Mitteilung der Shugden Society USA vom 2. September 2009

Mitteilung der Shugden Society USA

Pressemitteilung vom 02. September 2009

Heute bitten wir um die Aufmerksamkeit all derer, die an eine friedliche Koexistenz aller Religionen dieser Welt glauben und insbesondere all der Menschen, die an die Religionsfreiheit und die Menschenrechte glauben.

Der heutige Tag, der 02. September, ist der tibetische Tag der Demokratie, aber ironischerweise haben wir Tibeter image001keine wahre Demokratie, und dies aufgrund der Politik der tibetischen Exilregierung unter dem machtvollen Einfluss des Dalai Lama, welche unsere Rechte auf Religionsfreiheit untergräbt, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 und anderen Internationalen Vereinbarungen festgelegt sind. Wir, die Dorje Shugden Praktizierenden, gedenken dem 2. September, um ein globales Gewahrsein unserer Notlage zu erwecken.

Am 09. Januar 2008 hat S.H. der Dalai Lama erklärt, dass „Dorje Shugden Verehrer von den Chinesen unterstützt werden und deshalb gäbe es für sie keine Notwendigkeit im Exil zu sein; sie könnten zurück nach Tibet gehen (unter chinesische Herrschaft).“ Am gleichen Tag rief er ebenfalls „zu einer Volksabstimmung auf, um zu entscheiden ob die Mehrheit der Tibeter mit den Verehrern dieser Gottheit zusammenleben will.“ Dies ist ein Aufruf zur Apartheid in der tibetischen Gesellschaft, unter dem Deckmantel angeblich praktizierter Demokratie. Solche Worte von S.H. dem Dalai Lama zu hören, den wir als unseren mitfühlenden Führer betrachten und der in der ganzen Welt als Friedensträger bekannt und respektiert ist, bricht die Herzen unseres gesamten Volkes. Zudem werden die Aussagen Seiner Heiligkeit aufgrund seiner Position und seines Einflusses zur allgemeinem Politik der Regierung und haben deshalb weittragende Konsequenzen. Solche Aussagen aus der Position Seiner Heiligkeit untergraben unsere Grundrechte: unser Recht auf Religionsfreiheit, des friedlichen Zusammenlebens und das Recht der Gleichbehandlung. Sie drücken eine offene Verachtung für die Verehrer der Gottheit aus; sie implizieren Anschuldigungen, für die es keine Grundlage gibt. Diese Aussagen bergen ein großes Potenzial, Gewalt unter den Bürgern auszulösen und als Folge wurden wir, die Anhänger dieser Gottheit und unsere Familienmitglieder, zu Opfern von Ausgrenzung und Gewalt.

Unter Bezugnahme auf den Brief vom 25. April 2008 an den Premierminister der tibetischen Exilregierung, Samdhong Rinpoche, und den Dalai Lama, hatten wir an die tibetische Regierung appelliert, unsere Forderungen bis zum 02. September 2008 zu erfüllen.

Unsere Forderungen waren:

  • uns die Grundrechte der Redefreiheit, des Glaubens und des friedlichen Zusammenlebens zuzugestehen, so wie es in der Verfassung der tibetischen Exilregierung und demokratischen Ländern garantiert wird.
  • Das Verbot der Shugden Praxis und die religiöse Verfolgung der Praktizierenden aufzuheben.
  • Den systematischen Apartheidsprozess in den tibetischen Exilgemeinden zu stoppen, der zu sozialer, geistiger und körperlicher Qual von Shugden Praktizierenden geführt hat.

Unsere Forderungen wurden wieder und wieder ignoriert und die Notlage hat sich durch Folgendes weiter verschlechtert:

  • Die tibetische Exilregierung fährt damit fort, Shugden Praktizierende vom Rest der tibetischen Gesellschaft abzuspalten und auszusperren.
  • Sämtliche tibetischen Medien, einschließlich der tibetischen Redaktion von Voice of America sowie Radio Free Asia, stehen nicht etwa für demokratische Prinzipien ein sondern fördern weitere Apartheid und Ausgrenzung von Shugden Verehrern.
  • Hunderte von Mönchen die Dorje Shugden verehren wurden aus Klöstern ausgegrenzt und ausgeschlossen. In der Folge wurde quer durch das Kloster Ganden in Südindien im März 2008 eine Mauer gebaut, um die Shugden Verehrer auszugrenzen.
  • Mönchen, die Shugden verehren, wurde medizinische Versorgung durch die Kliniken in den tibetischen Exilgemeinden verweigert.
  • Studenten, deren Eltern Dorje Shugden verehren, wurden aus dem Schulsystem ausgeschlossen.
  • Bildnisse der Gottheit Dorje Shugden wurden an Orten wie Lhasa, Zentraltibet, Südindien und Kathmandu zerstört.

