Die Geschichte Dorje Shugdens jetzt in deutscher Übersetzung

Unter www.dorjeshugdenhistorie.org ist jetzt die deutsche Übersetzung der geschichtlichen Entwicklung der Praxis von Dorje Shugden erhältlich. Der buddhistische Gelehrte Trinley Kalsang hat in sorgfältiger und detaillierter Arbeit eine Reihe von Artikeln über bedeutende Meister vom 17. – 20. Jahrhundert zusammengestellt, welche die Entwicklung der Dorje Shugden Verehrung, die wichtigsten historischen Texte und Rituale, die Entwicklung der Ikonografie usw. aufzeigen.

Für viele Anhänger des Weisheitsbuddha Dorje Shugden waren die bestehenden Kommentare und Gebetstexte ausreichend, um vertrauensvoll zu praktizieren. Für diejenigen, die gerne ausführlicheren geschichtlichen Hintergrund studieren, bieten die Texte von Trinley Kalsang eine Fülle von Inspiration.

Insbesondere die Kritiker und Zweifler sind herzlich eingeladen, einen prüfenden Blick auf dieses historische Material zu werfen, da ausführlich belegt wird, dass es sich bei Dorje Shugden um ein seit Jahrhunderten verehrtes heiliges Wesen handelt, auf das sich viele der größten Meister der Sakya-, Gelug- und auch Kagyü-Tradition als Weisheitsbeschützer verlassen haben.

Die Kritiker haben 200 Jahre Geschichte „vergessen“

Sämtliche bislang publizierten kritischen akademischen Werke von Michael v. Brück, Dreyfus, Kay, etc. haben gemeinsam, dass sie etwa 200 Jahre geschichtliche Entwicklung dieser Praxis zwischen 1700 und 1900 „vergessen“ und die Verehrung von Dorje Shugden als heiliges Wesen als eine „Erfindung“ Je Pabongkhapas darstellen. Alle kritischen akademischen Werke unterstellen, dass es keinerlei Belege dafür gibt, dass Dorje Shugden bereits früher als erleuchteter Beschützer verehrt wurde.

Die von Trinley Kalsang präsentierten historischen Texte – die sämtlich in öffentlichen Büchereien zugänglich sind! – zeigen aber klar, dass Dorje Shugden bereits seit dem 17. Jahrhundert als erleuchtetes Wesen verehrt wurde – als Ausstrahlung von Avalokiteshvara, Vajrapani und Manjushri.

Advertisements

Verehrte Lamas der Gelug-Tradition singen Gebete an Dorje Shugden

Seine Heiligkeit Kyabje Trijang Rinpoche chanted Gebete an den Dharma-Beschützer Dorje Shugden und Song Rinpoche lehrt, wie man die Puja für Dorje Shugden ausführt


„Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!“ Berichte über Je Pabongkhapa und seine Schüler

Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!

Ein vor kurzem gestarteter Blog präsentiert Zitate, Biografien und historisches Material zum Thema Dorje Shugden. Die Zeile „Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!“ stammt aus den Schriften des großen Sakya Meisters Sachen Kunga Lodro. Er ermutigte die Gelehrten und Meditierenden seiner Zeit, sorgfältig die Frage zu untersuchen, ob Dorje Shugden ein Buddha ist. Da in den letzten Jahrzehnten insbesondere Je Pabongkhapa, einer der großen Meister der Überlieferungsline von Dorje Shugden, öffentlich kritisiert wurde, mag es hilfreich sein, mehr über ihn und seine Schüler zu erfahren.

Den neuen Blog finden Sie hier: Gelehrte und Yogis – Bitte prüft!

Dorje Shugden – Eine wiederentdeckte Geschichte

Im Verlauf der letzten 30 Jahre haben tibetische Politiker und und ihre Anhänger versucht die Geschichte des erleuchteten Dharma-Beschützers Dorje Shugden umzuschreiben. Sie haben versucht, ihn als weltliche Gottheit darzustellen, die erst seit kurzem bekannt ist und sogar als bösen Geist.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Dank der großartigen Arbeit von Trinlay Kalsang, einem Gelehrten des tibetischen Buddhismus, werden jetzt die historischen Tatsachen über Dorje Shugden in allen Details veröffentlicht. Er hat das Vermächtnis an Ritualen, historischen Werken und Kunst untersucht, das der Praxis von Dorje Shugden in den vergangenen Jahrhunderten gewidmet wurde.

Die Website von Trinlay Kalsang Dorje Shugden History wurde diese Woche gestartet. Einige hervorragende Artikel sind bereits veröffentlicht und eine lange Reihe weiterer ist angekündigt. Wir danken ihm für seine akribischen Untersuchungen und Übersetzungen der tibetischen Werke. Erst langsam wird wohl deutlich werden, in welch ungeheuerlichem Ausmaß Dorje Shugden und seine Verehrer in den letzten 30 Jahren falschen Anschuldigen ausgesetzt waren. Insbesondere gab es eine Reihe von akademischen Veröffentlichungen, die zahlreiche, unkorrekte historische Informationen enthalten und ein negatives Bild der Gottheit Dorje Shugden in der Öffentlichkeit verschuldet haben. Darunter The Shuk-den Affair von George Deyfus und Prof. Michael v. Brücks Aufsatz Die Kontroverse um Shugden.

Die Website von Trinlay Kalsang www.dorjeshugdenhistory.org ist gegenwärtig nur auf Englisch zu lesen, aber wir hoffen, dass es bald eine deutsche Übersetzung geben wird und wir versuchen zumindest Teile seiner Arbeit hier in diesem Blog auf Deutsch zu veröffentlichen.

Aus der Einleitung:
Dorje Shugden is a protector deity (srung ma) that came to be propitiated principally by the Sakya and Gelug sects starting in the 17th and 18th centuries. Since that time, a legacy of rituals, historical works and art have been dedicated to the practice of this deity. Although there are many texts that reveal the gradual development of the system of ritual for this deity, much of this has not been brought out in the open for examination. Examination of the important details from these texts is necessary to reconstruct a more complete history, as the history presented thus far by scholars has been partial in order to paint particular constructions that concur with events in the 20th century.

Zehn einfache Gründe, warum Dorje Shugden ein Buddha ist

ZEHN EINFACHE GRÜNDE WARUM DORJE SHUGDEN EIN BUDDHA IST

1. Dorje Shugden ist die letzte Inkarnation in einer Reihe erleuchteter Meister

Dorje Shugden entstand aus einer Inkarnationslinie von erleuchteten Lehrern. Wie der hoch realisierte Meister Tagpa Kelsang Khedrub Rinpoche sagt:

Du hast Dich in verschiedenen Aspekten manifestiert,
Als indische und tibetische Meister,
Wie Manjushri, Mahasiddha Biwawa, Sakya Pandita,
Butön Rinchen Drub, Duldzin Dragpa Gyaltsen, Panchen Sönam Dragpa und viele andere
.

