„Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!“ Berichte über Je Pabongkhapa und seine Schüler

Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!

Ein vor kurzem gestarteter Blog präsentiert Zitate, Biografien und historisches Material zum Thema Dorje Shugden. Die Zeile „Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!“ stammt aus den Schriften des großen Sakya Meisters Sachen Kunga Lodro. Er ermutigte die Gelehrten und Meditierenden seiner Zeit, sorgfältig die Frage zu untersuchen, ob Dorje Shugden ein Buddha ist. Da in den letzten Jahrzehnten insbesondere Je Pabongkhapa, einer der großen Meister der Überlieferungsline von Dorje Shugden, öffentlich kritisiert wurde, mag es hilfreich sein, mehr über ihn und seine Schüler zu erfahren.

Den neuen Blog finden Sie hier: Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!

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Artikel in der schweizer Weltwoche „Die Legenden des Dalai Lama“

Artikel in der schweizer Weltwoche „Die Legenden des Dalai Lama“

In der Schweizer Zeitung „Die Weltwoche“ erschien jetzt, am 4. März 2009, ein bemerkenswerter Artikel, der sich kritisch gegenüber dem Dalai Lama und seinem Regierungsstil äussert. Gerade in der Schweiz, mit der weltweit drittgrössten Gemeinde an Exiltibetern, ist dies aussergewöhnlich. Der Artikel hinterfragt die Popularität des Dalai Lama im Westen und zeigt einige der Widersprüche zwischen seinen Worten und sowohl der historischen als auch der gegenwärtigen Realität des Tibetischen Volkes auf. U. a. wird auch darauf hingewiesen, dass das Verbot der Praxis des Beschützers Dorje Shugden politisch motiviert war und zu Spaltungen in der Exilgemeinschaft geführt hat.

Bedauerlich ist nur, dass der Verfasser des Artikels nicht gründlicher geprüft hat, dass die seit 10 Jahren wiederholten Mordvorwürfe gegen Dorje Shugden Anhänger vollkommen haltlos sind. Erstens haben sich alle Dorje Shugden Unterstützergruppen von Anfang an auf das schärfste von diesen Morden distanziert und sie verurteilt, und zweitens gibt es bis heute keine Anklage gegen konkrete Personen. Ganz im Gegenteil, es gab reichlich andere Verdachtsmomente gegen andere Personenkreise.

Den vollständigen Artikel der Weltwoche finden Sie hier:

Die Legenden des Dalai Lama

Ein Auszug:

Am 10. März jährt sich zum 50. Mal der Aufstand der Tibeter gegen China. Das geistige Oberhaupt, der Dalai Lama, wird im Westen verehrt wie ein Popstar. Seltsam. Der allseits verklärte Gottesstaat war ein korruptes Feudalsystem, das seine ärmlichen Untertanen knechtete.
Von David Signer

…Zweifel an der vielgerühmten Weisheit des Dalai Lama lässt auch die «Shugden-Affäre» aufkommen. Im Sommer 1996 verbot er seinen Leuten, auf Anraten des Staatsorakels, die Verehrung der Schutzgottheit Dorje Shugden..

Dorje Shugden – Eine wiederentdeckte Geschichte

Im Verlauf der letzten 30 Jahre haben tibetische Politiker und und ihre Anhänger versucht die Geschichte des erleuchteten Dharma-Beschützers Dorje Shugden umzuschreiben. Sie haben versucht, ihn als weltliche Gottheit darzustellen, die erst seit kurzem bekannt ist und sogar als bösen Geist.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Dank der großartigen Arbeit von Trinlay Kalsang, einem Gelehrten des tibetischen Buddhismus, werden jetzt die historischen Tatsachen über Dorje Shugden in allen Details veröffentlicht. Er hat das Vermächtnis an Ritualen, historischen Werken und Kunst untersucht, das der Praxis von Dorje Shugden in den vergangenen Jahrhunderten gewidmet wurde.

Die Website von Trinlay Kalsang Dorje Shugden History wurde diese Woche gestartet. Einige hervorragende Artikel sind bereits veröffentlicht und eine lange Reihe weiterer ist angekündigt. Wir danken ihm für seine akribischen Untersuchungen und Übersetzungen der tibetischen Werke. Erst langsam wird wohl deutlich werden, in welch ungeheuerlichem Ausmaß Dorje Shugden und seine Verehrer in den letzten 30 Jahren falschen Anschuldigen ausgesetzt waren. Insbesondere gab es eine Reihe von akademischen Veröffentlichungen, die zahlreiche, unkorrekte historische Informationen enthalten und ein negatives Bild der Gottheit Dorje Shugden in der Öffentlichkeit verschuldet haben. Darunter The Shuk-den Affair von George Deyfus und Prof. Michael v. Brücks Aufsatz Die Kontroverse um Shugden.

