Verehrte Lamas der Gelug-Tradition singen Gebete an Dorje Shugden

Seine Heiligkeit Kyabje Trijang Rinpoche chanted Gebete an den Dharma-Beschützer Dorje Shugden und Song Rinpoche lehrt, wie man die Puja für Dorje Shugden ausführt


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Neuigkeiten aus dem Kloster Shar Gaden, Indien

Vor kurzem erschien die folgende Nachricht zusammen mit einigen sehr schönen Bildern auf der Website Dorjeshugden.com, die wir hier in deutscher Übersetzung weitergeben. Wir freuen uns über die guten Neuigkeiten und hoffen, bald mehr berichten zu können:

Bitte schauen Sie hier

Deutsche Übersetzung:

„Dies sind kürzlich aufgenommene Bilder des Shar Gaden Kloster, Mundgod, Südindien, das sich vom Ganden Kloster getrennt hat, weil die Mönche an ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Gurus festgehalten haben, und sich geweigert haben, ihre Praxis von Dorje Shugden aufzugeben. Heute ist es ein erblühendes Kloster mit etwa 550 Mönchen und wächst weiter an.“

Das neue Kloster Shar Gaden

Das neue Kloster Shar Gaden

Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän

Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän

Im nächsten Teil der Erklärungen über den Weisheitsbuddha Dorje Shugden, können Sie über seine Natur und Funktion lesen. Wiederum stellt dies klar, was für eine reine und nutzbringende Praxis die Verehrung dieses Beschützers ist. Seit dem 17. Jahrhundert wurde er als erleuchtetes Wesen verehrt, um die innere spirituelle Entwicklung zu schützen und zu fördern.

Lesen Sie über  “Die Natur und Funktion des Dharma-Beschützers Dorje Shugdän” aus dem Buch ‘Herzjuwel’ (Tharpa Verlag, Zürich, Berlin)

DIE NATUR UND FUNKTION DES DHARMA-BESCHÜTZERS DORJE SHUGDÄN

Dorje Shugdän und die Gottheiten seines Mandalas besitzen die gleiche Natur wie die Gottheiten des Körper-Mandalas von Lama Losang Tubwang Dorjechang, der in seiner Essenz Je Tsongkhapa ist. Nach Je Tsongkhapas Tod hatte Khädrubje fünf Visionen von ihm, wobei er jedesmal in einem anderen Aspekt erschien. Später sah der große Yogi Dharmavajra Je Tsongkhapa im Aspekt von Lama Losang Tubwang Dorje­chang. Diesen Namen erhielt Je Tsongkhapa von Manjushri. Er weist darauf hin, daß Je Tsongkhapa sowohl die Ver­körperung von Eroberer Vajradhara als auch von Buddha Shakyamuni ist. «Losang Dragpa» ist Je Tsongkhapas Ordinationsname, «Tubwang» oder «Machtvoller Befähigter» ist ein Beiname Buddha Shakyamunis, und «Dorjechang» ist der tibetische Name Vajradharas. Lama Losang Tubwang Dorje­chang ist ein erleuchtetes Wesen und das wichtigste Feld für die Ansammlung von Verdiensten im Guru-Yoga der Darbringung an den Spirituellen Meister oder Lama Chöpa.

In Wirklichkeit stammt die Lama-Chöpa-Unterweisung aus Manjushris Emanationsschrift, worin besondere Anweisungen über Mahamudra enthalten sind. Die Emanationsschrift – sie kann von gewöhnlichen Wesen nicht gelesen werden – wurde Je Tsongkhapa direkt durch Manjushri enthüllt. Sie wurde dem jeweils folgenden Überlieferungslinien-Guru weitergegeben, und als sie den Ersten Panchen Lama, Losang Chökyi Gyaltsän, erreichte, entnahm er ihr die Unterweisungen über Lama Chöpa und den Urtext des Mahamudra, den Hauptpfad der Eroberer und schrieb sie in tibetischer Sprache nieder. Dies war ein Akt großer Güte, denn dadurch konnten gewöhnliche Wesen zum ersten Mal Lama Chöpa und die außergewöhnliche nahe Überlieferungslinie des Vajrayana-Mahamudra lesen und praktizieren. Der Guru-Yoga der Lama Chöpa ist eine der gesegnetesten Formen der Praxis innerhalb Je Tsongkhapas Tradition, da er die essentielle vorbereitende Praxis für Vajrayana-Mahamudra ist. Ein umfassender Kommentar zu dieser Praxis ist im Buch Große Schatzkammer der Verdienste enthalten.