Ihre Lebensgeschichten sind im Buch „Herzjuwel“ (Tharpa Verlag) erklärt. Da er aus einer erleuchteten Überlieferungslinie entstammt, ist auch Dorje Shugden ein Buddha.

2. Dorje Shugden konnte vom 5. Dalai Lama und anderen Lamas nicht unterworfen werden

Als sich Ngatrul Dragpa Gyaltsen, die letzte menschliche Inkarnation der Überlieferungslinie, als Dharma-Beschützer Dorje Shugden manifestierte (so wie er es prophezeit hatte), entwickelte der 5. Dalai Lama anfänglich die falsche Vorstellung, dass er ein Geist sei und versuchte ihn zu unterwerfen, indem er zornvolle Feuerpujas ausführte. Obwohl er selbst und viele hohe Lamas versuchten Dorje Shugden zu zerstören, gelang es ihnen nicht, weil er ein Buddha ist. Das wird von Tagpa Kelsang Khedrub Rinpoche in seiner Lobpreisung Dorje Shugdens namens „Unendliche Äonen“ erklärt:

Und obwohl vier unangefochtene Tantrische Meister
Mit Konzentration zornvolle Rituale begannen um Dich zu unterwerfen,
Wurdest Du aufgrund Deiner Kraft, die zwei Stufen Guhyasamajas vollendet zu haben,
Nicht zum Schweigen gebracht und offenbartest Zeichen des Heldentums; gepriesen seist Du!

3. Dorje Shugdens Form lehrt die Pfade von Sutra und Tantra

Dorje Shugdens Form lehrt die vollständigen Stufen des Pfades von Sutra und Tantra; die Formen weltlicher Wesen besitzen keine solchen Qualitäten.

Er erscheint als vollordinierter Mönch, um zu zeigen, dass die Praxis reiner moralischer Disziplin essentiell ist, für diejenigen, die Erleuchtung erlangen wollen. In seiner linken Hand hält er ein Herz, das Großes Mitgefühl und spontane große Glückseligkeit symbolisiert – die Essenz aller Stufen des weiten Pfades von Sutra und Tantra. Sein runder, gelber Hut repräsentiert die Sichtweise Nagarjunas und das Weisheitsschwert in seiner rechten Hand lehrt uns Unwissenheit, die Wurzel Samsaras, mit der scharfen Klinge von Nagarjunas Sichtweise zu durchschneiden. Dies ist die Essenz aller Stufen des tiefgründigen Pfades von Sutra und Tantra. Er reitet einen Schneelöwen, der die vier Furchtlosigkeiten eines Buddhas symbolisiert.

Erklärungen der übrigen Merkmale können im Buch „Herzjuwel“ gefunden werden, wie auch die spezifische erleuchtete Funktion von jeder der 32 Gottheiten seines Mandalas, die in einem Gebet von Sachen Kunlo, einem der großen Sakya-Meister, erklärt sind.

Nur erleuchtete Wesen zeigen einen Aspekt, der voller Bedeutungen ist und den vollständigen Pfad zur Erleuchtung lehrt. Deshalb ist Dorje Shugden ein Buddha.

4. Dorje Shugden ist die Inkarnation der fünf Buddha-Familien

Dorje Shugden ist die Inkarnation der fünf Buddha-Familien und erscheint in fünf Formen, welche die fünf Familien symbolisieren. Diese Formen sind im Buch „Herzjuwel“ erklärt und werden die „Fünf Linien von Dorje Shugden“ genannt. Die Hauptgottheit Düldzin Dorje Shugden reitet einen Schneelöwen, Vairochana Shugden ist weiß und reitet einen Elefanten, Ratna Shugden ist gelb und reitet ein Palominopferd, Pema Shugden ist rot und reitet einen türkis-farbenen Drachen, Karma Shugden ist dunkelrot und reitet einen zornvollen Garudavogel. Diese Formen symbolisieren auch Dorje Shugdens Erlangungen der befriedenden, vermehrenden, kontrollierenden und zornvollen Handlungen, sowie die erhabene Erlangung der Erleuchtung, welche durch die Hauptform Düldzin symbolisiert wird.

Da Dorje Shugden eine Manifestation der fünf Buddha-Familien ist, gibt es keinen Zweifel, dass er die gleiche erleuchtete Natur wie Buddha Vajradhara besitzt.

5. Dorje Shugden hat die gleiche Natur wie Manjushri, Je Tsongkhapa, Mahakala und Kalarupa

Dorje Shugden hat die gleiche Natur wie Je Tsongkhapa – sie sind die gleiche Person, die unterschiedliche Funktionen ausführt. In vielen Sadhanas von Dorje Shugden heißt es, dass Dorje Shugden die Verkörperung von „Guru, Yidam und Beschützer“ ist, wobei sich „Guru“ spezifisch auf Je Tsongkhapa bezieht. Wenn wir die Sadhana von Dorje Shugden praktizieren, praktizieren wir indirekt den Guru-Yoga von Je Tsongkhapa. Gelugpa-Praktizierende, die aufrichtiges Vertrauen in Dorje Shugden haben, werden keine Schwierigkeiten haben, unerschütterliches Vertrauen in Je Tsongkhapa und seine Lehre zu entwickeln.

Sowohl Je Tsongkhapa („friedvoller Manjushri“), als auch Dorje Shugden („zornvoller Manjushri“) sind Manifestationen des Weisheitsbuddhas Manjushri, wie auch die Dharma-Beschützer vierarmiger Mahakala und Kalarupa. Deshalb besitzen sie alle die gleiche erleuchtete Natur.

6. Dorje Shugdens Mandala-Gottheiten haben die gleiche Natur wie die Gottheiten des Körper-Mandalas von Lama Losang Tubwang Dorjechang

Dorje Shugdens Mandala-Gottheiten haben die gleiche Natur wie die Gottheiten des Körper-Mandalas von Lama Losang Tubwang Dorjechang, der in seiner Essenz Je Tsongkhapa ist.

Lama Losang Tubwang Dorjechang ist das hauptsächliche Zufluchtsobjekt in der gesegneten Gelugpa-Praxis „Darbringung an den Spirituellen Meister“ oder „Lama Chöpa“ auf tibetisch, die aus der Ausstrahlungsschrift Manjushris stammt. In dieser Praxis visualisieren wir innerhalb seines Körpers die 32 Gottheiten von Guhyasamaja. Diese 32 Gottheiten manifestieren sich als die 32 Gottheiten von Dorje Shugdens Mandala, was zeigt, dass Dorje Shugden die gleiche Natur wie Je Tsongkhapa und Guhyasamaja hat und somit ein voll erleuchtetes Wesen ist.