Die Website von Trinlay Kalsang www.dorjeshugdenhistory.org ist gegenwärtig nur auf Englisch zu lesen, aber wir hoffen, dass es bald eine deutsche Übersetzung geben wird und wir versuchen zumindest Teile seiner Arbeit hier in diesem Blog auf Deutsch zu veröffentlichen.

Aus der Einleitung:
Dorje Shugden is a protector deity (srung ma) that came to be propitiated principally by the Sakya and Gelug sects starting in the 17th and 18th centuries. Since that time, a legacy of rituals, historical works and art have been dedicated to the practice of this deity. Although there are many texts that reveal the gradual development of the system of ritual for this deity, much of this has not been brought out in the open for examination. Examination of the important details from these texts is necessary to reconstruct a more complete history, as the history presented thus far by scholars has been partial in order to paint particular constructions that concur with events in the 20th century.

Neue Meldungen zum Gerichtsverfahren gegen den Dalai Lama in Neu Delhi, Indien

Neue Meldungen zum Gerichtsverfahren gegen den Dalai Lama in Neu Delhi, Indien (auf der Grundlage eines Artikels im Shugden Society Blog

Nachstehend einige Neue Nachrichten zum Gerichtsverfahren gegen den Dalai Lama die aus einer gut informierten Quelle in Neu Delhi stammen. Wie u.a. im Nachrichtensender Al Dschasira berichtet wurde, haben Dorje Shugden Verehrer in Indien eine Klage gegen den Dalai Lama aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen der Religionsfreiheit von Dorje Shugden Praktizierenden eingereicht.

Der Dalai Lama hat schließlich durch seinen Anwalt am 19. Dezember 2008 eine Antwort an den Obersten Gerichtshof in Neu Delhi gesandt. Dies war genau neuneinhalb Monate nachdem er eine Benachrichtigung des Gerichtshofes erhalten hatte, die ihn zu seinen Handlungen in Verbindung mit dem Verbot der Dorje Shugden Praxis befragte und ihn zu einer Antwort aufforderte. Seine Antwort war nicht schlüssig und unverantwortlich!

Zunächst war es Samdhong Rinpoche, der angebliche Premierminister der tibetischen Exilregierung, der im Namen des tibetischen Oberhauptes antwortete. Der Dalai Lama selbst hat sich ausgeschwiegen. Die Antwort selbst ist eine kuriose Zusammenstellung von Verleugnungen und Verdrehung von allgemein bekannten Tatsachen. Im Schreiben wird behauptet, dass der Gerichtshof keine Zuständigkeit in Religionsangelegenheiten hat – das Verbot sei eine religiöse Verordnung des tibetischen Oberhauptes, der ein Mandat besitzt, das tibetische Volk im religiösen und politischen Bereich zu führen.

Andererseits wird im Schreiben von Samdhong vehement verleugnet, dass der Dalai Lama überhaupt jemals ein Verbot erlassen oder ein Referendum angeordnet habe. Samdhong behauptet, dass es keinerlei Diskriminierung gäbe, keine Menschenrechtsverletzungen, keine Unterdrückung der Religionsfreiheit, keinem Dorje Shugden Praktizierenden wäre Arbeit verweigert worden, keine Studenten aus Schulen verwiesen! Die ca. 15 Mönche, denen der Zutritt zu einer tibetischen Flüchtlingssiedlung verweigert wurde, wären aufgrund eines Verbotes zurückgewiesen worden, das von den Klöstern erlassen wurde, nicht vom Dalai Lama.  (Ausführliche Informationen zu den Unterdrückungen hier im Blog sowie in den Websites der Dorje Shugden Vereinigungen. Siehe Links)

Der Premierminister hat sich eher darauf beschränkt, Kundeling Rinpoche und Lama Gangchen Rinpoche einer unheiligen Allianz mit der chinesischen kommunistischen Regierung zu beschuldigen. Gemäß Samdhong haben die Missetaten und die Feindseligkeit dieses Duos es ermöglicht, dass derart hinterhältige Attacken gegen den heiligen Dalai Lama möglich wurden.