Es gibt zweiunddreißig Gottheiten im Körper-Mandala Lama Losang Tubwang Dorjechangs, und diese Gottheiten manifestieren sich als die zweiunddreißig Gottheiten in Dorje Shugdäns Mandala. Dies erklärt Je Phabongkhapa, eine Ausstrahlung Herukas, in seinem Gebet an Dorje Shugdän:

Die Anhäufungen, Elemente, Quellen und Glieder Lama Losang Tubwang Dorjechangs
Erscheinen im Aspekt der Fünf Linien Dorje Shugdäns und seines Gefolges.
Mit der Erkenntnis, daß ich in Wirklichkeit den Yoga der zweiunddreißig Gottheiten des Körper-Mandalas praktiziere,
Bringe ich Euch diese Praxis dar, o Fünf Linien Dorje Shugdäns; bitte nehmt sie voller Freude an.

Der Zusammenhang zwischen den zweiunddreißig Gottheiten von Dorje Shugdäns Mandala und den Gottheiten von Lama Losang Tubwang Dorjechangs Körper-Mandala ist in Anhang II in einer Tabelle dargestellt.

Duldzin Dorje Shugdän ist die Hauptgottheit unter den Gottheiten der Fünf Linien Dorje Shugdäns. Er ist eine Mani­festation der Anhäufung des Bewußtseins von Lama Losang Tubwang Dorjechang. Vairochana Shugdän ist eine Manife­station der Anhäufung der Form von Lama Losang Tubwang Dorjechang, Ratna Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung des Gefühls, Päma Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung der Unterscheidung und Karma Shugdän ist eine Manifestation seiner Anhäufung der zusammensetzenden Faktoren.

In vielen Sadhanas Dorje Shugdäns heißt es, daß Dorje Shugdän die Verkörperung des «Gurus, Yidams und Beschüt­zers» ist. «Guru» bezieht sich in diesem Fall ausdrücklich auf Lama Tsongkhapa. Wenn wir also das Sadhana Dorje Shugdäns praktizieren, praktizieren wir indirekt sowohl den Guru-Yoga von Je Tsongkhapa als auch die Praxis von Yamantaka und Kalarupa. Atisha sagte: «Ihr Tibeter verlaßt euch auf Hunderte von Gottheiten, erzielt aber keine einzige Erlangung, während wir indischen Buddhisten uns nur auf eine Gottheit verlassen und die Erlangungen und die Segnungen von Hunderten von Gottheiten erhalten.» Wir sollten Atishas Bemerkung nicht vergessen und erkennen, daß es wesentlich sinnvoller ist, nur eine Gottheit aufrichtig zu praktizieren und diese Gottheit als die Synthese aller Gottheiten zu betrachten, als viele Gottheiten oberflächlich zu praktizieren.