Unter den fünf Linien von Dorje Shugden, die oben erklärt wurden, ist Düldzin Dorje Shugden die Hauptgottheit, welche die Manifestation der Anhäufung des Bewusstseins von Lama Losang Tubwang Dorjechang ist. Die verbleibenden vier Linien sind Manifestationen von Lama Losang Tubwang Dorjechangs übrigen vier Anhäufungen. Je Tsongkhapa selbst manifestiert sich deshalb als ein erleuchteter Beschützer mit Gefolge um seine Ganden-Lehre zu schützen.

7. Die Praxis von Dorje Shugden wurde von Je Tsongkhapa im Reinen Land Tushita gelehrt

Dorje Shugden erschien als Hauptbeschützer der Tradition Je Tsongkhapas vor über 300 Jahren, zur Zeit des 5. Dalai Lama, der die erste Lobpreisung an ihn verfasste. Das gegenwärtige System von Ermächtigung und Verehrung stammt jedoch von einem großen Lama namens Tagpa Kelsang Khedrub Rinpoche. Lama Tagpo besuchte das Reine Land Tushita, wo er Je Tsongkhapa traf und eine Unterweisung erbat. Als Erwiderung hob Je Tsongkhapa das Tuch, welches die Vorderseite des goldenen Thrones bedeckte, auf dem er saß und die fünf Linien von Dorje Shugden kamen hervor. Dorje Shugden überlieferte dann die Praxis an Lama Tagpo, genau wie Maitreya die fünf philosophischen Hauptwerke an Asanga übertrug, als dieser in früheren Zeiten das Reine Land Tushita besuchte.

Lama Tagpo überlieferte diese Unterweisungen später an Pabonkhapa Dechen Nyingpo, der sie an Trijang Dorjechang Losang Yeshe weitergab – spiritueller Vater und Sohn. Von Trijang Rinpoche wurden sie an unsere heutigen Gelugpa-Lehrer weitergegeben.

8. Die höchsten Lamas, die selbst als erleuchtet anerkannt wurden, verließen sich auf Dorje Shugden

Anerkannte Gelugpa-Praktizierende von Dorje Shugden sind u.a. der 5. Dalai Lama, Kelsang Thubten Jigme Gyatso 1743-1811 (ein Tutor des 9.Dalai Lama), Losang Thubten Wangchuk Jigme Gyatso 1775 – 1813 (Oberhaupt der Gelugpa in der Mongolei), Ngulchu Dharmabadra, der indische Meister Shakya Shri Bhadra, der 11. Dalai Lama 1838 – 1856 (der Dorje Shugden als Beschützer der Gelugpa-Tradition einsetzte), Gyara Tulku Rinpoche, Tomo Geshe Rinpoche (der vom 13. Dalai Lama als Ausstrahlung Je Tsongkhapas angesehen wurde), Serkong Rinpoche (der vom 13. Dalai Lama als Vajradhara angesehen wurde),Tagpo Kelsang Khedrub Rinpoche, Pabongkha Rinpoche, Trijang Rinpoche, Ling Rinpoche, Khangsar Rinpoche, Tathag Rinpoche (Oberhaupt der tibetischen Regierung nach dem Tod des 13. Dalai Lama), Song Rinpoche, Lobsang Tamdin, Ribur Rinpoche, Khen Rinpoche Losang Tharchin, Lati Rinpoche, Geshe Rabten, Geshe Ngawang Dhargyey, Khensur Rinpoche, Khechog Rinpoche, Dagyab Rinpoche, Gelek Rinpoche, Lama Yeshe, Geshe Kelsang Gyatso, Yongyal Rinpoche, der 14. Dalai Lama (bis er über 40 Jahre alt war), Dagom Rinpoche, Gonsar Rinpoche, Gangchen Rinpoche und andere.

Alle diese Lamas wurden selbst als realisierte, heilige Wesen anerkannt, mit tausenden von tantrischen Schülern, welche sie als lebende Buddhas verehrten.

Fast alle heutigen Gelugpa-Lehrer sind direkt oder indirekt Schüler des großen Pabongkha Rinpoche und Trijang Rinpoches.

Der 14. Dalai Lama sagte, dass es „falsch“ von Pabongkha Rinpoche und Trijang Rinpoche war, Dorje Shugden zu verehren, aber sie wurden als Ausstrahlungen von Heruka bzw. Amitabha erkannt und waren die hauptsächlichen Linienhalter von Je Tsongkhapas Gelugpa Tradition zu ihrer Zeit. Wie können sie also falsch liegen?

9. Dorje Shugen führt die 27 Taten eines Buddhas aus

Der hoch realisierte Meister Tagpo Kelsang Khedrub Rinpoche verfasste einen Vers der Lobpreisung:

Mit tiefem Vertrauen verbeuge ich mich vor Dir, Vajradhara Dorje Shugden.
Obwohl Du bereits die Buddha-Ebene erlangt hast
Und die 27 Taten eines Buddhas ausführst,
Erscheinst Du in verschiedenen Formen, um dem Buddhadharma und Lebewesen zu helfen.

Diese 27 Taten, die in den Sutras der Vollkommenheit der Weisheit erklärt werden, beginnen damit, Lebewesen zu zeigen, wie man in den spirituellen Pfad zur Erleuchtung eintritt und reichen bis dahin, sie zur letztendlichen Erlangung der Buddhaschaft zu führen. Da Dorje Shugden alle diese 27 Taten ausführt, ist es klar, dass er ein Buddha ist.

Einige Leute sagen, dass Dorje Shugden Praktizierenden Schaden zugefügt hat, die sich von der Ganden-Tradition abgewendet haben, aber es gibt keine Beispiele dafür, dass  dies geschehen ist, während es viele Bespiele dafür gibt, wie Dorje Shugden Lebewesen beschützt hat. Beispielsweise war Dorje Shugden dafür verantwortlich, dass der Dalai Lama 1959 sicher von Tibet nach Indien gelangte.

Selbst heute gibt es viele buddistische Praktizierende, die ihre eigenen Geschichten berichten können, wie sie von diesem Beschützer vor Schaden bewahrt wurden. Dorje Shugdens Name bedeutet „Stärke besitzender Vajra“, was zeigt, dass er große Kraft und Stärke hat Buddhadharma zu verbreiten und den Menschen in diesen degenerierten Zeiten zu helfen.

10. Sich auf Dorje Shugden zu verlassen führt zu überirdischen Resultaten

Der Unterschied zwischen einem Dharma-Beschützer und einem weltlichen Beschützer ist, dass ersterer ein erleuchtetes Wesen ist, während letzterer es nicht ist. Weltliche Beschützer haben keine Fähigkeit den Buddhadharma zu verbreiten oder Dharma-Realisationen im Geist eines Praktizierenden zu schützen. Als Dharma-Beschützer ist es Dorje Shugdens Hauptfunktion unsere Dharma-Praxis zu beschützen und nicht unseren weltlichen Angelegenheiten zu helfen.