Um die makellosen Beziehungen des Dalai Lama zu attestieren, haben ihm fast alle tibetischen Ministerien Briefe ausgestellt, die dies bestätigen sollen. Es scheint auch einen obskuren Brief von einem indischen Minister zu geben. Die National Human Rights Commission of New Delhi (NHRC) behauptet, dass es keine Anschuldigungen gegen den Dalai Lama gibt. Ein Brief einer sogenannten Presse-Vereinigung die sich UBO nennt und ihre Sitz in der Schweiz haben soll, behauptet, dass die Dokumentation des Schweizer Fernsehens „Bruderzwist“ in der Reihe „10 vor 10“ einseitig und voreingenommen hinsichtlich der Kontroverse gewesen sei. (Die Videos hier im Blog auf der rechten Seite)

Es kann nur gehofft werden, dass sich das Gericht keinen Sand in die Augen streuen lässt und den Dalai Lama mit den Widersprüchen zwischen den offenkundigen Fakten der religiösen Unterdrückung und seinen Vernebelungsversuchen konfrontiert.

Die Shugden Praktizierenden sind in diesem Gerichtsverfahren jetzt wieder am Zug und eine Antwort wird vorbereitet.

Al Dschasira hat seinen Report über die Verfolgung der Dorje Shugden Verehrer durch den Dalai Lama zu einem der zwei besten Berichte des Jahres 2008 gewählt und angekündigt weiter über das Gerichtsverfahren zu berichten.

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Vor ca. einem Jahr wurde die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht. Wir bringen diesen Beitrag in diesem Blog, da derartige „Abstimmungen“ nach wie vor stattfinden, wodurch die Anhänger von Dorje Shugden in ihrer Religionsfreiheit verletzt werden. Hunderte Mönche sind als Folge solcher „Abstimmungen“ aus ihren Klöstern ausgeschlossen worden.

Das Kloster Tashi Lhunpo wehrt die Dolgyal-Praxis ab
Pressemitteilung/ Kloster Tashi Lhunpo, Montag 28.01.2008
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Am 22. Januar versammelten sich alle Mönche des Klosters Tashi Lhunpo im indischen Exil, um über die Angelegenheit von Dorje Shugden zu beraten.

Das Kloster Tashi Lhunpo, welches immer dem Wohlergehen seiner Heiligkeit und der Politik der Zentralregierung gewidmet war, erklärte formell, dass der problematische Dolgyal Shugden von den Mönchen des Klosters nicht verehrt wird oder in Zukunft verehrt werden wird.

Am Abend des 22. Januar versammelte sich die gesamte Gemeinschaft in der Gebetshalle und vor den Bildern von Gyalwa Gedun Drup, dem 10. Panchen Lama sowie Tashi Lhunpos Beschützergottheit Palden Lhamo, legte jeder einzelne Mönch einen formalen Schwur ab, dass er sich auf Dolgyal Shugden unter keinen Umständen verlassen wird und ihn nicht praktizieren oder verehren.

stick-vote-2Am 26. Januar legten die Mönche des Klosters Tashi Lhunpo abermals Schwüre ab, indem sie Holzstöcke (tshul-shing) zogen und auszählten. Diesmal in der Anwesenheit von religiösen und politischen Würdenträgern der Exilregierung. Dies wurde getan, um den bereits bekannten Standpunkt zu bestätigen, dass Dolgyal Shugden nicht von den Mönchen des Klosters Tashi Lhunpo verehrt wird.

Abschliessend teilte das Büro des Klosters mit, dass das Kloster Tashi Lhunpo keinerlei Form von Beziehung mit Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen pflegen will, die mit Dolgyal Shugden arbeiten.

Die Abstimmungen mit den Stimmstöcken finden öffentlich statt. Die Teilnehmer müssen einen gelben oder roten Stock aufnehmen, um ihre Entscheidung zu zeigen. Es gibt keine vorherige Diskussion, keinerlei demokratische Verfahren, um Kompromisse zu finden und keinerlei juristische Einspruchsmöglichkeiten. Ein ausführlicher Artikel, der die Gültigkeit dieser Abstimmungen untersucht, folgt in Kürze.