Manche glauben, daß Dorje Shugdän eine Ausstrahlung Manjushris ist, der sich im Aspekt eines weltlichen Wesens zeigt. Dies ist aber falsch. Sogar Dorje Shugdäns Form enthüllt die vollständigen Stufen des Pfades von Sutra und Tantra. Die Formen weltlicher Wesen besitzen keine solchen Qualitäten. Dorje Shugdän erscheint als vollordinierter Mönch, um zu zeigen, daß die Praxis reiner moralischer Disziplin essentiell ist für diejenigen, die Erleuchtung erlangen möchten. In seiner linken Hand hält er ein Herz. Es symbolisiert Großes Mitgefühl und spontane Große Glückseligkeit, die Essenz aller Stufen des weiten Pfades von Sutra und Tantra. Sein runder, gelber Hut steht für die Sichtweise Nagarjunas, und das Weisheitsschwert in seiner rechten Hand lehrt uns, Unwissenheit, die Wurzel Samsaras, mit der scharfen Klinge der Sichtweise Nagarjunas zu durchschneiden. Dies ist die Essenz aller Stufen des tiefgründigen Pfades von Sutra und Tantra.

Dorje Shugdän reitet einen Schneelöwen, das Symbol der Vier Furchtlosigkeiten eines Buddhas. Ein juwelenspeiender Mungo sitzt auf seinem linken Arm. Er symbolisiert Dorje Shugdäns Macht, all denjenigen Reichtum zu gewähren, die ihm vertrauen. Das einzelne Auge in der Mitte seiner Stirn symbolisiert seine allwissende Weisheit, die alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Phänomene gleichzeitig und direkt wahrnimmt. Sein zornvoller Ausdruck weist darauf hin, daß er Unwissenheit, den wirklichen Feind aller Lebewesen, zerstört, indem er sie mit großer Weisheit segnet, und zudem, daß er die Hindernisse reiner Dharma-Praktizierender zerstört.

Jede der zweiunddreißig Gottheiten von Dorje Shugdäns Mandala hat eine besondere Funktion. Sie werden in einem Gebet erklärt, das Sachen Kunlo, einer der großen Sakya-Lamas, geschrieben hat. Darin erläutert er, daß die Funktion Duldzin Dorje Shugdäns – der Hauptgottheit des Mandalas – darin besteht, vertrauensvolle Anhänger durch das Gewähren großer Weisheit auf richtige spirituelle Pfade zu führen; die Funktion Vairochana Shugdäns besteht darin, uns zu hel­fen, negatives Karma und Hindernisse zu überwinden; die Funktion Ratna Shugdäns besteht darin, unser Glück, unsere Lebensspanne und unsere tugendhaften Realisationen zu vergrößern; die Funktion Päma Shugdäns besteht darin, uns zu helfen, unseren eigenen Geist zu kontrollieren, um anderen helfen zu können, kontrollierte, ruhige und friedvolle Geisteszustände zu erreichen; und die Funktion Karma Shugdäns besteht darin, die vier Maras und böse Geister zu überwinden, die versuchen, vertrauensvollen Schülern zu schaden. Die Neun Großen Mütter helfen den treuen Anhängern Dorje Shugdäns in ihrer tantrischen Praxis, die Acht Vollordinierten Mönche helfen ihnen in ihrer Sutra-Praxis, und die Zehn Zornvollen Gottheiten helfen ihnen bei den verschiedenen täglichen Verrichtungen. In diesen spirituell degenerierten Zeiten stoßen Dharma-Praktizierende auf viele Hindernisse. Wenn wir uns aber mit unerschütterlichem Vertrauen auf Dorje Shugdän verlassen, wird er für uns sorgen wie ein Vater für seine Kinder.

Im allgemeinen müssen alle Dharma-Praktizierenden unerschütterliches Vertrauen in Buddha Shakyamuni entwickeln, denn ohne dieses Vertrauen wird ihre Dharma-Praxis wenig Kraft haben und nur kleine Erfolge bringen. Insbesondere müssen alle Gelugpa-Praktizierenden ein festes und dauerhaftes Vertrauen in Je Tsongkhapa entwickeln, da sie andernfalls niemals die einzigartigen Qualitäten seiner Lehre erfahren werden. Vertrauen ist die eigentliche Wurzel jeder Dharma-Erfahrung. Gelugpa-Praktizierende, die aufrichtiges Vertrauen in Dorje Shugdän haben, werden ohne Schwierigkeiten unerschütterliches Vertrauen in Je Tsongkhapa erzeugen können. Ihre Praxis der Sichtweise, der Meditation und der Handlung wird ganz natürlich rein werden, und sie werden leicht die besonderen, außergewöhnlichen Qualitäten von Je Tsongkhapas Unterweisungen erkennen. Somit werden sie ohne Schwierigkeiten Erfahrungen der beiden Stufen des Pfades, sowohl von Sutra als auch von Tantra, gewinnen können.