Aufgrund solcher Verletzung unserer grundlegenden Menschenrechte haben wir keine andere Wahl, als uns für unsere Rechte einzusetzen. Von diesem Tag an werden wir eine Kampagne mit folgenden Maßnahmen durchführen, bis unsere demokratischen Rechte, unsere religiöse Freiheit auszuüben, hergestellt sind:

  • Initiativen, um in den verschiedenen Medien ein Gewahrsein für unsere Notsituation zu wecken.
  • Petitionen und Unterschriftensammlungen zu organisieren und an die verschiedenen zuständigen Behörden und Organisationen einzureichen.
  • Systematische Demonstrationen zu organisieren.

Nachstehend einige der kürzlichen Vorfälle von Gewaltanwendung gegenüber Shugden Verehrern:

  1. Im Juli 2008 wurden Poster, wie für gesuchte Verbrecher, mit den Bildern einiger Mönche die an Protesten der Western Shugden Society teilgenommen hatten, in Queens, New York, aufgehängt. In einem Bericht von Al Dschasira über diese Poster heißt es: „Kein Shugden Verehrer wurde jemals für Terrorismus angeklagt oder verfolgt, aber dennoch sind die Mönche, die weiterhin Shugden verehren, Opfer von Beschimpfungen und Anschuldigungen.“
  2. Tausende von Mönchen und Laien haben das Kloster Gaden Shartse in Südindien angegriffen. 40 Menschen wurden dabei verletzt und Gebäude beschädigt.
  3. In Tibet wurde 1997 eine Nonne zusammengeschlagen und nackt zum Sterben auf der Straße zurückgelassen. Glücklicherweise überlebte sie.
  4. In Clement Town wurde versucht, das Haus einer Familie von Shugden Verehrern in Brand zu stecken.
  5. Am 29. Juli 2009 hat die Tibetische Redaktion von Radio Free Asia, in der Absicht die tibetische Öffentlichkeit gegen Shugden Verehrer aufzuwiegeln, diese dafür beschuldigt, für die Entführung von Tenzin Thakpa, Wöser Rinpoches Vater, sowie eines 13-jährigen Jungen und einiger Ziegen und Schafe in Markham verantwortlich zu sein. In Wirklichkeit waren Wöser Rinpoches Vater und ein 13-jähriger Junge Opfer von Überflutungen und Tenzin Thakpa wurde lebendig und wohlauf gesehen, als er in Lhasa und Indien umher reiste.

Dies sind nur einige Beispiele von zahllosen Gräueltaten der Gewalt und Diskriminierung gegenüber Shugden Verehrern.

Unterzeichnet, mit besten Wünschen

Shugden Society USA

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Samdhong´s Kreuzzug geht weiter

Samdhong´s Kreuzzug geht weiter

Samdhong Rinpoche, der Premierminister der tibetischen Exilregierung kämpft immer noch weiter in der verlorenen Schlacht. Trotz der Tatsache, dass die Shugden Praxis in der tibetischen Gelug-Tradition weiter erblüht und z.B. gerade erst die neuen Klöster Shar Gaden und Serpom Norling eröffnet wurden, hat sich Samdhong während eines Besuches in der Schweiz kürzlich gegen Dorje Shugden Praktizierenden geäußert, wie von Radio Free Asia berichtet wurde.shargaden07

30. August 2009

Sprecher: Der Gelehrte Samdhong Rinpoche, der Kalon Tripa der tibetischen Exilregierung hat der Schweizer Öffentlichkeit Ratschläge gegeben, dass sie der Shugden Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit widmen sollen. Bitte hören sie die Meldungen, die uns von Tsering Phuntsok gesendet wurden.

Tsering Phuntsok: Während seines kürzlichen Besuches in der Schweiz hat der Gelehrte Samdhong Rinpoche, der politische Führer der tibetischen Exilregierung gesagt, dass die Dholgyal (Shugden) Angelegenheit nicht nur eine religiöse Angelegenheit sei, sondern von der Chinesischen Regierung benutzt wird. Er hat die Öffentlichkeit angewiesen, der Sache ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Samdhong Rinpoche: Bezüglich unserer Religion und Politik, wurden einige Shugden Verehrer zu einem Werkzeug,