Ein Vidoe über die Abstimmungen mit Stimmstöcken und die Schwur- und Unterschriftsaktionen

Siehe auch Artikel „Erzwungene Unterschrifts- und Identitätsausweis Kampagne

Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis durch den Dalai Lama

Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis

durch den Dalai Lama

„Die Klöster sind gesäubert“
Augenzeugenbericht von Anfang September 2008

Ein ungefähr 30 Jahre alter Mönch kam aus einem Gelug-Kloster in Manali (Indien) in das tibetische Kinderdorf,  in Patikuhl, Kulu Manali, welches den SOS-Kinderdörfern angeschlossen ist.

Er war von der örtlichen Gruppe des Tibetan Youth Congress (TYC) eingeladen worden, um Studenten zu überzeugen, durch Unterschriften und Schwüre die Praxis von Dorje Shugden aufzugeben.

Der TYC ist mit 70.000 Mitgliedern eine der größten Nicht-Regierungsorganisationen der tibetischen Exilgemeinschaft und seit 1996 an der Verfolgung und Ausgrenzung von Verehrern des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden beteiligt. Da die Exilregierung selbst keine Exekutive hat, verwendet sie den TYC und ähnliche Organisationen, um ihre Entscheidungen in der Exilgemeinschaft durchzusetzen.

Der in das Kinderdorf eingeladene Mönch hielt eine Rede vor den Studenten und Lehrern:

Die Klöster Drepung, Sera und Ganden sind gesäubert worden. Unser Kloster wurde ebenfalls gesäubert. Darüber gibt es nicht den geringsten Zweifel…. Ihr solltet ebenfalls nicht den Dämon Shugden verehren.“

Der Mönch brachte ein Thangka-Bild, das einen Beschützer darstellte, der auf den am Boden liegenden Dorje Shugden trampelt. Er zeigte ihn den Studenten und Lehrern und sagte:

Auf Dorje Shugden wird getrampelt, weil er ein Dämon ist; nicht etwa, weil der Maler einfach gemalt hat was er wollte.“

Viele Leute verehren diese Gottheit nicht mehr. Aber einige Organisationen und die Leute aus der Provinz Chating mögen den Dalai Lama nicht und deshalb verehren sie immer noch Shugden. Deshalb solltet ihr alle Beziehungen zu den Leuten aus der Provinz Chating beenden.“

Jeder muss den Worten seiner Heiligkeit dem Dalai Lama folgen, der uns sagt, dass wir diese Gottheit nicht verehren sollen …

Ich bin hier vom TYC aus Manali eingeladen worden, der mich gebeten hat, euch zu erklären wie schlecht die Verehrung von Shugden ist. Zusammen mit euren Unterschriften müsst ihr vor Palden Lhamo [einer anderen Gottheit] und den drei Juwelen schwören, dass ihr die Gottheit nicht verehrt.“

Die Angestellten und Lehrer gaben als erstes ihre Unterschriften und legten Schwüre ab, dass sie Shugden nicht verehren würden. Dann wurden die Studenten gerufen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Viele Studenten wussten nichts darüber, aber ihnen wurde gesagt:

Der Dalai Lama hat gesagt, dass Shugden ein Dämon ist und du ihn nicht verehren sollst. Deshalb musst du hier nach vorne kommen und eine Unterschrift und einen Schwur leisten, dass du ihn nicht verehrst.“

Die Studenten haben sich dann aufgestellt um zu unterschreiben und den Schwur zu leisten.

Der Mönch und die Mitglieder des TYC aus Manali reisten am Nachmittag ab und sagten, dass sie noch woanders eine Unterschriften- und Schwurkampagne hätten.

Der Manali-TYC hat Eigentümern von Läden und Restaurants mitgeteilt, dass sie zum Kloster kommen sollten, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten, Dorje Shugden nicht zu verehren und keinerlei spirituelle oder materielle Bindungen mit Shugden-Anhängern zu haben.

Ein Restaurantbesitzer sprach mit dem Augenzeugen:

Wenn Du Shugden verehrst, hast Du Erfolg und Glück in diesem Leben, aber wenn Du stirbst, gehst Du direkt zur Hölle!

Gegen 17.00 Uhr Nachmittags kamen die Mitglieder des TYC zurück zum Kinderdorf und forderten diejenigen auf, die noch nicht ihre Unterschriften und Schwüre geleistet hatten, dies jetzt zu tun.