DER NUTZEN, SICH AUF DORJE SHUGDÄN ZU VERLASSEN

Erkennen wir die Natur und Funktion Dorje Shugdäns klar, können wir den Nutzen verstehen, den wir haben, wenn wir uns auf ihn verlassen. Dorje Shugdän hilft, führt und beschützt reine und vertrauensvolle Praktizierende ohne Unterlaß, indem er ihnen Segnungen gewährt, ihre Weisheit vergrößert, ihre Wünsche erfüllt und allen ihren tugend­haften Tätigkeiten zum Erfolg verhilft. Dorje Shugdän hilft nicht nur Gelugpas. Da er ein Buddha ist, hilft er allen Lebewesen, auch den Nichtbuddhisten. Die Sonne nützt auch den Blinden, gibt ihnen Wärme und läßt die Früchte heranreifen, die zu ihrer Nahrung werden. Wieviel offensichtlicher wäre aber der Nutzen der Sonne für sie, wenn sie die Sehkraft erlangen würden! Genauso beschützt Dorje Shugdän selbst diejenigen, die sich nicht bemühen, sich auf ihn zu verlassen. Öffnen sich jedoch unsere Augen des Vertrauens und verlassen wir uns aufrichtig auf ihn, so werden wir uns allmählich der Hilfe bewußter, die wir von ihm empfangen. Wollen wir aufrichtig den Nutzen erfahren, den wir gewinnen, wenn wir uns auf Dorje Shugdän verlassen, müssen wir uns über eine lange Zeit beständig auf ihn verlassen und unsere Verbindung zu ihm stetig verbessern. Auf diese Weise werden wir beginnen, seinen nutzbringenden Einfluß in unserem Leben wahrzunehmen.

Wir sollten verstehen, daß die Hauptfunktion eines Dharma-Beschützers darin besteht, unsere Dharma-Praxis zu beschützen, und nicht darin, uns in weltlichen Angele­genheiten behilflich zu sein. Mit diesem Verständnis sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn wir nicht sofort sehr reich werden, da Reichtum für die spirituelle Praxis nicht unbedingt hilfreich ist und eine große Ablenkung sein kann. Verlassen wir uns aufrichtig auf Dorje Shugdän, wird er für die Bedingungen sorgen, die für unsere Dharma-Praxis am förderlichsten sind. Diese werden jedoch nicht notwendigerweise diejenigen sein, die wir selbst gewählt hätten! Dorje Shugdän wird unseren Geist segnen, um uns zu helfen, schwierige Situationen in den spirituellen Pfad umzuwandeln. Er wird die Augen der Weisheit seiner getreuen Anhänger öffnen und sie dadurch befähigen, stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mögen diejenigen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, physisch gesehen auch allein sein, innerlich werden sie niemals von einem machtvollen Verbündeten und einem weisen und mitfühlenden Führer getrennt sein.

Ein Lama namens Gyara Tulku Rinpoche vom Kloster Drepung Loseling schrieb ein Gebet an Dorje Shugdän, in dem er seiner Dankbarkeit Ausdruck verlieh. In diesem Gebet sagt er:

Als erstes gabst Du mir einen hoch qualifizierten Spirituellen Meister,
Unter dessen Obhut ich Dharma studierte und praktizierte.
Wenn ich durch das Befolgen irreführender Ratschläge Gefahr lief, falsche Pfade zu betreten,
Hast Du mich sofort auf den richtigen Pfad zurückgeholt.