Dorje Shugden hilft, leitet und beschützt immer vertrauensvolle Praktizierende, indem er Segnungen gewährt, ihre Weisheit vergrößert, ihre tugendhaften Wünsche erfüllt und allen ihren tugendhaften Tätigkeiten zu Erfolg verhilft. Dorje Shugden hilft nicht nur Gelugpas; da er ein Buddha ist, hilft er allen Lebewesen.

Dorje Shugden hat Hindernisse beseitigt und die Bedingungen für das außerordentliche Wachstum der Lehre Je Tsongkhapas geschaffen, und vor allem für die Realisationen dieser Unterweisungen in diesem Zeitalter. Je Tsongkhapas Lehre verbreitet sich jetzt in der ganzen Welt. Beispielsweise entspringt jeglicher spiritueller Erfolg den Praktizierende der NKT, der FPMT und anderer Gelug-Organisationen genießen aus den Segnungen dieses Buddhas. (Lama Yeshe, der Gründer der FPMT verließ sich sein ganzes Leben lang aufrichtig auf Dorje Shugden).

Diejenigen, die sich auf Dorje Shugden verlassen, wissen dass ihre spirituellen Realisationen aus seinen Segnungen entstammen. Aber, wie in jeder Beziehung mit einem heiligen Wesen, kann dies nur von jemandem erfahren werden, der sich auf ihn mit starkem Vertrauen für lange Zeit verlässt und stetig seine Verbindung mit ihm aufbaut.

Gyara Tulku Rinpoche aus dem Kloster Drepung Loseling schrieb einen Dankesvers, dessen Inhalt von Dorje Shugden Praktizierenden in der ganzen Welt geteilt wird:

Zuerst gabst Du mir einen hoch qualifizierten spirituellen Meister,
Unter dem ich Dharma studiert und praktiziert habe.
Wenn ich durch das Befolgen falscher Ratschläge in Gefahr kam falsche Pfade zu betreten
Hast Du mich sofort auf den korrekten Pfad zurückgeholt.

Oh Düldzin, König des Dharmas, ich danke Dir für Deine Güte,
Dein Körper ist die Synthese aller Sangha-Juwelen,
Deine Rede ist die Synthese aller Dharma-Juwelen,
Und Dein Geist ist die Synthese aller Buddha-Juwelen.

Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän

Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän

Im nächsten Teil der Erklärungen über den Weisheitsbuddha Dorje Shugden, können Sie über seine Natur und Funktion lesen. Wiederum stellt dies klar, was für eine reine und nutzbringende Praxis die Verehrung dieses Beschützers ist. Seit dem 17. Jahrhundert wurde er als erleuchtetes Wesen verehrt, um die innere spirituelle Entwicklung zu schützen und zu fördern.

Lesen Sie über  “Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän” aus dem Buch ‘Herzjuwel’ (Tharpa Verlag, Zürich, Berlin)

DIE NATUR UND FUNKTION DES DHARMA-BESCHÜTZERS DORJE SHUGDÄN

Dorje Shugdän und die Gottheiten seines Mandalas besitzen die gleiche Natur wie die Gottheiten des Körper-Mandalas von Lama Losang Tubwang Dorjechang, der in seiner Essenz Je Tsongkhapa ist. Nach Je Tsongkhapas Tod hatte Khädrubje fünf Visionen von ihm, wobei er jedesmal in einem anderen Aspekt erschien. Später sah der große Yogi Dharmavajra Je Tsongkhapa im Aspekt von Lama Losang Tubwang Dorje­chang. Diesen Namen erhielt Je Tsongkhapa von Manjushri. Er weist darauf hin, daß Je Tsongkhapa sowohl die Ver­körperung von Eroberer Vajradhara als auch von Buddha Shakyamuni ist. «Losang Dragpa» ist Je Tsongkhapas Ordinationsname, «Tubwang» oder «Machtvoller Befähigter» ist ein Beiname Buddha Shakyamunis, und «Dorjechang» ist der tibetische Name Vajradharas. Lama Losang Tubwang Dorje­chang ist ein erleuchtetes Wesen und das wichtigste Feld für die Ansammlung von Verdiensten im Guru-Yoga der Darbringung an den Spirituellen Meister oder Lama Chöpa.

In Wirklichkeit stammt die Lama-Chöpa-Unterweisung aus Manjushris Emanationsschrift, worin besondere Anweisungen über Mahamudra enthalten sind. Die Emanationsschrift – sie kann von gewöhnlichen Wesen nicht gelesen werden – wurde Je Tsongkhapa direkt durch Manjushri enthüllt. Sie wurde dem jeweils folgenden Überlieferungslinien-Guru weitergegeben, und als sie den Ersten Panchen Lama, Losang Chökyi Gyaltsän, erreichte, entnahm er ihr die Unterweisungen über Lama Chöpa und den Urtext des Mahamudra, den Hauptpfad der Eroberer und schrieb sie in tibetischer Sprache nieder. Dies war ein Akt großer Güte, denn dadurch konnten gewöhnliche Wesen zum ersten Mal Lama Chöpa und die außergewöhnliche nahe Überlieferungslinie des Vajrayana-Mahamudra lesen und praktizieren. Der Guru-Yoga der Lama Chöpa ist eine der gesegnetesten Formen der Praxis innerhalb Je Tsongkhapas Tradition, da er die essentielle vorbereitende Praxis für Vajrayana-Mahamudra ist. Ein umfassender Kommentar zu dieser Praxis ist im Buch Große Schatzkammer der Verdienste enthalten.

Es gibt zweiunddreißig Gottheiten im Körper-Mandala Lama Losang Tubwang Dorjechangs, und diese Gottheiten manifestieren sich als die zweiunddreißig Gottheiten in Dorje Shugdäns Mandala. Dies erklärt Je Phabongkhapa, eine Ausstrahlung Herukas, in seinem Gebet an Dorje Shugdän:

Die Anhäufungen, Elemente, Quellen und Glieder Lama Losang Tubwang Dorjechangs
Erscheinen im Aspekt der Fünf Linien Dorje Shugdäns und seines Gefolges.
Mit der Erkenntnis, daß ich in Wirklichkeit den Yoga der zweiunddreißig Gottheiten des Körper-Mandalas praktiziere,
Bringe ich Euch diese Praxis dar, o Fünf Linien Dorje Shugdäns; bitte nehmt sie voller Freude an.

Der Zusammenhang zwischen den zweiunddreißig Gottheiten von Dorje Shugdäns Mandala und den Gottheiten von Lama Losang Tubwang Dorjechangs Körper-Mandala ist in Anhang II in einer Tabelle dargestellt.

