpoche, dass er geholfen habe, eine mögliche nationale Krise abzuwenden.

Die Abstimmungen über Dorje Shugden widersprechen der Vinaya

Die Abstimmungen über Dorje Shugden widersprechen der Vinaya

Dieser Artikel (basierend auf dem englischen Beitrag „Dalai Lama’s Referendum contradicts Vinaya“) soll untersuchen, ob die Maßnahmen S.H. des Dalai Lama in Bezug auf die Beschützerpraxis von Dorje Shugden in Übereinstimmung mit der Vinaya sind, der buddhistischen Lehre über moralisches Verhalten. In allen großen Gelugpa-Klöstern in Indien wurden in der vergangenen Zeit auf Anordnung des Dalai Lama Abstimmungen mit Stimmstöcken durchgeführt, ob die Praxis von Dorje Shugden ausgeführt werden darf. Die Frage ist, ob diese Abstimmungen – wie behauptet – in Übereinstimmung mit der buddhistischen Lehre sind, oder nicht.

Am 08. Januar 2008 sagte der Dalai Lama in einer öffentlichen Rede im Kloster Drepung Loseling (Transskript von Voice of America):

„In den Vinaya-Regeln heißt es auch, wenn es eine strittige Angelegenheit gibt, sollen die Mönche Stimmstöcke nehmen und entscheiden, so wie es in den ‚Sieben Methoden zur Beilegung von Konflikten‘ beschrieben ist. In der heutigen demokratischen Praxis gibt es eine Sache die „Referendum“ genannt wird, „Befragung der Mehrheit“. Die Angelegenheit hat jetzt den Punkt erreicht, zu Fragen was die Mehrheit will. Deshalb, wenn ihr nach diesem Kurs am Loseling Kloster nach Hause geht, stellt diese Fragen:

„Ob ihr Dholgyal [Dorje Shugden] verehren wollt.“ Das ist die erste Frage. Diejenigen, die es wollen, sollen unterschreiben, dass sie Dholgyal verehren wollen; diejenigen die es nicht wollen, sollen unterschreiben, dass sie es nicht wollen.

„Ob wir die religiösen und materiellen Güter mit Dholgyal-Verehrern teilen wollen“; Ihr sollt unterschreiben, dass ihr das wollt. Oder „Wir wollen die religiösen und materiellen Güter nicht mit Dholgyal-Verehrern teilen“; Ihr sollt unterschreiben, dass ihr das nicht wollt.“

Der spezifische Abschnitt der Vinaya auf den sich der Dalai Lama bezieht ist als „Die sieben Methoden Konflikte zu lösen“ bekannt und ist die schriftliche Grundlage für die Abstimmungen an den Klöstern Sera, Ganden und Drepung. Wenn man in diese Schriften schaut, stellt man leicht fest, dass der Dalai Lama und die Äbte der Klöster die Richtlinien Buddhas zum Umgang mit einem derartigen Konflikt vollkommen missachten. Wenn Buddhas Ratschlägen wirklich gefolgt werden würde, gäbe es den Konflikt in dieser Form überhaupt nicht und seine Beilegung würde kein Leid verursachen.

Die besagten „Sieben Methoden“ werden von Thanissaro Bhikkhu beschrieben, in „The Buddhist Monastic Code, Volume I: The Patimokkha Training Rules Translated and Explained.“

Regel Nr. 5 besagt: „In Übereinstimmung mit der Mehrheit handeln“. Dies bezieht sich auf Fälle, in denen Bhikkhus (Mönche) einen Konflikt nicht einstimmig lösen können, und selbst nachdem die angemessenen Verfahren befolgt wurden, sie sich „mit den Waffen der Zunge verletzen“. In solchen Fällen können Entscheidungen durch Mehrheitsabstimmung getroffen werden.

Solch eine Abstimmung ist gültig, wenn:

1. Die Angelegenheit wichtig ist
2. Die Verfahren von „in der Gegenwart von“ sind alle befolgt worden aber führten nicht zur Beilegung der Angelegenheit. (Die Diskussion in der Cullavagga weist darauf hin, dass mindestens zwei Gemeinschaften versucht haben die Angelegenheit zu klären. Der Kommentar empfiehlt, die normalen Verfahren mindestens zwei- oder dreimal zu versuchen.)
3. Beide Seiten sind dazu gebracht worden sind, über ihren Standpunkt nachzudenken
4. Der Verteiler der Stimmstöcke weiß, dass die Mehrheit zum Dharma steht
5. Er hofft, dass die Mehrheit zum Dharma stehen wird
6. Der Verteiler der Stimmstöcke weiß, dass das Verfahren nicht zu einer Spaltung der Sangha führen wird
7. Er hofft, dass das Verfahren nicht zu einer Spaltung der Sangha führt
8. Die Stimmstöcke werden in Übereinstimmung mit dem Dharma ausgegeben (gemäß dem Kommentar heißt dies, dass es keinen Betrug gibt –  z. B. ein Bhikkhu zwei Stöcke nimmt – und die Seite des Dharmas gewinnt)
9. Die Versammlung ist vollständig
10. Die Bhikkhus nehmen die Stimmstöcke in Übereinstimmung mit ihren Sichtweisen (und nicht unter  Furcht vor Einschüchterung oder Nötigung