Dieser Lama verbrachte viele Jahre in einem Land, dessen Sprache er nicht sprach und wo äußerst schwere Bedingungen herrschten. Er gewann jedoch hohes Ansehen, und viele Menschen baten um seinen weisen Rat. Er erkannte, daß sein gesamter spiritueller Fortschritt, sein Glück, seine Gesundheit und sein Erfolg von Dorje Shugdän und nicht von ihm selbst stammten. Im gleichen Gebet schrieb er:

O Duldzin, König des Dharmas, ich danke Dir für Deine Güte.
Dein Körper ist die Synthese aller Sangha-Juwelen,
Deine Rede ist die Synthese aller Dharma-Juwelen,
Und Dein Geist ist die Synthese aller Buddha-Juwelen.


Mit freundlicher Genehmigung des Tharpa Verlages aus ‘Herzjuwel’ von Geshe Kelsang Gyatso

Wer ist Dorje Shugden?

Es ist immer wieder überraschend, wie viele Leute von Dorje Shugden gehört haben, und wie wenig die meisten über ihn wissen. Daher jetzt eine Reihe von Mitteilungen, die diesen Weisheitsbeschützer vorstellen.

Der erste Teil ist:

EINE EINFÜHRUNG ZUM DHARMA-BESCHÜTZER DORJE SHUGDÄN

Ein Dharma-Beschützer ist eine Ausstrahlung eines Buddhas oder Bodhisattvas, dessen Hauptfunktion darin besteht, die inneren und äußeren Hindernisse, die Praktizierende am Erlangen spiritueller Realisationen hindern, abzuwenden und alle notwendigen Voraussetzungen für ihre Praxis zu gewährleisten. In Tibet hatte jedes Kloster seinen eigenen Dharma-Beschützer. Die Tradition begann jedoch nicht in Tibet. Die Mahayana-Buddhisten des alten Indien verließen sich ebenfalls auf Dharma-Beschützer, um Hindernisse zu beseitigen und ihre spirituellen Wünsche zu erfüllen.

Zwar gibt es einige weltliche Gottheiten, die dem Buddhismus freundlich gesinnt sind und Praktizierenden zu helfen versuchen. Dies sind jedoch keine wirklichen Dharma-Beschützer. Solche weltlichen Gottheiten sind in der Lage, den äußeren Reichtum der Praktizierenden zu vergrößern und ihnen bei ihren weltlichen Tätigkeiten zum Erfolg zu verhelfen. Sie haben jedoch weder die Weisheit noch die Macht, die Entwicklung des Dharmas im Geist eines Praktizierenden zu beschützen. Es ist dieser innere Dharma – die Erfahrungen des Großen Mitgefühls, des Bodhichittas, der Leerheit realisierenden Weisheit und so weiter – der von äußerster Wichtigkeit ist und beschützt werden muß. Äußere Bedingungen sind von zweitrangiger Bedeutung.
Obwohl die Motivation weltlicher Gottheiten gut ist, fehlt es ihnen an Weisheit. Und so behindert manchmal die äußere Hilfe, die sie gewähren, tatsächlich die Erlangung authentischer Dharma-Realisationen. Wenn sie selbst keine Dharma-Realisationen haben, wie können sie da Dharma-Beschützer sein? Deshalb ist es klar, daß alle wirklichen Dharma-Beschützer Ausstrahlungen von Buddhas oder Bodhisattvas sein müssen. Diese Beschützer haben große Macht, den Buddhadharma und seine Praktizierenden zu beschützen. Das Ausmaß, in dem wir von ihnen Hilfe empfangen, hängt allerdings von unserem Vertrauen in sie und von unserer Überzeugung ab. Um ihren vollen Schutz zu erhalten, müssen wir uns mit beständiger, unerschütterlicher Hingabe auf sie verlassen.