Duldzin Dorje Shugdän ist die Hauptgottheit unter den Gottheiten der Fünf Linien Dorje Shugdäns. Er ist eine Mani­festation der Anhäufung des Bewußtseins von Lama Losang Tubwang Dorjechang. Vairochana Shugdän ist eine Manife­station der Anhäufung der Form von Lama Losang Tubwang Dorjechang, Ratna Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung des Gefühls, Päma Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung der Unterscheidung und Karma Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung der zusammensetzenden Faktoren.

In vielen Sadhanas Dorje Shugdäns heißt es, daß Dorje Shugdän die Verkörperung des «Gurus, Yidams und Beschüt­zers» ist. «Guru» bezieht sich in diesem Fall ausdrücklich auf Lama Tsongkhapa. Wenn wir also das Sadhana Dorje Shugdäns praktizieren, praktizieren wir indirekt sowohl den Guru-Yoga von Je Tsongkhapa als auch die Praxis von Yamantaka und Kalarupa. Atisha sagte: «Ihr Tibeter verlaßt euch auf Hunderte von Gottheiten, erzielt aber keine einzige Erlangung, während wir indischen Buddhisten uns nur auf eine Gottheit verlassen und die Erlangungen und die Segnungen von Hunderten von Gottheiten erhalten.» Wir sollten Atishas Bemerkung nicht vergessen und erkennen, daß es wesentlich sinnvoller ist, nur eine Gottheit aufrichtig zu praktizieren und diese Gottheit als die Synthese aller Gottheiten zu betrachten, als viele Gottheiten oberflächlich zu praktizieren.

Manche glauben, daß Dorje Shugdän eine Ausstrahlung Manjushris ist, der sich im Aspekt eines weltlichen Wesens zeigt. Dies ist aber falsch. Sogar Dorje Shugdäns Form enthüllt die vollständigen Stufen des Pfades von Sutra und Tantra. Die Formen weltlicher Wesen besitzen keine solchen Qualitäten. Dorje Shugdän erscheint als vollordinierter Mönch, um zu zeigen, daß die Praxis reiner moralischer Disziplin essentiell ist für diejenigen, die Erleuchtung erlangen möchten. In seiner linken Hand hält er ein Herz. Es symbolisiert Großes Mitgefühl und spontane Große Glückseligkeit, die Essenz aller Stufen des weiten Pfades von Sutra und Tantra. Sein runder, gelber Hut steht für die Sichtweise Nagarjunas, und das Weisheitsschwert in seiner rechten Hand lehrt uns, Unwissenheit, die Wurzel Samsaras, mit der scharfen Klinge der Sichtweise Nagarjunas zu durchschneiden. Dies ist die Essenz aller Stufen des tiefgründigen Pfades von Sutra und Tantra.

Dorje Shugdän reitet einen Schneelöwen, das Symbol der Vier Furchtlosigkeiten eines Buddhas. Ein juwelenspeiender Mungo sitzt auf seinem linken Arm. Er symbolisiert Dorje Shugdäns Macht, all denjenigen Reichtum zu gewähren, die ihm vertrauen. Das einzelne Auge in der Mitte seiner Stirn symbolisiert seine allwissende Weisheit, die alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Phänomene gleichzeitig und direkt wahrnimmt. Sein zornvoller Ausdruck weist darauf hin, daß er Unwissenheit, den wirklichen Feind aller Lebewesen, zerstört, indem er sie mit großer Weisheit segnet, und zudem, daß er die Hindernisse reiner Dharma-Praktizierender zerstört.

Jede der zweiunddreißig Gottheiten von Dorje Shugdäns Mandala hat eine besondere Funktion. Sie werden in einem Gebet erklärt, das Sachen Kunlo, einer der großen Sakya-Lamas, geschrieben hat. Darin erläutert er, daß die Funktion Duldzin Dorje Shugdäns – der Hauptgottheit des Mandalas – darin besteht, vertrauensvolle Anhänger durch das Gewähren großer Weisheit auf richtige spirituelle Pfade zu führen; die Funktion Vairochana Shugdäns besteht darin, uns zu hel­fen, negatives Karma und Hindernisse zu überwinden; die Funktion Ratna Shugdäns besteht darin, unser Glück, unsere Lebensspanne und unsere tugendhaften Realisationen zu vergrößern; die Funktion Päma Shugdäns besteht darin, uns zu helfen, unseren eigenen Geist zu kontrollieren, um anderen helfen zu können, kontrollierte, ruhige und friedvolle Geisteszustände zu erreichen; und die Funktion Karma Shugdäns besteht darin, die vier Maras und böse Geister zu überwinden, die versuchen, vertrauensvollen Schülern zu schaden. Die Neun Großen Mütter helfen den treuen Anhängern Dorje Shugdäns in ihrer tantrischen Praxis, die Acht Vollordinierten Mönche helfen ihnen in ihrer Sutra-Praxis, und die Zehn Zornvollen Gottheiten helfen ihnen bei den verschiedenen täglichen Verrichtungen. In diesen spirituell degenerierten Zeiten stoßen Dharma-Praktizierende auf viele Hindernisse. Wenn wir uns aber mit unerschütterlichem Vertrauen auf Dorje Shugdän verlassen, wird er für uns sorgen wie ein Vater für seine Kinder.

Im allgemeinen müssen alle Dharma-Praktizierenden unerschütterliches Vertrauen in Buddha Shakyamuni entwickeln, denn ohne dieses Vertrauen wird ihre Dharma-Praxis wenig Kraft haben und nur kleine Erfolge bringen. Insbesondere müssen alle Gelugpa-Praktizierenden ein festes und dauerhaftes Vertrauen in Je Tsongkhapa entwickeln, da sie andernfalls niemals die einzigartigen Qualitäten seiner Lehre erfahren werden. Vertrauen ist die eigentliche Wurzel jeder Dharma-Erfahrung. Gelugpa-Praktizierende, die aufrichtiges Vertrauen in Dorje Shugdän haben, werden ohne Schwierigkeiten unerschütterliches Vertrauen in Je Tsongkhapa erzeugen können. Ihre Praxis der Sichtweise, der Meditation und der Handlung wird ganz natürlich rein werden, und sie werden leicht die besonderen, außergewöhnlichen Qualitäten von Je Tsongkhapas Unterweisungen erkennen. Somit werden sie ohne Schwierigkeiten Erfahrungen der beiden Stufen des Pfades, sowohl von Sutra als auch von Tantra, gewinnen können.