Regel Nr. 10 wurde verletzt: Die Abstimmungen fanden unter Furcht vor Einschüchterung oder Nötigung statt

Am 26. Januar 2008 wurde die Abstimmung im Kloster Sera-Je durchgeführt, am 9. Februar 2008 in Ganden Shartse. Vor diesen Abstimmungen wurden bereits Maßnahmen gegen Dorje Shugden Mönche ergriffen. Einige der Ereignisse:

8. Januar 2008: In der Versammlungshalle des Klosters Ganden Jangtse musste jeder Mönch einzeln aufstehen und verkünden, dass er niemals Dorje Shugden praktizieren wird. Zwölf Mönche, die Dorje Shugden praktizieren nahmen nicht teil und wurden aus dem Kloster ausgeschlossen.

Im Phukang Khangtsen (ebenfalls Ganden Shartse) wurden unterschriebene Erklärungen von jedem Mönch eingesammelt, die besagten, dass der Unterzeichner niemals Dorje Shugden praktizieren wird. Mönche die nicht unterschreiben und keinen Schwur ablegen wollten, sondern mit der Praxis von Dorje Shugden fortfahren, wurden gezwungen zu unterschreiben. Die Unterschrifts- und Schwurkampagne wurde in zehn monastischen Abteilungen durchgeführt. Als die Unterschriften im Phukang Khangtsen eingesammelt wurden, wurde ein Mönch ausgestoßen, weil er sich weigerte.

11. Januar 2008: Der Abt des Klosters Ganden Jangtse, Gen Rinpoche Geshe Lobsang Tsephel wurde auf einer öffentlichen Versammlung vom Dalai Lama dafür gescholten ein Dorje Shugden Praktizierender zu sein. Er wurde dafür beschuldigt „zwei Gesichter“ zu haben, da er vorgibt dem Rat des Dalai Lama zu folgen, während er im geheimen Dorje Shugden praktiziert.

Bevor irgendeine Abstimmung in Sera Je oder Ganden Shartse durchgeführt wurde, sind bereits Mönche ausgeschlossen und gedemütigt worden. Das ist ein wichtiger Punkt.

Anschließend wurden die Mönche von Ganden und Sera aufgefordert, an einer Abstimmung teilzunehmen, wobei sie die Konsequenzen bereits kannten, sollten sie gegen die Mehrheit stimmen.

Kann dies eine demokratische Abstimmung ohne Einschüchterung und Nötigung genannt werden? Sich zu der Praxis von Dorje Shugden zu bekennen, bedeutete für die Mönche, in Zukunft zu einer gesellschaftlichen Gruppe zu gehören, mit der niemand „materielle oder spirituelle Beziehungen haben darf“. Solcherart war ihr Überleben innerhalb wie außerhalb der Klöster in Frage gestellt. Indem der Dalai Lama einen derartigen Druck ausübte verstieß er gegen die Vinaya und die gesamte buddhistische Lehre.

Regel Nr. 6 und Nr. 7 wurden verletzt: die Abstimmung wird zu einer Spaltung der Sangha führen

Die zweite Frage die der Dalai Lama formuliert hat ist: „Ob wir die religiösen und materiellen Güter [das Zusammenleben im Kloster] mit Dholgyal-Verehrern teilen wollen“.

Das bedeutet in der Praxis, dass Mönche, die bisher im Kloster zusammenlebten, nicht mehr die gleiche Küche benutzen dürfen, nicht zusammen beten und studieren, nicht zusammen arbeiten, nicht einmal mehr zusammen in einem Fahrzeug sitzen, wie es erst kürzlich im November gefordert wurde.

Eine Spaltung der Sangha bedeutet eine Teilung in der Gemeinschaft, wobei zwei Gruppen von Bhikkhus, die eine gemeinsame Verbindung haben – mit mindestens fünf in einer Gruppe und vier in einer anderen – Handlungen der Gemeinschaft in der gleichen Gegend getrennt voneinander ausführen.“

Am 7. Februar 2008 verkündete der Disziplinmeister in der Versammlungshalle des Klosters Shartse mit Tränen in den Augen: „Dhokhang Khangtsen wird jetzt vom Kloster Shartse getrennt.“ Dies erfüllt die Definition einer Spaltung der Sangha gemäß Buddhas Unterweisungen. Es ist klar, dass die vom Dalai Lama veranlassten Abstimmungen gezielt und unvermeidlich zu einer Spaltung der Sangha führten. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Abstimmungen ungültig sind.