Ein spanischer Journalist besuchte die Dorje Shugden Society, um ihre Mitglieder über die Dorje Shugden-Angelegenheit zu interviewen. Er war in Manali, als sich der Vorfall ereignete. Er berichtete, dass der Manali-TYC die Bevölkerung gezwungen hatte zum Kloster zu kommen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Den Leuten wurde gesagt, dass sie ihre Läden und Restaurants schließen sollten, und wenn jemand nicht kommt, wird die Öffentlichkeit aufgefordert werden ihr Geschäft zu boykottieren.

Der Journalist war geschockt, als er dies hörte.

Die Tibeter sagen, dass sie auf dem Weg der Demokratie Fortschritte machen, aber sie setzen die Leute unter Zwang. Ich wusste nicht viel über Dorje Shugden. Als ich über das Verbot der Shugden-Praxis hörte, wollte ich mehr herausfinden.“

Der Journalist befragte die Leute in Manali, wer diese Kampagne organisiert hatte und was der Nutzen sei, diese Gottheit zu verbieten? Er bekam keine Antwort, und die Leute schienen feindlich zu reagieren. Er sagte, er habe entdeckt, dass tibetische Religion und Politik vollkommen vermischt sind.

Deutsche Übersetzung der Dokumentation des Nachrichtensenders Al Jazeera mit dem Titel ‚The Devil Within‘ in der Reihe ‚People and Power‘, September 2008

Deutsche Übersetzung der Dokumentation des Nachrichtensenders Al Jazeera mit dem Titel’The Devil Within‘ in der Reihe ‚People and Power‘, September 2008

Hallo und Willkommen!

Der Dalai Lama wird von seinem Volk als Held verehrt und ist weltweit für seine friedliche Philosophie respektiert. Aber eine ganze Anzahl von buddhistischen Exiltibetern, die in Indien leben, glauben nicht mehr an seine Führung. Sie beschuldigen ihn der religiösen Diskriminierung.

Im Mittelpunkt des Konfliktes steht die buddhistische Gottheit Shugden. Von den einen als Gottheit betrachtet und von anderen als Dämon.

Der Dalai Lama hat die Verehrung von Shugden verboten. Im Mai [2008] wurden 400 Mönche aufgrund ihres religiösen Glaubens aus den Klöstern geworfen und Shugden-Anhänger werden von anderen tibetischen Buddhisten verstoßen.

Auf den Straßen des tibetischen Flüchtlingscamps in Bylakuppe in Südindien, ist Delek Tong, ein buddhistischer Mönch der Shugden verehrt, nicht mehr willkommen.

Delek Tong: „Schaut Euch dieses Schild an, es heißt: ‚Shugden-Verehrer haben keinen Zutritt’“.

„Hallo, ich verehre Shugden, darf ich hereinkommen?“

Verkäuferin: „Nein, es tut mir leid, ich will weder Dich noch irgendwelche Shugdens in meinem Laden.“

Der Dalai Lama hat die tibetische Gemeinde aufgefordert, die Verehrung der 400 Jahre alten Gottheit Shugden aufzugeben.

Delek Tong: „Als Du dem Rat des Dalai Lama gefolgt bist, hast Du damit nicht vergessen, dass wir Shugden-Verehrer ebenfalls Tibeter wie Du sind?“

In der Praxis heißt das, dass Delek Tong diesen Laden aufgrund seines religiösen Glaubens nicht betreten darf.

Verkäuferin: „Ich habe einen Schwur abgelegt und ich will nichts mit den Shugden-Leuten zu tun haben, die der tibetischen Sache schaden. Ich werde nicht alles tun, was [der Dalai Lama] sagt, aber er sagt die Wahrheit. Ich bin nicht jemand, der einfach blind jemandem glaubt. Ich glaube jemandem, der die Wahrheit sagt. Hier sagt der Dalai Lama immer die Wahrheit.“

Anderer Mönch: „Was denkst Du was Du machst? Schämst Du Dich nicht? Wir sind beide Tibetische Mönche. Der Dalai Lama ist unser einziger Beschützer.“

Delek Tong: „Ich verstoße nicht gegen die Unterweisungen Buddhas.“

Anderer Mönch: „Du hast hier nichts zu suchen. Es gibt bestimmte Regeln bei der Verehrung von Gottheiten. Wenn Du es nicht richtig machst, wird Deine Gottheit der Teufel.“

Für die einen ist Shugden eine Gottheit, die vor Schaden schützt. Für die anderen, die den Unterweisungen des Dalai Lama folgen, ist Shugden einfach ein Geist, der Böses bringt.