Transkript der Ansprache von Samdhong

Transkript der Ansprache von Samdhong

das von den politischen Führern der Volksrepublik China verwendet wird. Abgesehen davon haben sowohl in Tibet als auch im Exil über 95% der Mönche, Nonnen und Laien aufgegeben was aufzugeben ist und praktiziert was zu praktizieren ist und es geht ihnen sehr gut. Die gegenwärtige Situation ist beispielsweise so, obwohl es in den Sitzen der Klöster Sera, Drepung und Ganden nur wenige Shugden Verehrer gab, wurden sie getrennt und wurden rein, nachdem die religiösen und materiellen Verbindungen unterbunden waren. Es sind nur sehr wenige Tibeter unter ihnen. Es handelt sich um eine Gruppe von Menschen, zu denen viele aus den Grenzgebieten gehören, welche die Angelegenheit nicht verstehen und durch Materialien getäuscht wurden. Ich denke, es wird nicht lange dauern, bis dies gesäubert ist. Allerdings wurden die Dholgyal Verehrer zu einer Sache, die von der VR China für Politik und Propaganda benutzt wird. Deshalb ist es keine religiöse Frage. Es ist eine ausschließlich politische Angelegenheit. Deshalb gibt es in Europa und besonders um die Schweiz herum einige Streitigkeiten von Dholgyal Verehrern, die immer noch eine unerledigte Sache sind. Wenn man kürzlich in die Medien und Zeitungen rund um dieses Land geschaut hat, versuchen sie ihr Bestes um von den Toten aufzuerstehen. Hinsichtlich dieser Angelegenheit hat die Schweizer Öffentlichkeit einen klaren Standpunkt bezogen. Ihr solltet es bis zum Ende durchziehen; die Öffentlichkeit hat die Verantwortung ihren Fortbestand auszulöschen, welche wie Giftgas ist, ohne sie in der Zukunft wieder anwachsen zu lassen. Deshalb solltet ihr dies in Betracht ziehen.

Samdhong Rinpoche verursacht wieder einmal Unruhe und Zwietracht in der tibetischen Gesellschaft. Seine Behauptung, die Shugden Angelegenheit sei eine politische, ist nicht korrekt. Es handelt sich um eine religiöse Angelegenheit, denn selbst die vom Dalai Lama gegen die Shugden Praxis vorgebrachten Einwände sind fast ausschließlich religiöse. Es wäre korrekt von Samdhong zu sagen, dass sich eine Shugden Angelegenheit überhaupt nur aufgrund der Vermischung von Religion und Politik durch den Dalai Lama entwickelt hat. Es ist nicht China, welches Dorje Shugden als politisches Mittel benutzt, sondern die tibetische Exilregierung hat aus politischen Gründen ein Problem geschaffen.

Leider muss auch gesagt werden, obwohl die Western Shugden Society ihre Protestkampagne gegen die Unterdrückungspolitik des Dalai Lama ausgesetzt hat, haben der Dalai Lama und seine Regierung niemals aufgehört, zu versuchen Dorje Shugden Praktizierenden weiterhin Schaden zuzufügen. Obwohl der Dalai Lama während seines kürzlichen Besuches in Taiwan davon redete, wie sehr er der Demokratie verpflichtet ist, gab es in seiner Regierung wenig Anzeichen für Demokratie, als er die gegenwärtige Situation um die Shugden Verehrung dadurch auslöste, dass er die materielle Unterstützung für Shugden Verehrer unterband und sogar ihre Familien zwang, das gleiche zu tun. Er selbst gibt den Tibetern nicht die demokratische Freiheit der Tradition der Shugden Praxis zu folgen, die ihnen von ihren spirituellen Meistern übermittelt wurde.

Trotz der markigen Worte von Samdhong bezüglich der „Säuberung“ der tibetischen Gesellschaft – die unheilvolle Assoziationen weckt – sind die Hoffnungen der tibetischen Exilregierung, die Shugden Praxis zu zerstören, vergeblich, denn sie erblüht sowohl in der tibetischen Gesellschaft als auch im Rest der Welt und es gibt keine Möglichkeit für sie, dies zu verhindern.

Eine Erinnerung: das jährliche Medizinbuddha Festival wird am 29. September 2009 im Kloster Serpom stattfinden, wo hunderte von Mönchen eine Woche lang dreimal täglich Pujas für das Wohlergehen aller Lebewesen ausführen, und insbesondere für Verehrer und Unterstützer des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden.

Zwei Shugden Mönche aus dem Kloster Shar Gaden überfallen und verletzt

Zwei junge Mönche wurden mit Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie von sechs Angreifern in der Nacht überfallen worden sind.

Der Angriff fand gegen 23.30Uhr Ortszeit, am Samstag, dem 30. Mai 2009 vor dem Kloster Serkong Khangtsen in der tibetischen Exilkolonie Mundgod, Karnataka, in Südindien statt.