Buddhas haben sich in der Form verschiedener Dharma-Beschützer wie beispielsweise Mahakala, Kalarupa, Kalindewi und Dorje Shugdän manifestiert. Von der Zeit Je Tsongkhapas bis zum Ersten Panchen Lama, Losang Chökyi Gyaltsän, war Kalarupa der wichtigste Dharma-Beschützer der Überlieferungslinie Je Tsongkhapas. Später waren jedoch viele hohe Lamas der Ansicht, daß Dorje Shugdän zum wichtigsten Dharma-Beschützer dieser Tradition geworden sei.

Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich des Mitgefühls, der Weisheit oder der Macht der verschiedenen Dharma-Beschützer. Aufgrund des Karmas der fühlenden Wesen hat jedoch ein bestimmter Dharma-Beschützer zu einer bestimmten Zeit eine bessere Möglichkeit, Dharma-Praktizierenden zu helfen. Den Grund dafür können wir verstehen, wenn wir das Beispiel Buddha Shakyamunis betrachten. Früher hatten die Wesen dieser Welt das Karma, Buddha Shakyamunis erhabenen Ausstrahlungskörper zu sehen und Unterweisungen direkt von ihm zu empfangen. Heutzutage haben wir dieses Karma jedoch nicht mehr, und so erscheint uns Buddha in der Form unseres Spirituellen Meisters und hilft uns auf diese Weise, indem er uns Unterweisungen gibt und uns auf spirituellen Pfaden führt. Folglich nimmt Buddhas Hilfe, entsprechend unseres sich verändernden Karmas, unterschiedliche Formen an. Die essentielle Natur der Hilfe bleibt jedoch die gleiche.

Von allen Dharma-Beschützern haben insbesondere der viergesichtige Mahakala, Kalarupa und Dorje Shugdän die gleiche Natur, da sie alle Ausstrahlungen Manjushris sind. Allerdings haben die Wesen der heutigen Zeit eine stärkere karmische Verbindung zu Dorje Shugdän als zu den anderen Dharma-Beschützern. Aus diesem Grunde sagte Morchen Dorjechang Kungra Lhundrup, ein sehr hoch verwirklichter Meister der Sakya-Tradition, seinen Schülern: «Jetzt ist die Zeit, sich auf Dorje Shugdän zu verlassen.» Er sagte dies bei vielen Gelegenheiten, um seine Schüler zu ermutigen, Vertrauen in die Praxis von Dorje Shugdän zu entwickeln. Auch wir sollten seinen Rat befolgen und uns diesen zu Herzen nehmen. Er sagte nicht, daß jetzt die Zeit sei, sich auf andere Dharma-Beschützer zu verlassen, sondern er erklärte deutlich, daß jetzt die Zeit sei, sich auf Dorje Shugdän zu ver­lassen. Viele hohe Lamas der Sakya-Tradition und viele Sakya-Klöster haben sich aufrichtig auf Dorje Shugdän verlassen.

Trijang Dorjechang – der verstorbene Wurzel-Guru vieler Gelugpa-Praktizierender, von einfachen Novizen bis zu den höchsten Lamas – war in der letzten Zeit größtenteils verant­wortlich für die Verbreitung der Praxis von Dorje Shugdän. Er ermutigte alle seine Schüler, sich auf Dorje Shugdän zu verlassen, und gab viele Dorje-Shugdän-Ermächtigungen. Noch in hohem Alter schrieb er einen umfassenden Text mit dem Titel Symphonie, die einen Ozean von Eroberern erfreut, um die Praxis von Dorje Shugdän vor dem Niedergang zu bewahren. Dieser Text ist ein Kommentar zu einer Lobpreisung Dorje Shugdäns mit dem Namen Unendliche Äonen, die von Tagpo Kelsang Khädrub Rinpoche verfaßt wurde.

(mit freundlicher Genehmigung des Tharpa Verlages, aus dem Buch ‚Herzjuwel‘ von Geshe Kelsang Gyatso)