Samdhong´s Kreuzzug geht weiter

Samdhong´s Kreuzzug geht weiter

Samdhong Rinpoche, der Premierminister der tibetischen Exilregierung kämpft immer noch weiter in der verlorenen Schlacht. Trotz der Tatsache, dass die Shugden Praxis in der tibetischen Gelug-Tradition weiter erblüht und z.B. gerade erst die neuen Klöster Shar Gaden und Serpom Norling eröffnet wurden, hat sich Samdhong während eines Besuches in der Schweiz kürzlich gegen Dorje Shugden Praktizierenden geäußert, wie von Radio Free Asia berichtet wurde.shargaden07

30. August 2009

Sprecher: Der Gelehrte Samdhong Rinpoche, der Kalon Tripa der tibetischen Exilregierung hat der Schweizer Öffentlichkeit Ratschläge gegeben, dass sie der Shugden Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit widmen sollen. Bitte hören sie die Meldungen, die uns von Tsering Phuntsok gesendet wurden.

Tsering Phuntsok: Während seines kürzlichen Besuches in der Schweiz hat der Gelehrte Samdhong Rinpoche, der politische Führer der tibetischen Exilregierung gesagt, dass die Dholgyal (Shugden) Angelegenheit nicht nur eine religiöse Angelegenheit sei, sondern von der Chinesischen Regierung benutzt wird. Er hat die Öffentlichkeit angewiesen, der Sache ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Samdhong Rinpoche: Bezüglich unserer Religion und Politik, wurden einige Shugden Verehrer zu einem Werkzeug,

Transkript der Ansprache von Samdhong

Transkript der Ansprache von Samdhong

das von den politischen Führern der Volksrepublik China verwendet wird. Abgesehen davon haben sowohl in Tibet als auch im Exil über 95% der Mönche, Nonnen und Laien aufgegeben was aufzugeben ist und praktiziert was zu praktizieren ist und es geht ihnen sehr gut. Die gegenwärtige Situation ist beispielsweise so, obwohl es in den Sitzen der Klöster Sera, Drepung und Ganden nur wenige Shugden Verehrer gab, wurden sie getrennt und wurden rein, nachdem die religiösen und materiellen Verbindungen unterbunden waren. Es sind nur sehr wenige Tibeter unter ihnen. Es handelt sich um eine Gruppe von Menschen, zu denen viele aus den Grenzgebieten gehören, welche die Angelegenheit nicht verstehen und durch Materialien getäuscht wurden. Ich denke, es wird nicht lange dauern, bis dies gesäubert ist. Allerdings wurden die Dholgyal Verehrer zu einer Sache, die von der VR China für Politik und Propaganda benutzt wird. Deshalb ist es keine religiöse Frage. Es ist eine ausschließlich politische Angelegenheit. Deshalb gibt es in Europa und besonders um die Schweiz herum einige Streitigkeiten von Dholgyal Verehrern, die immer noch eine unerledigte Sache sind. Wenn man kürzlich in die Medien und Zeitungen rund um dieses Land geschaut hat, versuchen sie ihr Bestes um von den Toten aufzuerstehen. Hinsichtlich dieser Angelegenheit hat die Schweizer Öffentlichkeit einen klaren Standpunkt bezogen. Ihr solltet es bis zum Ende durchziehen; die Öffentlichkeit hat die Verantwortung ihren Fortbestand auszulöschen, welche wie Giftgas ist, ohne sie in der Zukunft wieder anwachsen zu lassen. Deshalb solltet ihr dies in Betracht ziehen.

Samdhong Rinpoche verursacht wieder einmal Unruhe und Zwietracht in der tibetischen Gesellschaft. Seine Behauptung, die Shugden Angelegenheit sei eine politische, ist nicht korrekt. Es handelt sich um eine religiöse Angelegenheit, denn selbst die vom Dalai Lama gegen die Shugden Praxis vorgebrachten Einwände sind fast ausschließlich religiöse. Es wäre korrekt von Samdhong zu sagen, dass sich eine Shugden Angelegenheit überhaupt nur aufgrund der Vermischung von Religion und Politik durch den Dalai Lama entwickelt hat. Es ist nicht China, welches Dorje Shugden als politisches Mittel benutzt, sondern die tibetische Exilregierung hat aus politischen Gründen ein Problem geschaffen.