Bei den Opfern handelt es sich um Lobsang Damchö und Lobsang Chökyi Gyaltsen, zwei Tulkus (reinkarnierte Lamas), die vor kurzem in das Kloster Shar Gaden eingetreten sind. Sie sind in der Gemeinde als Anhänger des Beschützers Dorje Shugden bekannt.

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Die sechs Angreifer sind Unterstützer der Politik des Dalai Lamas, die sich gegen die Praxis von Dorje Shugden richtet. Sie haben zugegeben, dass sie den Angriff geplant und ausgeführt haben. Bislang hat ihr Kloster, Gaden Jangtse, keinen Kommentar zu dem Zwischenfall abgegeben und keine Disziplinarmaßnahmen gegen die Angreifer verhängt.

Die Angreifer werden auch von der örtlichen Vertretung der Tibeter und seinem Vorsitzenden unterstützt, die in der Gemeinde einen großen Rückhalt haben.

Die indische Polizei ist von dem Angriff informiert worden und hat Untersuchungen eingeleitet. Bislang wurde aber noch niemand festgenommen.

Die Geschichte Dorje Shugdens jetzt in deutscher Übersetzung

Unter www.dorjeshugdenhistorie.org ist jetzt die deutsche Übersetzung der geschichtlichen Entwicklung der Praxis von Dorje Shugden erhältlich. Der buddhistische Gelehrte Trinley Kalsang hat in sorgfältiger und detaillierter Arbeit eine Reihe von Artikeln über bedeutende Meister vom 17. – 20. Jahrhundert zusammengestellt, welche die Entwicklung der Dorje Shugden Verehrung, die wichtigsten historischen Texte und Rituale, die Entwicklung der Ikonografie usw. aufzeigen.

Für viele Anhänger des Weisheitsbuddha Dorje Shugden waren die bestehenden Kommentare und Gebetstexte ausreichend, um vertrauensvoll zu praktizieren. Für diejenigen, die gerne ausführlicheren geschichtlichen Hintergrund studieren, bieten die Texte von Trinley Kalsang eine Fülle von Inspiration.

Insbesondere die Kritiker und Zweifler sind herzlich eingeladen, einen prüfenden Blick auf dieses historische Material zu werfen, da ausführlich belegt wird, dass es sich bei Dorje Shugden um ein seit Jahrhunderten verehrtes heiliges Wesen handelt, auf das sich viele der größten Meister der Sakya-, Gelug- und auch Kagyü-Tradition als Weisheitsbeschützer verlassen haben.

Die Kritiker haben 200 Jahre Geschichte „vergessen“

Sämtliche bislang publizierten kritischen akademischen Werke von Michael v. Brück, Dreyfus, Kay, etc. haben gemeinsam, dass sie etwa 200 Jahre geschichtliche Entwicklung dieser Praxis zwischen 1700 und 1900 „vergessen“ und die Verehrung von Dorje Shugden als heiliges Wesen als eine „Erfindung“ Je Pabongkhapas darstellen. Alle kritischen akademischen Werke unterstellen, dass es keinerlei Belege dafür gibt, dass Dorje Shugden bereits früher als erleuchteter Beschützer verehrt wurde.

Die von Trinley Kalsang präsentierten historischen Texte – die sämtlich in öffentlichen Büchereien zugänglich sind! – zeigen aber klar, dass Dorje Shugden bereits seit dem 17. Jahrhundert als erleuchtetes Wesen verehrt wurde – als Ausstrahlung von Avalokiteshvara, Vajrapani und Manjushri.

Neuigkeiten aus dem Kloster Shar Gaden, Indien

Vor kurzem erschien die folgende Nachricht zusammen mit einigen sehr schönen Bildern auf der Website Dorjeshugden.com, die wir hier in deutscher Übersetzung weitergeben. Wir freuen uns über die guten Neuigkeiten und hoffen, bald mehr berichten zu können:

Bitte schauen Sie hier

Deutsche Übersetzung:

„Dies sind kürzlich aufgenommene Bilder des Shar Gaden Kloster, Mundgod, Südindien, das sich vom Ganden Kloster getrennt hat, weil die Mönche an ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Gurus festgehalten haben, und sich geweigert haben, ihre Praxis von Dorje Shugden aufzugeben. Heute ist es ein erblühendes Kloster mit etwa 550 Mönchen und wächst weiter an.“