DER NUTZEN, SICH AUF DORJE SHUGDÄN ZU VERLASSEN

Erkennen wir die Natur und Funktion Dorje Shugdäns klar, können wir den Nutzen verstehen, den wir haben, wenn wir uns auf ihn verlassen. Dorje Shugdän hilft, führt und beschützt reine und vertrauensvolle Praktizierende ohne Unterlaß, indem er ihnen Segnungen gewährt, ihre Weisheit vergrößert, ihre Wünsche erfüllt und allen ihren tugend­haften Tätigkeiten zum Erfolg verhilft. Dorje Shugdän hilft nicht nur Gelugpas. Da er ein Buddha ist, hilft er allen Lebewesen, auch den Nichtbuddhisten. Die Sonne nützt auch den Blinden, gibt ihnen Wärme und läßt die Früchte heranreifen, die zu ihrer Nahrung werden. Wieviel offensichtlicher wäre aber der Nutzen der Sonne für sie, wenn sie die Sehkraft erlangen würden! Genauso beschützt Dorje Shugdän selbst diejenigen, die sich nicht bemühen, sich auf ihn zu verlassen. Öffnen sich jedoch unsere Augen des Vertrauens und verlassen wir uns aufrichtig auf ihn, so werden wir uns allmählich der Hilfe bewußter, die wir von ihm empfangen. Wollen wir aufrichtig den Nutzen erfahren, den wir gewinnen, wenn wir uns auf Dorje Shugdän verlassen, müssen wir uns über eine lange Zeit beständig auf ihn verlassen und unsere Verbindung zu ihm stetig verbessern. Auf diese Weise werden wir beginnen, seinen nutzbringenden Einfluß in unserem Leben wahrzunehmen.

Wir sollten verstehen, daß die Hauptfunktion eines Dharma-Beschützers darin besteht, unsere Dharma-Praxis zu beschützen, und nicht darin, uns in weltlichen Angele­genheiten behilflich zu sein. Mit diesem Verständnis sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn wir nicht sofort sehr reich werden, da Reichtum für die spirituelle Praxis nicht unbedingt hilfreich ist und eine große Ablenkung sein kann. Verlassen wir uns aufrichtig auf Dorje Shugdän, wird er für die Bedingungen sorgen, die für unsere Dharma-Praxis am förderlichsten sind. Diese werden jedoch nicht notwendigerweise diejenigen sein, die wir selbst gewählt hätten! Dorje Shugdän wird unseren Geist segnen, um uns zu helfen, schwierige Situationen in den spirituellen Pfad umzuwandeln. Er wird die Augen der Weisheit seiner getreuen Anhänger öffnen und sie dadurch befähigen, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mögen diejenigen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, physisch gesehen auch allein sein, innerlich werden sie niemals von einem machtvollen Verbündeten und einem weisen und mitfühlenden Führer getrennt sein.

Ein Lama namens Gyara Tulku Rinpoche vom Kloster Drepung Loseling schrieb ein Gebet an Dorje Shugdän, in dem er seiner Dankbarkeit Ausdruck verlieh. In diesem Gebet sagt er:

Als erstes gabst Du mir einen hoch qualifizierten Spirituellen Meister,
Unter dessen Obhut ich Dharma studierte und praktizierte.
Wenn ich durch das Befolgen irreführender Ratschläge Gefahr lief, falsche Pfade zu betreten,
Hast Du mich sofort auf den richtigen Pfad zurückgeholt.

Dieser Lama verbrachte viele Jahre in einem Land, dessen Sprache er nicht sprach und wo äußerst schwere Bedingungen herrschten. Er gewann jedoch hohes Ansehen, und viele Menschen baten um seinen weisen Rat. Er erkannte, daß sein gesamter spiritueller Fortschritt, sein Glück, seine Gesundheit und sein Erfolg von Dorje Shugdän und nicht von ihm selbst stammten. Im gleichen Gebet schrieb er:

O Duldzin, König des Dharmas, ich danke Dir für Deine Güte.
Dein Körper ist die Synthese aller Sangha-Juwelen,
Deine Rede ist die Synthese aller Dharma-Juwelen,
Und Dein Geist ist die Synthese aller Buddha-Juwelen.


Mit freundlicher Genehmigung des Tharpa Verlages aus ‘Herzjuwel’ von Geshe Kelsang Gyatso

Warum wird der Beschützer Dorje Shugden von seinen Anhängern als Ausstrahlung des Weisheitsbuddhas Manjushri gesehen?

Sie berufen sich darauf, dass Manjushri sich immer wieder im Aspekt hoch verwirklichter Meister manifestiert hat, wie z. B. dem indischen Mahasiddha Biwawa, dem tibetischen Meister Sakya Pandita usw. Die Inkarnationslinie geht bis zu Tulku Dragpa Gyaltsän, der schliesslich gemäss seiner Prophezeiung als Beschützer Dorje Shugden erschien.

Da alle früheren Meister in Wirklichkeit Manjushri selbst waren, folgt daraus, dass auch Dorje Shugden Manjushri ist. Diese Logik ist simple und schlüssig. Folglich verehren die Dorje Shugden Praktizierenden seit Jahrhunderten den Weisheitsbuddha Manjushri, der als Beschützer erscheint.

Lesen Sie über  “Frühere Inkarnationen des Dharma-Beschützers” aus dem Buch ‘Herzjuwel’ (Tharpa Verlag, Zürich, Berlin)

Teil 1 (Teil 2 folgt in Kürze)

DIE FRÜHEREN INKARNATIONEN DORJE SHUGDÄNS

Der hoch verwirklichte Meister Tagpo Kelsang Khädrub Rinpoche verfaßte die zwei folgenden Verse über Dorje Shugdän:

Mit tiefem Vertrauen verbeuge ich mich vor Dir, Vajradhara Dorje Shugdän.
Obwohl Du bereits die Buddha-Ebene erlangt hast
Und die siebenundzwanzig Taten eines Buddhas ausführst,
Erscheinst Du in verschiedenen Formen, um dem Buddhadharma und fühlenden Wesen zu helfen.

Du hast Dich in verschiedenen Aspekten manifestiert,
Als indische und tibetische Meister,
Wie beispielsweise Manjushri, Mahasiddha Biwawa, Sakya Pandita,
Butön Rinchen Drub, Duldzin Dragpa Gyaltsän, Panchen Sönam Dragpa und viele andere.

Die Bedeutung des ersten Verses ist recht klar. Die siebenundzwanzig Taten eines Buddhas sind in den Sutras der Vollkommenheit der Weisheit und im achten Kapitel des Ornaments für klare Verwirklichungen von Maitreya erklärt. Diese siebenundzwanzig Taten beinhalten, wie den fühlenden Wesen das Betreten des spirituelle Pfades zur Befreiung gezeigt wird bis zur Hinführung der fühlenden Wesen zur endgültigen Erlangung der Buddhaschaft. Da Dorje Shugdän alle diese siebenundzwanzig Taten ausführt, ist es klar, daß er ein Buddha ist.