Leider muss auch gesagt werden, obwohl die Western Shugden Society ihre Protestkampagne gegen die Unterdrückungspolitik des Dalai Lama ausgesetzt hat, haben der Dalai Lama und seine Regierung niemals aufgehört, zu versuchen Dorje Shugden Praktizierenden weiterhin Schaden zuzufügen. Obwohl der Dalai Lama während seines kürzlichen Besuches in Taiwan davon redete, wie sehr er der Demokratie verpflichtet ist, gab es in seiner Regierung wenig Anzeichen für Demokratie, als er die gegenwärtige Situation um die Shugden Verehrung dadurch auslöste, dass er die materielle Unterstützung für Shugden Verehrer unterband und sogar ihre Familien zwang, das gleiche zu tun. Er selbst gibt den Tibetern nicht die demokratische Freiheit der Tradition der Shugden Praxis zu folgen, die ihnen von ihren spirituellen Meistern übermittelt wurde.

Trotz der markigen Worte von Samdhong bezüglich der „Säuberung“ der tibetischen Gesellschaft – die unheilvolle Assoziationen weckt – sind die Hoffnungen der tibetischen Exilregierung, die Shugden Praxis zu zerstören, vergeblich, denn sie erblüht sowohl in der tibetischen Gesellschaft als auch im Rest der Welt und es gibt keine Möglichkeit für sie, dies zu verhindern.

Eine Erinnerung: das jährliche Medizinbuddha Festival wird am 29. September 2009 im Kloster Serpom stattfinden, wo hunderte von Mönchen eine Woche lang dreimal täglich Pujas für das Wohlergehen aller Lebewesen ausführen, und insbesondere für Verehrer und Unterstützer des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden.

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Die tibetische Exilregierung verbietet die Praxis von Dorje Shugden im Kloster Tashi Lhunpo

Vor ca. einem Jahr wurde die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht. Wir bringen diesen Beitrag in diesem Blog, da derartige „Abstimmungen“ nach wie vor stattfinden, wodurch die Anhänger von Dorje Shugden in ihrer Religionsfreiheit verletzt werden. Hunderte Mönche sind als Folge solcher „Abstimmungen“ aus ihren Klöstern ausgeschlossen worden.

Das Kloster Tashi Lhunpo wehrt die Dolgyal-Praxis ab
Pressemitteilung/ Kloster Tashi Lhunpo, Montag 28.01.2008
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Am 22. Januar versammelten sich alle Mönche des Klosters Tashi Lhunpo im indischen Exil, um über die Angelegenheit von Dorje Shugden zu beraten.

Das Kloster Tashi Lhunpo, welches immer dem Wohlergehen seiner Heiligkeit und der Politik der Zentralregierung gewidmet war, erklärte formell, dass der problematische Dolgyal Shugden von den Mönchen des Klosters nicht verehrt wird oder in Zukunft verehrt werden wird.

Am Abend des 22. Januar versammelte sich die gesamte Gemeinschaft in der Gebetshalle und vor den Bildern von Gyalwa Gedun Drup, dem 10. Panchen Lama sowie Tashi Lhunpos Beschützergottheit Palden Lhamo, legte jeder einzelne Mönch einen formalen Schwur ab, dass er sich auf Dolgyal Shugden unter keinen Umständen verlassen wird und ihn nicht praktizieren oder verehren.

stick-vote-2Am 26. Januar legten die Mönche des Klosters Tashi Lhunpo abermals Schwüre ab, indem sie Holzstöcke (tshul-shing) zogen und auszählten. Diesmal in der Anwesenheit von religiösen und politischen Würdenträgern der Exilregierung. Dies wurde getan, um den bereits bekannten Standpunkt zu bestätigen, dass Dolgyal Shugden nicht von den Mönchen des Klosters Tashi Lhunpo verehrt wird.