Anderer Mann: „Dies ist eine heikle Sache. Filmen ist nicht verboten, aber diese Shugden-Leute zu filmen kann eine Menge Probleme machen. Seid vorsichtig, was ihr vor der Kamera sagt. Wir haben kritische Zeiten. Könnt Ihr bitte aufhören [zu filmen]. Sonst zerschlage ich diese Kamera. Ich habe gesagt, ich lehne dies ab, und ihr macht immer noch weiter Bilder.“

Diese Gottheit steht jetzt im Mittelpunkt der Kontroverse. Einerseits will der Dalai Lama sie verbieten; andererseits gibt es weltweit etwa 4 Millionen Menschen, die Dorje Shugden verehren.

Gemäß der buddhistischen Tradition kam ein verstorbener Mönch als Geist zurück und wurde vom 5. Dalai Lama zur Gottheit erklärt. Seither wurde Shugden als Beschützer-Gottheit verehrt.

Die Verehrung von Shugden ist ein heikles Thema, das in der tibetischen Exilgemeinde Spannungen verursacht. Im Januar dieses Jahres [2008] hat der Dalai Lama sein Volk aufgefordert mit der  Verehrung dieser 400 Jahre alten Gottheit aufzuhören, um die Spannungen zu beenden.

Dalai Lama: „Ich selbst habe Shugden verehrt. Der Geist hat mich sehr gerne gehabt. Ich habe aber erkannt, dass es ein Fehler war. Deshalb habe ich aufgehört. Vor kurzem haben Klöster furchtlos Shugden-Mönche ausgestoßen, wo es nötig war. Ich unterstütze diese Handlungen voll und ganz. Ich lobe sie. Wenn es Klöstern schwerfällt, Maßnahmen zu ergreifen, sagt ihnen, der Dalai Lama ist dafür verantwortlich. Die Shugden-Anhänger sind dazu übergegangen zu töten und zu schlagen. Sie legen Feuer. Und erzählen endlose Lügen. Das ist es, woran die Shugdens glauben. Das ist nicht gut.“

Für Mai und ihre Familie bleibt Shugden ein Beschützer. Ihre Familie hat diese Gottheit seit Generationen verehrt. Weil sie die Regelung des Dalai Lamas abgelehnt haben, sind sie aus ihrer Gemeinde ausgestoßen worden.

„Sie haben für uns gesonderte Regeln gemacht. Sie sagen, niemand darf mit uns sprechen. Und niemand sollte irgendwelchen Kontakt mit uns haben.“

„Wenn er [Dalai Lama] wirklich ein Buddha ist, wenn er wirklich eine Gottheit ist, würde er nicht solche Probleme machen. Er würde uns nicht solche Schwierigkeiten machen. Wenn er der Buddha ist, würde er keinem Menschen irgendwelche Probleme machen.“

„Der Dalai Lama ist unfair und eigensüchtig. Er folgt nur seinen eigenen Wünschen.“

Die Entscheidung, die Verehrung von Shugden zu verbieten, wurde hier in Dharamsala getroffen. Seit 1960 gibt es 46 Parlamentsabgeordnete, die hier arbeiten um die Angelegenheiten Tibets und der hier lebenden Flüchtlinge zu entscheiden. Dies ist das Herz der tibetischen Demokratie.

Reporter: „Haben Sie über Shugden im Parlament debattiert?“

Tsultrim Tenzin (Abgeordneter des Parlamentes): „Es gab keine Streitpunkte. Es gab keine Streitpunkte. Wenn es eine Opposition gibt, dann gibt es Streitpunkte, aber es gibt keine Opposition. Wir haben keine Zweifel über die Entscheidungen des Dalai Lama. Wir denken nicht, dass er ein menschliches Wesen ist. Er ist ein überirdisches Wesen und er ist eine Gottheit. Er ist Avalokiteshvara. Er hat keine Eigeninteressen. Er denkt immer an andere. Alle sind glücklich. In unserem System sind alle glücklich, weil es volle Demokratie gibt. Jeder darf zum Ausdruck bringen, was immer er möchte.“

Warum werden also Shugden-Leute in der Gemeinschaft diskriminiert? Wir haben den Premierminister gefragt, was er über die Schilder denkt, die an den Läden angebracht sind.