Um Lebewesen auf dem spirituellen Pfad zu führen, mani­festiert sich Dorje Shugdän in vielen verschiedenen Aspekten. Manchmal erscheint er in einem friedvollen Aspekt, manchmal in einem zornvollen, manchmal als Ordinierter, manchmal als Laie, manchmal als Bodhisattva, manchmal als Hinayana-Buddhist, manchmal als Nichtbuddhist oder sogar als nichtmenschliches Wesen. Da es so viele verschiedene Ausstrahlungen der Buddhas gibt, ist es schwierig zu sagen, wer eine Ausstrahlung ist und wer nicht. Die einzige Person, bei der wir diesbezüglich sicher sein können, sind wir selbst. Wir wissen, ob wir ein fühlendes Wesen oder ein Buddha sind. Von anderen wissen wir es aber nicht.

Jeder Buddha hat die Fähigkeit, so viele Ausstrahlungen zu manifestieren, wie es Lebewesen gibt. Diese Fähigkeit ist notwendig, da Buddhas nicht in der Lage wären, allen Lebe­wesen entsprechend ihren verschiedenen Bedürfnissen zu helfen, wenn sie nur in einer Form ohne Ausstrahlungen bleiben würden. Folglich, wenn wir uns weigern zu glauben, daß ein Buddha viele verschiedene Ausstrahlungen haben kann, halten wir indirekt an der falschen Sichtweise fest, zu leugnen, daß Buddhas allen Lebewesen helfen können. Im Sutra der Begegnung von Vater und Sohn sagt Buddha Shakyamuni:

Buddhas zeigen sich in vielen verschiedenen Aspekten, wie zum Beispiel als Brahma, Indra und manchmal sogar als Mara oder böse Person, aber weltliche Menschen erkennen diese Ausstrahlungen nicht.

Buddhas können sich sogar als unbelebte Objekte ausstrahlen. Einst reiste der große indische Meister Phadampa Sangye nach Tibet. Als Milarepa vom Besuch dieses großen Yogis hörte, entschloß er sich, dessen Realisationen zu prüfen. Er ging zur Grenze und wartete auf Phadampa Sangyes Ankunft. Als er ihn näherkommen sah, verwandelte er sich in eine Blume, um zu prüfen, ob Phadampa Sangye die Hellsicht besaß, seine Tarnung zu durchschauen. Phadampa Sangye ging jedoch einfach an Milarepa vorbei, scheinbar ohne dessen Gegenwart zu bemerken. Milarepa dachte: «Dieser sogenannte Yogi hat keine Hellsicht», worauf sich Phadampa Sangye umdrehte, gegen die Blume trat und sagte: «Steh auf Milarepa!» Milarepa war erfreut festzustellen, daß Phadampa Sangye tatsächlich ein wahrhaft verwirklichtes Wesen war. Er sprang in seiner normalen Form auf und begrüßte ihn.

Wie Tagpo Kelsang Khädrub Rinpoche sagte, hat sich Dorje Shugdän in vielen verschiedenen Formen gezeigt, um den Lebewesen zu helfen. Nun folgt eine kurze Darstellung jeder der vergangenen Inkarnationen Dorje Shugdäns, die im oben zitierten Vers erwähnt wurde.

MANJUSHRI

Zur Zeit Buddha Shakyamunis erschien Dorje Shugdän als Bodhisattva Manjushri, einer der Hauptschüler Buddhas. In Wirklichkeit hatte Manjushri bereits in einem früheren Zeitalter, lange vor der Zeit Buddha Shakyamunis, die volle Erleuchtung erlangt. Im Sutra der Enthüllung des Bereiches von Manjushri erklärt Buddha, daß Manjushri in ferner Vergangenheit den Bodhisattva-Pfad vollendet und in seinem Reinen Land als Buddha namens «Tathagata Lampe der Nagas» die Erleuchtung erlangt hatte. Im selben Sutra beschreibt Buddha auch die vielen verschiedenen Buddha-Länder Manjushris und wie Manjushri in zahllosen Ausstrahlungen erscheint, um fühlenden Wesen zu helfen.

Zwar zeigte sich Manjushri im Aspekt eines Schülers von Buddha, dennoch hatte er große Macht, fühlenden Wesen zu helfen. Manchmal kamen Menschen auf der Suche nach Hilfe und Rat zu Buddha, aber Buddha verwies sie an Manjushri, da sie eine stärkere karmische Verbindung zu ihm hatten. Einige hatten eine solch starke Verbindung mit Manjushri, daß sie durch seinen Segen und sein Geschick in der Lage waren, nahezu ohne eigene Anstrengung sehr kraft­volle Realisationen zu entwickeln.

So jemand war König Ajatashatru. Ajatashatru hatte zwei besonders negative Handlungen begangen. Er hatte seinen Vater getötet und eine vollordinierte Nonne vergewaltigt, die außerdem ein Höheres Wesen war. Die Folgen solcher Handlungen sind entsetzlich. In den Vinaya-Sutras werden solche Handlungen «Handlungen sofortiger Vergeltung» genannt, denn, wer auch immer sie begeht, wird sofort nach dem Tod mit Sicherheit in einem Höllenbereich wiedergeboren. Den Vinaya-Sutras zufolge ist es unmöglich, solch eine Wiedergeburt zu verhindern, doch es besteht eine Möglichkeit, ihre Dauer zu verkürzen. Gemäß den Mahayana-Sutras können diese schweren negativen Handlungen jedoch gereinigt werden, wenn die korrekten Gegenmittel in reiner Form angewendet werden.

König Ajatashatru entwickelte starkes Bedauern für seine negativen Handlungen und bat Buddha, ihm eine besondere Methode zu geben, sie zu reinigen. Buddha lehrte das Sutra für die Beseitigung von Ajatashatrus Bedauern und legte dem König dann nahe, den Bodhisattva Manjushri um Hilfe zu ersuchen. Sobald Ajatashatru diesen Ratschlag hörte, entwickelte er starkes Vertrauen in Manjushri. Er lud Manjushri zu einem Festmahl in sein Haus ein. Nach dem Mahl stand er auf, um Manjushri einen sehr teuren Umhang darzubringen. Aber in dem Moment, als er das Gewand anbot, verschwand Manjushri. Der König stand verwundert da: «Wer ist Manjushri? Wo ist Manjushri?» Durch diese Gedanken erkannte er, daß er keinen wirklichen, wahrhaft existierenden Manjushri finden konnte, und kam dem Verständnis der Leer-heit sehr nahe. Da Manjushri verschwunden war, entschloß sich der König, den Umhang selbst anzuprobieren, aber als er ihn um seine Schultern legte, begann er die gleichen Fragen auf seine eigene Person bezogen zu stellen: «Wer bin ich? Wo bin ich? Wer ist der König? Wo ist der König?» Da er völlig außerstande war, ein wirkliches, wahrhaft existierendes Selbst oder einen wahrhaft existierenden König zu finden, erlangte er ein Verständnis der Leerheit. Dann begann er zu meditieren und erlangte schnell eine direkte Realisation der Leerheit und wurde ein Höheres Wesen auf dem Pfad des Sehens.