Das neue Kloster Shar Gaden

Das neue Kloster Shar Gaden

Die Abstimmungen über Dorje Shugden widersprechen der Vinaya

Die Abstimmungen über Dorje Shugden widersprechen der Vinaya

Dieser Artikel (basierend auf dem englischen Beitrag „Dalai Lama’s Referendum contradicts Vinaya“) soll untersuchen, ob die Maßnahmen S.H. des Dalai Lama in Bezug auf die Beschützerpraxis von Dorje Shugden in Übereinstimmung mit der Vinaya sind, der buddhistischen Lehre über moralisches Verhalten. In allen großen Gelugpa-Klöstern in Indien wurden in der vergangenen Zeit auf Anordnung des Dalai Lama Abstimmungen mit Stimmstöcken durchgeführt, ob die Praxis von Dorje Shugden ausgeführt werden darf. Die Frage ist, ob diese Abstimmungen – wie behauptet – in Übereinstimmung mit der buddhistischen Lehre sind, oder nicht.

Am 08. Januar 2008 sagte der Dalai Lama in einer öffentlichen Rede im Kloster Drepung Loseling (Transskript von Voice of America):

„In den Vinaya-Regeln heißt es auch, wenn es eine strittige Angelegenheit gibt, sollen die Mönche Stimmstöcke nehmen und entscheiden, so wie es in den ‚Sieben Methoden zur Beilegung von Konflikten‘ beschrieben ist. In der heutigen demokratischen Praxis gibt es eine Sache die „Referendum“ genannt wird, „Befragung der Mehrheit“. Die Angelegenheit hat jetzt den Punkt erreicht, zu Fragen was die Mehrheit will. Deshalb, wenn ihr nach diesem Kurs am Loseling Kloster nach Hause geht, stellt diese Fragen:

„Ob ihr Dholgyal [Dorje Shugden] verehren wollt.“ Das ist die erste Frage. Diejenigen, die es wollen, sollen unterschreiben, dass sie Dholgyal verehren wollen; diejenigen die es nicht wollen, sollen unterschreiben, dass sie es nicht wollen.

„Ob wir die religiösen und materiellen Güter mit Dholgyal-Verehrern teilen wollen“; Ihr sollt unterschreiben, dass ihr das wollt. Oder „Wir wollen die religiösen und materiellen Güter nicht mit Dholgyal-Verehrern teilen“; Ihr sollt unterschreiben, dass ihr das nicht wollt.“

Der spezifische Abschnitt der Vinaya auf den sich der Dalai Lama bezieht ist als „Die sieben Methoden Konflikte zu lösen“ bekannt und ist die schriftliche Grundlage für die Abstimmungen an den Klöstern Sera, Ganden und Drepung. Wenn man in diese Schriften schaut, stellt man leicht fest, dass der Dalai Lama und die Äbte der Klöster die Richtlinien Buddhas zum Umgang mit einem derartigen Konflikt vollkommen missachten. Wenn Buddhas Ratschlägen wirklich gefolgt werden würde, gäbe es den Konflikt in dieser Form überhaupt nicht und seine Beilegung würde kein Leid verursachen.

Die besagten „Sieben Methoden“ werden von Thanissaro Bhikkhu beschrieben, in „The Buddhist Monastic Code, Volume I: The Patimokkha Training Rules Translated and Explained.“

Regel Nr. 5 besagt: „In Übereinstimmung mit der Mehrheit handeln“. Dies bezieht sich auf Fälle, in denen Bhikkhus (Mönche) einen Konflikt nicht einstimmig lösen können, und selbst nachdem die angemessenen Verfahren befolgt wurden, sie sich „mit den Waffen der Zunge verletzen“. In solchen Fällen können Entscheidungen durch Mehrheitsabstimmung getroffen werden.

Solch eine Abstimmung ist gültig, wenn:

1. Die Angelegenheit wichtig ist
2. Die Verfahren von „in der Gegenwart von“ sind alle befolgt worden aber führten nicht zur Beilegung der Angelegenheit. (Die Diskussion in der Cullavagga weist darauf hin, dass mindestens zwei Gemeinschaften versucht haben die Angelegenheit zu klären. Der Kommentar empfiehlt, die normalen Verfahren mindestens zwei- oder dreimal zu versuchen.)
3. Beide Seiten sind dazu gebracht worden sind, über ihren Standpunkt nachzudenken
4. Der Verteiler der Stimmstöcke weiß, dass die Mehrheit zum Dharma steht
5. Er hofft, dass die Mehrheit zum Dharma stehen wird
6. Der Verteiler der Stimmstöcke weiß, dass das Verfahren nicht zu einer Spaltung der Sangha führen wird
7. Er hofft, dass das Verfahren nicht zu einer Spaltung der Sangha führt
8. Die Stimmstöcke werden in Übereinstimmung mit dem Dharma ausgegeben (gemäß dem Kommentar heißt dies, dass es keinen Betrug gibt –  z. B. ein Bhikkhu zwei Stöcke nimmt – und die Seite des Dharmas gewinnt)
9. Die Versammlung ist vollständig
10. Die Bhikkhus nehmen die Stimmstöcke in Übereinstimmung mit ihren Sichtweisen (und nicht unter  Furcht vor Einschüchterung oder Nötigung