Zudem gibt es Anweisungen von Buddha, wie gemäß der Vinaya mit einer Spaltung umgegangen werden sollte, und der Dalai Lama missachtet diese Ratschläge:

„Bezüglich der Laiengemeinde, wird Buddha in den Texten zitiert, dass sie an beide Parteien geben sollten und ihren Dharma hören. Dann, nach sorgfältigem Abwägen, sollten sie die Dharma-Fraktion bevorzugen. Es ist jedoch anzumerken, dass Buddha mit diesem Ratschlag an die Laien, eine Fraktion zu bevorzugen, nicht gesagt hat, dass nur eine Fraktion Almosen erhalten soll. Es mag geschehen, dass die Laien über den Dharma falsch informiert sind und nicht in der Lage, die richtige Gruppe von der falschen zu unterscheiden. Weiterhin hat der Buddha niemals ein Lebewesen als unwürdig erklärt, Gaben zu erhalten, denn das wäre gleichbedeutend damit, dass dieses Wesen nicht wert wäre zu leben.“

Dies bedeutet, dass die Unterschriftenkampagne, die vom Dalai Lama und der Exilregierung in der Laiengemeinde durchgeführt wird, und die dazu aufruft, keine materiellen Güter mit Dorje Shugden Verehrern zu teilen, direkt der Vinaya widerspricht. Der Text der Vinaya macht klar, dass sowohl Dorje Shugden Verehrer, als auch diejenigen, die ihn nicht verehren, materielle Unterstützung erhalten sollten, wie jeder andere auch.

Regel Nr. 2 wurde verletzt: Die Abstimmungen folgen nicht Buddhas Verfahrensweisen der Vinaya

Eine Abstimmung ist gemäß der Vinaya nur dann gültig, wenn die Verfahrensweisen von „in der Gegenwart von“ befolgt wurden, ohne den Konflikt beilegen zu können. D.h. die Gemeinschaft muss sich treffen und beratschlagen, bevor die Abstimmung durchgeführt wird. Dies ist nicht geschehen. Der Dalai Lama hat sich niemals mit Dorje Shugden Verehrern getroffen, um mit ihnen eine Lösung zu finden. Es gab niemals einen Dialog, keine Antworten auf Petitionen, Briefe etc. Auf der Website www.wisdombuddhadorjeshugden.org/de gibt es einen Zähler, der angibt, seit wann der Dalai Lama nicht antwortet. Das Referendum ist daher eine einseitige Entscheidung des Dalai Lama und wurde der tibetischen Gemeinschaft aufgezwungen. Dies widerspricht der Vinaya. Der Dalai Lama sagte am 08. Januar 2008 (siehe Video von Al Jazeera und das deutsche Transskript in unserem Blog), direkt vor den Abstimmungen:

Vor kurzem haben Klöster furchtlos Shugden-Mönche ausgestoßen, wo es nötig war. Ich unterstütze diese Handlungen voll und ganz. Ich lobe sie. Wenn es Klöstern schwerfällt, Maßnahmen zu ergreifen, sagt ihnen, der Dalai Lama ist dafür verantwortlich“.

Ein weiteres Argument ist, dass die Vinaya die Möglichkeit gibt, dass jeder Mönch in der Gruppe das Recht hat, dagegen zu protestieren, dass die Angelegenheit von der Gruppe gelöst wird. Wenn dies geschieht, wird die Gruppe als inkompetent betrachtet, um die Sache zu klären. Der Zweck dieses Ratschlages von Buddha ist, den Dharma vor Bhikkhus zu schützen, die empfehlen, was nicht wirklich Dharma oder Vinaya ist, aber sich dennoch in der Gruppe durchsetzen. Wenn es eine Versammlung gegeben hätte, hätten Dorje Shugden Mönche mit Sicherheit protestiert.

Regel Nr. 4, Nr. 5 und Nr. 8 wurden verletzt: Das Ergebnis der Abstimmungen ist nicht in Übereinstimmung mit dem Dharma

Der Ehrwürdige Atisha sagte:
„Freunde, bis ihr Erleuchtung erlangt, ist der spirituelle Lehrer unentbehrlich, verlasst euch deshalb auf den heiligen spirituellen Meister.“

Die Abstimmungen widersprechen den Worten dieses heiligen Lehrers, der maßgeblich für die Verbreitung des Buddhismus in Tibet war. Die heutigen Dorje Shugden Verehrer erhielten Ermächtigungen in diese Praxis von ihren Gurus Trijang Rinpoche, Geshe Rabten, Lama Yeshe, Song Rinpoche, Dagom Rinpoche, und vielen anderen. Die Ratschläge dieser Lehrer aufzugeben und dem Verbot zu folgen, ist gemäß Atisha Nicht-Dharma.