Den Hinayana-Unterweisungen zufolge kann eine Person, die eine der fünf Handlungen sofortiger Vergeltung begangen hat, nicht im selben Leben ein Höheres Wesen werden, aber die Mahayana-Sichtweise ist anders. Durch die Segnungen Manjushris konnte König Ajatashatru sein negatives Karma reinigen und den Pfad des Sehens erreichen. Manjushri vollbrachte viele solche besonderen Taten.

MAHASIDDHA BIWAWA

Später, um dem Buddhadharma zur Blüte zu verhelfen, wählte Manjushri eine Wiedergeburt als Mahasiddha Biwawa. Biwawa wurde in Indien, östlich von Bodh Gaya, geboren und trat in jungen Jahren in das Kloster Nalanda ein. Obwohl er eine Ausstrahlung Manjushris und demzufolge ein vollerleuchtetes Wesen war, studierte und praktizierte Biwawa Buddhas Lehren in Nalanda, um ein vollkommenes Beispiel zu geben, wie man den Pfad zur Befreiung und Erleuchtung praktizieren soll. Tagsüber studierte und meditierte er über die Sutra-Unterweisungen, und nachts praktizierte er die Yogas des Heruka-Tantras. Als Folge seiner reinen Praxis konnte er Vajrayogini und ihr Gefolge unmittelbar sehen. Jedesmal, wenn er Tsog-Darbringungen machte, kam Vajra­yogini in sein Zimmer zusammen mit fünfzehn anderen Dakinis, zu denen er eine besonders starke karmische Verbindung hatte, um am Fest teilzunehmen.

Unglücklicherweise konnten die anderen Mönche im Kloster Nalanda Vajrayogini und die Dakinis nicht erkennen, sondern sahen sie als gewöhnliche Frauen. Da die Mönche glaubten, daß er seine Ordinations-Gelübde breche, wurden sie ihm gegenüber sehr kritisch und gaben ihm den Spitznamen Biwawa, was «schlechter Mann» bedeutet. Ihrer Ansicht nach brachte Biwawas Verhalten das Kloster in Verruf, und so forderten sie ihn auf, dieses zu verlassen. Zwar hatte Biwawa niemals auch nur eines seiner Vinaya-Gelübde gebrochen, dennoch willigte er ein, Nalanda zu verlassen, und sagte: «Ja, ich bin ein schlechter Mann, ich werde gehen.» Er gab seine Roben zurück, zog sich Laienkleidung an und verließ das Kloster. Dann begann er wie ein armer, heimatloser Bettler von Ort zu Ort zu wandern.

Zuerst kam er in eine Gegend in der Nähe von Varanasi und lebte dort in einer Höhle tief im Wald. Das Land gehörte einem nichtbuddhistischen König, der einen großen Haß auf Buddhisten hatte. Eines Tages traf der König Biwawa und lud ihn in seinen Palast ein. Als er aber erfuhr, daß Biwawa ein Buddhist war, befahl er seinen Dienern, ihn zu töten. Zuerst versuchten die Diener, Biwawa zu ertränken; sie konnten ihn aber nicht hochheben, um ihn in den Fluß zu werfen. Dann versuchten sie, ihn lebendig zu begraben, aber am nächsten Tag erschien er wieder unversehrt. Schließlich versuchten sie, ihn zu verbrennen, aber wieder blieb er unverletzt. Als der König sah, daß sich Biwawa durch seine Wunderkräfte beschützen konnte, entwickelte er starkes Vertrauen in ihn und den Buddhadharma. Er und all seine Untertanen wurden buddhistische Praktizierende und Schüler Biwawas. Dies erfüllte eine Prophezeiung, die ein Astrologe bei Biwawas Geburt gemacht hatte und besagte, daß Biwawa sehr mächtig werden und durch die Vorführung seiner Wunderkräfte viele Menschen dazu bringen würde, den Pfad des Buddhadharmas zu betreten.

Einige Zeit später reiste Biwawa nach Süden zum Ganges. Als er am Fluß ankam, bat er einen Fährmann, ihn ans andere Ufer zu befördern, aber der Fährmann weigerte sich, da Biwawa kein Geld zur Begleichung der Schuld hatte. Biwawa verkündete: «Da dieser Fluß immerzu fließt, ist er vielleicht müde und möchte sich ein wenig ausruhen.» Er teilte das Wasser und ging hinüber zur anderen Seite. Der Fährmann war verblüfft und fragte Biwawa, wer er sei. Biwawa erzählte ihm ein wenig von seiner Lebensgeschichte, worauf der Fährmann großes Vertrauen in ihn entwickelte und ihn darum bat, sein Schüler zu werden. Biwawa nahm ihn als Schüler auf und gab ihm viele Unterweisungen. Der Fährmann praktizierte mit großem Fleiß und wurde schließ-lich ein hoch verwirklichter Yogi namens Drombi Heruka, einer der vierundachtzig Mahasiddhas.

Biwawa setzte seine Reise fort und erreichte eine Stadt. Dort rastete er in der örtlichen Gaststätte. Nachdem er einige Getränke zu sich genommen hatte, bat ihn die Wirtin zu bezahlen, aber Biwawa antwortete, daß er kein Geld habe. Die Wirtin wurde ärgerlich und drohte ihm: «Bis Sonnenuntergang mußt du bezahlt haben, sonst rufe ich die Ordnungshüter und lasse dich ins Gefängnis werfen!» Sofort benutzte Biwawa seine Wunderkräfte und hielt den Sonnenlauf an. Drei volle Tage hielt er die Sonne bewegungslos. Die Ortsbevölkerung war entgeistert und fragte sich, wie so etwas geschehen konnte. Schließlich baten sie den König um Hilfe. Als der König Biwawa fragte, was geschehen sei, antwortete Biwawa, daß er dafür verantwortlich sei, daß die Sonne nicht untergehe. «Wenn ich der Sonne erlaube unterzugehen, muß ich ins Gefängnis», erklärte er. Der König versicherte Biwawa, daß er weder seine Getränke bezahlen noch ins Gefängnis gehen müsse, wenn er nur die Sonne wieder untergehen ließe. Als Biwawa von seiner Begnadigung hörte, war er hoch erfreut und ließ augenblicklich die Sonne ihre Reise am Himmel fortsetzen!

Als Folge dieser außergewöhnlichen Taten entwickelten viele Menschen Vertrauen in Biwawa und den Buddhadharma. Auf diese Weise führte er viele Menschen auf den spirituellen Pfad. Als die Mönche in Nalanda von seinen Taten hörten, bedauerten sie sehr, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und baten ihn, ins Kloster zurückzukehren, aber Biwawa lehnte ihre Einladung ab.

Mit freundlicher Genehmigung des Tharpa Verlages aus ‘Herzjuwel’ von Geshe Kelsang Gyatso

Teil 2 der Inkarnationslinie folgt in Kürze in diesem Blog