Regel Nr. 10 wurde verletzt: Die Abstimmungen fanden unter Furcht vor Einschüchterung oder Nötigung statt

Am 26. Januar 2008 wurde die Abstimmung im Kloster Sera-Je durchgeführt, am 9. Februar 2008 in Ganden Shartse. Vor diesen Abstimmungen wurden bereits Maßnahmen gegen Dorje Shugden Mönche ergriffen. Einige der Ereignisse:

8. Januar 2008: In der Versammlungshalle des Klosters Ganden Jangtse musste jeder Mönch einzeln aufstehen und verkünden, dass er niemals Dorje Shugden praktizieren wird. Zwölf Mönche, die Dorje Shugden praktizieren nahmen nicht teil und wurden aus dem Kloster ausgeschlossen.

Im Phukang Khangtsen (ebenfalls Ganden Shartse) wurden unterschriebene Erklärungen von jedem Mönch eingesammelt, die besagten, dass der Unterzeichner niemals Dorje Shugden praktizieren wird. Mönche die nicht unterschreiben und keinen Schwur ablegen wollten, sondern mit der Praxis von Dorje Shugden fortfahren, wurden gezwungen zu unterschreiben. Die Unterschrifts- und Schwurkampagne wurde in zehn monastischen Abteilungen durchgeführt. Als die Unterschriften im Phukang Khangtsen eingesammelt wurden, wurde ein Mönch ausgestoßen, weil er sich weigerte.

11. Januar 2008: Der Abt des Klosters Ganden Jangtse, Gen Rinpoche Geshe Lobsang Tsephel wurde auf einer öffentlichen Versammlung vom Dalai Lama dafür gescholten ein Dorje Shugden Praktizierender zu sein. Er wurde dafür beschuldigt „zwei Gesichter“ zu haben, da er vorgibt dem Rat des Dalai Lama zu folgen, während er im geheimen Dorje Shugden praktiziert.

Bevor irgendeine Abstimmung in Sera Je oder Ganden Shartse durchgeführt wurde, sind bereits Mönche ausgeschlossen und gedemütigt worden. Das ist ein wichtiger Punkt.

Anschließend wurden die Mönche von Ganden und Sera aufgefordert, an einer Abstimmung teilzunehmen, wobei sie die Konsequenzen bereits kannten, sollten sie gegen die Mehrheit stimmen.

Kann dies eine demokratische Abstimmung ohne Einschüchterung und Nötigung genannt werden? Sich zu der Praxis von Dorje Shugden zu bekennen, bedeutete für die Mönche, in Zukunft zu einer gesellschaftlichen Gruppe zu gehören, mit der niemand „materielle oder spirituelle Beziehungen haben darf“. Solcherart war ihr Überleben innerhalb wie außerhalb der Klöster in Frage gestellt. Indem der Dalai Lama einen derartigen Druck ausübte verstieß er gegen die Vinaya und die gesamte buddhistische Lehre.

Regel Nr. 6 und Nr. 7 wurden verletzt: die Abstimmung wird zu einer Spaltung der Sangha führen

Die zweite Frage die der Dalai Lama formuliert hat ist: „Ob wir die religiösen und materiellen Güter [das Zusammenleben im Kloster] mit Dholgyal-Verehrern teilen wollen“.

Das bedeutet in der Praxis, dass Mönche, die bisher im Kloster zusammenlebten, nicht mehr die gleiche Küche benutzen dürfen, nicht zusammen beten und studieren, nicht zusammen arbeiten, nicht einmal mehr zusammen in einem Fahrzeug sitzen, wie es erst kürzlich im November gefordert wurde.

Eine Spaltung der Sangha bedeutet eine Teilung in der Gemeinschaft, wobei zwei Gruppen von Bhikkhus, die eine gemeinsame Verbindung haben – mit mindestens fünf in einer Gruppe und vier in einer anderen – Handlungen der Gemeinschaft in der gleichen Gegend getrennt voneinander ausführen.“

Am 7. Februar 2008 verkündete der Disziplinmeister in der Versammlungshalle des Klosters Shartse mit Tränen in den Augen: „Dhokhang Khangtsen wird jetzt vom Kloster Shartse getrennt.“ Dies erfüllt die Definition einer Spaltung der Sangha gemäß Buddhas Unterweisungen. Es ist klar, dass die vom Dalai Lama veranlassten Abstimmungen gezielt und unvermeidlich zu einer Spaltung der Sangha führten. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Abstimmungen ungültig sind.

