Die Gründe des Dalai Lama, Dorje Shugden zu verbieten

Über die Ratschläge des Dalai Lama bezüglich des Weisheitsbuddha Dorje Shugden

Der Dalai Lama hat drei Hauptgründe für das Verbot der Praxis von Dorje Shugden gegeben. Bevor wir diese beantworten, sollte darauf hingewiesen werden, dass er zwar nur davon spricht „nachdrücklich von der Praxis abzuraten“, aber es gibt immer mehr Beweise, dass er die Praxis verboten hat. Z.B. die Ausweiskarten – Tibeter sind gezwungen einen Schwur zu unterschreiben, dass sie niemals Dorje Shugden verehren, noch irgendeine materielle oder spirituelle Beziehung zu Shugden-Verehrern haben, oder sie erhalten keine Ausweiskarte (wodurch sie zu Flüchtlingen unter Flüchtlingen werden). Die entstehende Ausgrenzung und die Verweigerung von grundlegenden Menschenrechten, wie Zugang zu Nahrungsmitteln, Unterkunft und sozialen Kontakten hat in der tibetischen Exilgemeinde großes Leiden verursacht und ist ausführlich dokumentiert. Siehe auch unser Artikel „Erzwungene Unterschrifts- und Ausweiskampagne“

Selbst wenn die Sichtweise des Dalai Lama zu dieser Praxis begründet oder wahr wäre – was nicht der Fall ist – wäre es immer noch unakzeptierbar, anderen diese Sichtweise aufzuzwingen und seine politische Macht dazu zu benutzen, anderen seinen religiösen Willen aufzuerlegen. Stellen Sie sich vor, ein anderer Machthaber würde Moslems, Juden oder Schamanen eine derartige Schwur- und Unterschriftenkampagne aufzwingen. Es würde einen Aufschrei geben und man wäre an die Zeit des Faschismus in Deutschland erinnert.

Die Gründe des Dalai Lama sind detailliert durch Schriften und Erfahrungen von abertausenden von Praktizierenden der Vergangenheit und Gegenwart widerlegt worden. Siehe dazu http://www.westernshugdensociety.org/de und http://wisdombuddhadorjeshugden.org/de/

Hier eine Zusammenfassung:

1. „Die Dorje Shugden-Praxis bringt die Gefahr, dass der tibetische Buddhismus zu einer Form der Geisterverehrung degeneriert“

Die Praxis von Dorje Shugden ist keine Geisterverehrung, da Dorje Shugden als Verkörperung des Buddhas der Weisheit, Manjushri, betrachtet wird, der in dieser Form erschienen ist, um Buddhas Unterweisungen zu beschützen. Alle Praktizierenden des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden, einschließlich der Lehrer des Dalai Lama und Millionen von Gelugpa-Lamas und Praktizierenden der vergangenen Generationen sind aufrichtige Buddhisten, die den vollständigen Dharma von Buddha Shakyamuni praktizieren. Es ist unwahr, herabwürdigend und beleidigend, zu sagen, dass sie dies nicht tun. Es würde auch bedeuten, dass die Unterweisungen, die der Dalai Lama selbst weitergibt, nicht buddhistisch sind, da diese von seinen Lehrern stammen, die Dorje Shugden-Praktizierende waren.

2. „Die Dorje Shugden-Verehrung ist ein Hindernis für die Entstehung von authentischem Nicht-Sektierertum“

Dalai Lama fördert interreligiöses Verständnis und Harmonie – solange Dorje Shugden-Praktizierende die Ausnahme von der Regel sein können. Selbst gegenwärtig kann jeder die “formalen religiösen Unterweisungen” des Dalai Lama besuchen; kommen Sie einfach vorbei, ob Sie ein Moslem, ein Katholik oder ein Geisterverehrer sind, jeder ist willkommen! Aber ein buddhistischer Dorje Shugden-Praktizierender? Sie werden aufgefordert zu gehen. Dass der Dalai Lama sagt, er sei ein Mann des Friedens und der Toleranz, macht diese buddhistische Apartheid nur noch unbegreifbarer. Es gibt nicht den geringsten Beweis für die Behauptung, dass es die Praktizierenden des Weisheitsbuddha Dorje Shugden sind, die Sektierertum verbreiten. Sie bitten ganz einfach nur um die Freiheit, ihre althergebrachte Tradition praktizieren zu können, ohne dafür verfolgt und geächtet zu werden. Der Dalai Lama versteckt sich hinter seinem Prominenten-Image und beschuldigt die Opfer als Täter.