Samdhong Rinpoche, tibetischer Premierminister (liest das Schild): „Das ist wahr, ‚Personen, welche die Verehrung des Geistwesens nicht aufgegeben haben, kommen bitte nicht in dieses Geschäft‘. Das ist sehr klar. Warum sollten sie dann in dieses Geschäft gehen? Das ist unfair von ihnen. Viele Shugden-Verehrer werden Terroristen und sind bereit jeden zu töten. Sie sind bereit jeden zu schlagen. Es ist sehr klar, dass es jetzt Leute gibt die Shugden verehren und der Führung der VR China sehr nahe stehen. Das ist klar.“

Mit der VR China in Verbindung zu stehen ist die schlimmste Form des Hochverrats in den Augen der tibetischen Exilregierung.

Kein Shugden-Verehrer ist jemals aufgrund von Terrorismus angeklagt oder auch nur untersucht worden, aber dennoch leben die Mönche, die weiterhin Shugden verehren, als unschuldige Opfer in Schimpf und Schande.

Delek Tong: „Auf den Plakaten heißt es, dass wir Beziehungen zur chinesischen Regierung haben. Wir haben nichts mit China zu tun. Es gibt keinerlei Beweise, aber dennoch belästigen und bedrohen uns viele Leute.“

Aus Furcht um ihr Leben, haben sich diese Shugden-Mönche in einem Kloster in Südindien versteckt, wo sie Zuflucht gesucht haben, nachdem sie aus ihrem Kloster verwiesen wurden.

Jetzt haben diese Mönche, die hier in Indien leben, die Angelegenheit in ihre eigenen Hände genommen. Sie haben beschlossen, den Dalai Lama vor Gericht zu bringen, mit der Anklage, er verletze ihre Religionsfreiheit.

Thubten unterstützt eine Kampagne, um Belege für religiöse Diskriminierung zu sammeln.

Thubten: „Warum ich hier bin? – ich arbeite sehr hart für die Religionsfreiheit. Ich kämpfe für Religionsfreiheit, deshalb bin ich hier. Es gibt hier keine Chance für Religionsfreiheit. Wenn Du gegen die tibetische Exilregierung um Religionsfreiheit kämpfst, dann werden automatisch Plakate mit Deinem Bild aufgehängt und jeder sagt: ‚Sprich nicht mit ihnen. Höre nicht auf sie‘. Deshalb haben wir keine Chance der Welt unsere Wahrheit mitzuteilen.“

Mit der Hilfe des Rebellenmönches Kundeling Rinpoche bringen sie den berühmtesten ehemaligen Shugden-Verehrer – den Dalai Lama selbst – vor Gericht.

Kundeling Rinpoche: „Es gibt keine Demokratie. Der Mann, der Dalai Lama, redet über Demokratie, redet über Mitgefühl, redet über Dialoge, redet über Verständnis, redet über Lösungen, aber für uns gibt es keine Lösung. Gibt es keinen Dialog, gibt es kein Verständnis, gibt es kein Mitgefühl, denn in seiner Wahrnehmung sind wir keine Menschen. Wir sind nur böse. Wir sind böse und sind chinesische Agenten. Genau das ist der Fall. So einfach ist das.“

Nur wenige Tage vor der Anhörung des Dalai Lama vor dem Obersten Gericht, treffen sich Kundeling und Thubten mit ihrem Anwalt. [Der Gerichtstermin wurde auf Antrag des Dalai Lama vertagt und steht noch aus].

Shree Sanjay Jain: „Es ist mit Sicherheit ein Fall von religiöser Diskriminierung, in der Hinsicht, wenn sie innerhalb ihrer religiösen Sekte sagen, dass diese spezifische Gottheit nicht verehrt werden soll, und versucht wird, die Personen, die den Wunsch haben sie zu verehren, aus dem Hauptstrom des Buddhismus zu exkommunizieren, dann ist dies eine Diskriminierung der schlimmsten Art.“

Ganz gleich, wie dieses Gerichtsverfahren ausgeht – in einem Land in dem Millionen von Gottheiten verehrt werden, zu versuchen eine Gottheit zu verbieten ist eine verlorene Schlacht. Eine Schlacht, in der viele buddhistische Mönche ihr Vertrauen in den Dalai Lama verloren haben.

Anfang dieses Monats haben die Anwälte des Dalai Lamas eine dreimonatige Vertagung des Falles mit der Begründung seiner Krankheit beantragt. Die Anhörung wird am 9. Dezember sein, und wir werden weiter darüber berichten.