Die beiden Hauptlehrer des jetzigen Dalai Lama waren Trijang Rinpoche und Ling Rinpoche. Trijang Rinpoche war ein reiner Dorje Shugden Praktizierender und hat Ermächtigungen in diese Praxis gegeben und Schriften über Dorje Shugden verfasst. Ling Rinpoche hat Gebete an Dorje Shugden verfasst, die regelmäßig in buddhistischen Zentren in der ganzen Welt rezitiert werden. Wenn sich der Dalai Lama gegen diese beiden heiligen Meister stellt müssen wir uns fragen, was für eine Überlieferungslinie er lehrt? Wie kann er Unterweisungen darüber geben, sich auf einen spirituellen Lehrer zu verlassen und auf welchen Erfahrungen basieren diese Unterweisungen?

Zusammengefasst, aus allen diesen Gründen ist das Referendum über die Dorje Shugden Verehrung Nicht-Dharma. Da der Dalai Lama die Abstimmungen als Dharma präsentiert, obwohl sie es nicht sind, täuscht er buddhistische Praktizierende in der ganzen Welt.

Da der Dalai Lama außerdem den Dorje Shugden Verehrern die Lebensnotwendigkeiten verwehrt, brechen er und die anderen, die diese Schwur- und Unterschriftskampagnen durchführen, ihre Zufluchtsgelübde zu Buddha, die besagen, keinem Wesen zu schaden.

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Vor ca. einem Jahr wurde die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht. Wir bringen diesen Beitrag in diesem Blog, da derartige „Abstimmungen“ nach wie vor stattfinden, wodurch die Anhänger von Dorje Shugden in ihrer Religionsfreiheit verletzt werden. Hunderte Mönche sind als Folge solcher „Abstimmungen“ aus ihren Klöstern ausgeschlossen worden.

Das Kloster Tashi Lhunpo wehrt die Dolgyal-Praxis ab
Pressemitteilung/ Kloster Tashi Lhunpo, Montag 28.01.2008
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Am 22. Januar versammelten sich alle Mönche des Klosters Tashi Lhunpo im indischen Exil, um über die Angelegenheit von Dorje Shugden zu beraten.

Das Kloster Tashi Lhunpo, welches immer dem Wohlergehen seiner Heiligkeit und der Politik der Zentralregierung gewidmet war, erklärte formell, dass der problematische Dolgyal Shugden von den Mönchen des Klosters nicht verehrt wird oder in Zukunft verehrt werden wird.

Am Abend des 22. Januar versammelte sich die gesamte Gemeinschaft in der Gebetshalle und vor den Bildern von Gyalwa Gedun Drup, dem 10. Panchen Lama sowie Tashi Lhunpos Beschützergottheit Palden Lhamo, legte jeder einzelne Mönch einen formalen Schwur ab, dass er sich auf Dolgyal Shugden unter keinen Umständen verlassen wird und ihn nicht praktizieren oder verehren.

stick-vote-2Am 26. Januar legten die Mönche des Klosters Tashi Lhunpo abermals Schwüre ab, indem sie Holzstöcke (tshul-shing) zogen und auszählten. Diesmal in der Anwesenheit von religiösen und politischen Würdenträgern der Exilregierung. Dies wurde getan, um den bereits bekannten Standpunkt zu bestätigen, dass Dolgyal Shugden nicht von den Mönchen des Klosters Tashi Lhunpo verehrt wird.

Abschliessend teilte das Büro des Klosters mit, dass das Kloster Tashi Lhunpo keinerlei Form von Beziehung mit Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen pflegen will, die mit Dolgyal Shugden arbeiten.

Die Abstimmungen mit den Stimmstöcken finden öffentlich statt. Die Teilnehmer müssen einen gelben oder roten Stock aufnehmen, um ihre Entscheidung zu zeigen. Es gibt keine vorherige Diskussion, keinerlei demokratische Verfahren, um Kompromisse zu finden und keinerlei juristische Einspruchsmöglichkeiten. Ein ausführlicher Artikel, der die Gültigkeit dieser Abstimmungen untersucht, folgt in Kürze.

Ein Vidoe über die Abstimmungen mit Stimmstöcken und die Schwur- und Unterschriftsaktionen

Siehe auch Artikel „Erzwungene Unterschrifts- und Identitätsausweis Kampagne