3. „Dorje Shugden Praxis ist besonders unangemessen in Bezug auf das Wohl der tibetischen Gesellschaft“

Stellen wir uns vor, der amerikanische Präsident würde erklären, dass die spirituelle Praxis von jemandem gestoppt werden muss, weil sie sein Leben und seine Regierungsfähigkeit beeinträchtigt? Er würde als diktatorisch und verrückt betrachtet werden. Die Idee, dass diejenigen, die friedlich ihre Gebete an den Weisheitsbuddha Dorje Shugden richten, um positive Geisteshaltungen wie Mitgefühl und Weisheit zu beschützen, in irgendeiner Form der tibetischen Exilregierung und dem Dalai Lama schaden, und dass diese Gebete gestoppt werden müssen, ist gleichermaßen diktatorisch und in peinlicher Weise abergläubisch. Der Dalai Lama ist jetzt 73 Jahre alt, bei guter Gesundheit, und er hat das Ziel der tibetischen Unabhängigkeit schon vor Jahren aufgegeben. Dorje Shugden-Praktizierende als Sündenbock für das Fehlschlagen eines freien Tibets zu benutzen, ist eine politische Intrige, und wenn es nicht der populäre und charismatische Dalai Lama wäre, der solche Sachen behauptet, wäre es schon lange zum Gespött der Leute geworden. Es sind nicht die Praktizierenden des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden, welche die tibetische Einheit zerstören, sondern die kontroversen und spaltenden Handlungen des Dalai Lamas zerreißen Familien und Gemeinden in ihrer Mitte.

Der Dalai Lama hat sein Volk gedrängt, diese Gründe zu bedenken und „entsprechend zu handeln“. Wir sind sicher, wenn Sie sich die Zeit nehmen und seine Gründe kritisch untersuchen und einige Nachforschungen anstellen, werden Sie zustimmen, dass sie keinen Sinn machen, und selbst wenn, hätte er kein Recht diese religiösen Sichtweisen anderen durch politischen Druck aufzuzwingen, wie z.B. durch die Ausweiskarten.

Seit 30 Jahren haben Lamas und Praktizierende versucht mit dem Dalai Lama in dieser Sache zu kommunizieren, und seit 30 Jahren hat er sie entweder ignoriert oder beleidigt. Aus diesem Grund wurden von Aktionsbündnissen der Shugden-Verehrer weltweit Demonstrationen organisiert.

Von der tibetischen Exilregierung wurde selbstverständlich behauptet, dass die VR China hinter diesen Demonstrationen steckt. Aber warum nehmen so viele Tibeter und Westler den Zeitaufwand und die Reisekosten auf sich, um gegen eines der berühmtesten religiösen Oberhäupter zu demonstrieren, wenn sie nicht einige sehr dringende und zwingende Gründe dafür hätten? Sie tun dies, weil es in der tibetischen Exilgemeinde ein großes Problem gibt, und es wird nur schlimmer, wenn wir nicht den Mut haben, darauf aufmerksam zu machen.

Zu sagen, dass die Demonstrationen gegen den Dalai Lama stattgefunden haben, weil Dorje Shugden-Verehrer von den Chinesen bezahlt werden ist eine faule und lächerliche Ausrede: 1. weil es nicht den geringsten Beweis dafür gibt, denn es ist schlicht unwahr; und 2. warum brauchen freie, ausgebildete und arbeitende Menschen chinesisches Geld um ihre Stimme zu erheben?

Es gibt eine gut recherchierte Dokumentation des Nachrichtensenders Al Dschasira zu diesem Thema: (in Kürze wird in diesem Blog ein deutsches Transkript der Sendung veröffentlicht)

http://www.wisdombuddhadorjeshugden.blogspot.com/2008/10/al-jazeera-news-documentary-video.html

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