Zudem gibt es Anweisungen von Buddha, wie gemäß der Vinaya mit einer Spaltung umgegangen werden sollte, und der Dalai Lama missachtet diese Ratschläge:

„Bezüglich der Laiengemeinde, wird Buddha in den Texten zitiert, dass sie an beide Parteien geben sollten und ihren Dharma hören. Dann, nach sorgfältigem Abwägen, sollten sie die Dharma-Fraktion bevorzugen. Es ist jedoch anzumerken, dass Buddha mit diesem Ratschlag an die Laien, eine Fraktion zu bevorzugen, nicht gesagt hat, dass nur eine Fraktion Almosen erhalten soll. Es mag geschehen, dass die Laien über den Dharma falsch informiert sind und nicht in der Lage, die richtige Gruppe von der falschen zu unterscheiden. Weiterhin hat der Buddha niemals ein Lebewesen als unwürdig erklärt, Gaben zu erhalten, denn das wäre gleichbedeutend damit, dass dieses Wesen nicht wert wäre zu leben.“

Dies bedeutet, dass die Unterschriftenkampagne, die vom Dalai Lama und der Exilregierung in der Laiengemeinde durchgeführt wird, und die dazu aufruft, keine materiellen Güter mit Dorje Shugden Verehrern zu teilen, direkt der Vinaya widerspricht. Der Text der Vinaya macht klar, dass sowohl Dorje Shugden Verehrer, als auch diejenigen, die ihn nicht verehren, materielle Unterstützung erhalten sollten, wie jeder andere auch.

Regel Nr. 2 wurde verletzt: Die Abstimmungen folgen nicht Buddhas Verfahrensweisen der Vinaya

Eine Abstimmung ist gemäß der Vinaya nur dann gültig, wenn die Verfahrensweisen von „in der Gegenwart von“ befolgt wurden, ohne den Konflikt beilegen zu können. D.h. die Gemeinschaft muss sich treffen und beratschlagen, bevor die Abstimmung durchgeführt wird. Dies ist nicht geschehen. Der Dalai Lama hat sich niemals mit Dorje Shugden Verehrern getroffen, um mit ihnen eine Lösung zu finden. Es gab niemals einen Dialog, keine Antworten auf Petitionen, Briefe etc. Auf der Website www.wisdombuddhadorjeshugden.org/de gibt es einen Zähler, der angibt, seit wann der Dalai Lama nicht antwortet. Das Referendum ist daher eine einseitige Entscheidung des Dalai Lama und wurde der tibetischen Gemeinschaft aufgezwungen. Dies widerspricht der Vinaya. Der Dalai Lama sagte am 08. Januar 2008 (siehe Video von Al Jazeera und das deutsche Transskript in unserem Blog), direkt vor den Abstimmungen:

Vor kurzem haben Klöster furchtlos Shugden-Mönche ausgestoßen, wo es nötig war. Ich unterstütze diese Handlungen voll und ganz. Ich lobe sie. Wenn es Klöstern schwerfällt, Maßnahmen zu ergreifen, sagt ihnen, der Dalai Lama ist dafür verantwortlich“.

Ein weiteres Argument ist, dass die Vinaya die Möglichkeit gibt, dass jeder Mönch in der Gruppe das Recht hat, dagegen zu protestieren, dass die Angelegenheit von der Gruppe gelöst wird. Wenn dies geschieht, wird die Gruppe als inkompetent betrachtet, um die Sache zu klären. Der Zweck dieses Ratschlages von Buddha ist, den Dharma vor Bhikkhus zu schützen, die empfehlen, was nicht wirklich Dharma oder Vinaya ist, aber sich dennoch in der Gruppe durchsetzen. Wenn es eine Versammlung gegeben hätte, hätten Dorje Shugden Mönche mit Sicherheit protestiert.

Regel Nr. 4, Nr. 5 und Nr. 8 wurden verletzt: Das Ergebnis der Abstimmungen ist nicht in Übereinstimmung mit dem Dharma

Der Ehrwürdige Atisha sagte:
„Freunde, bis ihr Erleuchtung erlangt, ist der spirituelle Lehrer unentbehrlich, verlasst euch deshalb auf den heiligen spirituellen Meister.“

Die Abstimmungen widersprechen den Worten dieses heiligen Lehrers, der maßgeblich für die Verbreitung des Buddhismus in Tibet war. Die heutigen Dorje Shugden Verehrer erhielten Ermächtigungen in diese Praxis von ihren Gurus Trijang Rinpoche, Geshe Rabten, Lama Yeshe, Song Rinpoche, Dagom Rinpoche, und vielen anderen. Die Ratschläge dieser Lehrer aufzugeben und dem Verbot zu folgen, ist gemäß Atisha Nicht-Dharma.

Die beiden Hauptlehrer des jetzigen Dalai Lama waren Trijang Rinpoche und Ling Rinpoche. Trijang Rinpoche war ein reiner Dorje Shugden Praktizierender und hat Ermächtigungen in diese Praxis gegeben und Schriften über Dorje Shugden verfasst. Ling Rinpoche hat Gebete an Dorje Shugden verfasst, die regelmäßig in buddhistischen Zentren in der ganzen Welt rezitiert werden. Wenn sich der Dalai Lama gegen diese beiden heiligen Meister stellt müssen wir uns fragen, was für eine Überlieferungslinie er lehrt? Wie kann er Unterweisungen darüber geben, sich auf einen spirituellen Lehrer zu verlassen und auf welchen Erfahrungen basieren diese Unterweisungen?

Zusammengefasst, aus allen diesen Gründen ist das Referendum über die Dorje Shugden Verehrung Nicht-Dharma. Da der Dalai Lama die Abstimmungen als Dharma präsentiert, obwohl sie es nicht sind, täuscht er buddhistische Praktizierende in der ganzen Welt.

Da der Dalai Lama außerdem den Dorje Shugden Verehrern die Lebensnotwendigkeiten verwehrt, brechen er und die anderen, die diese Schwur- und Unterschriftskampagnen durchführen, ihre Zufluchtsgelübde zu Buddha, die besagen, keinem Wesen zu schaden.

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Vor ca. einem Jahr wurde die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht. Wir bringen diesen Beitrag in diesem Blog, da derartige „Abstimmungen“ nach wie vor stattfinden, wodurch die Anhänger von Dorje Shugden in ihrer Religionsfreiheit verletzt werden. Hunderte Mönche sind als Folge solcher „Abstimmungen“ aus ihren Klöstern ausgeschlossen worden.

Das Kloster Tashi Lhunpo wehrt die Dolgyal-Praxis ab
Pressemitteilung/ Kloster Tashi Lhunpo, Montag 28.01.2008
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Am 22. Januar versammelten sich alle Mönche des Klosters Tashi Lhunpo im indischen Exil, um über die Angelegenheit von Dorje Shugden zu beraten.

Das Kloster Tashi Lhunpo, welches immer dem Wohlergehen seiner Heiligkeit und der Politik der Zentralregierung gewidmet war, erklärte formell, dass der problematische Dolgyal Shugden von den Mönchen des Klosters nicht verehrt wird oder in Zukunft verehrt werden wird.

Am Abend des 22. Januar versammelte sich die gesamte Gemeinschaft in der Gebetshalle und vor den Bildern von Gyalwa Gedun Drup, dem 10. Panchen Lama sowie Tashi Lhunpos Beschützergottheit Palden Lhamo, legte jeder einzelne Mönch einen formalen Schwur ab, dass er sich auf Dolgyal Shugden unter keinen Umständen verlassen wird und ihn nicht praktizieren oder verehren.

stick-vote-2Am 26. Januar legten die Mönche des Klosters Tashi Lhunpo abermals Schwüre ab, indem sie Holzstöcke (tshul-shing) zogen und auszählten. Diesmal in der Anwesenheit von religiösen und politischen Würdenträgern der Exilregierung. Dies wurde getan, um den bereits bekannten Standpunkt zu bestätigen, dass Dolgyal Shugden nicht von den Mönchen des Klosters Tashi Lhunpo verehrt wird.

Abschliessend teilte das Büro des Klosters mit, dass das Kloster Tashi Lhunpo keinerlei Form von Beziehung mit Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen pflegen will, die mit Dolgyal Shugden arbeiten.

Die Abstimmungen mit den Stimmstöcken finden öffentlich statt. Die Teilnehmer müssen einen gelben oder roten Stock aufnehmen, um ihre Entscheidung zu zeigen. Es gibt keine vorherige Diskussion, keinerlei demokratische Verfahren, um Kompromisse zu finden und keinerlei juristische Einspruchsmöglichkeiten. Ein ausführlicher Artikel, der die Gültigkeit dieser Abstimmungen untersucht, folgt in Kürze.

Ein Vidoe über die Abstimmungen mit Stimmstöcken und die Schwur- und Unterschriftsaktionen

Siehe auch Artikel „Erzwungene Unterschrifts- und Identitätsausweis Kampagne