Abschliessend teilte das Büro des Klosters mit, dass das Kloster Tashi Lhunpo keinerlei Form von Beziehung mit Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen pflegen will, die mit Dolgyal Shugden arbeiten.

Die Abstimmungen mit den Stimmstöcken finden öffentlich statt. Die Teilnehmer müssen einen gelben oder roten Stock aufnehmen, um ihre Entscheidung zu zeigen. Es gibt keine vorherige Diskussion, keinerlei demokratische Verfahren, um Kompromisse zu finden und keinerlei juristische Einspruchsmöglichkeiten. Ein ausführlicher Artikel, der die Gültigkeit dieser Abstimmungen untersucht, folgt in Kürze.

Ein Vidoe über die Abstimmungen mit Stimmstöcken und die Schwur- und Unterschriftsaktionen

Siehe auch Artikel „Erzwungene Unterschrifts- und Identitätsausweis Kampagne

Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis durch den Dalai Lama

Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis

durch den Dalai Lama

„Die Klöster sind gesäubert“
Augenzeugenbericht von Anfang September 2008

Ein ungefähr 30 Jahre alter Mönch kam aus einem Gelug-Kloster in Manali (Indien) in das tibetische Kinderdorf,  in Patikuhl, Kulu Manali, welches den SOS-Kinderdörfern angeschlossen ist.

Er war von der örtlichen Gruppe des Tibetan Youth Congress (TYC) eingeladen worden, um Studenten zu überzeugen, durch Unterschriften und Schwüre die Praxis von Dorje Shugden aufzugeben.

Der TYC ist mit 70.000 Mitgliedern eine der größten Nicht-Regierungsorganisationen der tibetischen Exilgemeinschaft und seit 1996 an der Verfolgung und Ausgrenzung von Verehrern des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden beteiligt. Da die Exilregierung selbst keine Exekutive hat, verwendet sie den TYC und ähnliche Organisationen, um ihre Entscheidungen in der Exilgemeinschaft durchzusetzen.

Der in das Kinderdorf eingeladene Mönch hielt eine Rede vor den Studenten und Lehrern:

Die Klöster Drepung, Sera und Ganden sind gesäubert worden. Unser Kloster wurde ebenfalls gesäubert. Darüber gibt es nicht den geringsten Zweifel…. Ihr solltet ebenfalls nicht den Dämon Shugden verehren.“

Der Mönch brachte ein Thangka-Bild, das einen Beschützer darstellte, der auf den am Boden liegenden Dorje Shugden trampelt. Er zeigte ihn den Studenten und Lehrern und sagte:

Auf Dorje Shugden wird getrampelt, weil er ein Dämon ist; nicht etwa, weil der Maler einfach gemalt hat was er wollte.“

Viele Leute verehren diese Gottheit nicht mehr. Aber einige Organisationen und die Leute aus der Provinz Chating mögen den Dalai Lama nicht und deshalb verehren sie immer noch Shugden. Deshalb solltet ihr alle Beziehungen zu den Leuten aus der Provinz Chating beenden.“

Jeder muss den Worten seiner Heiligkeit dem Dalai Lama folgen, der uns sagt, dass wir diese Gottheit nicht verehren sollen …

Ich bin hier vom TYC aus Manali eingeladen worden, der mich gebeten hat, euch zu erklären wie schlecht die Verehrung von Shugden ist. Zusammen mit euren Unterschriften müsst ihr vor Palden Lhamo [einer anderen Gottheit] und den drei Juwelen schwören, dass ihr die Gottheit nicht verehrt.“

Die Angestellten und Lehrer gaben als erstes ihre Unterschriften und legten Schwüre ab, dass sie Shugden nicht verehren würden. Dann wurden die Studenten gerufen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Viele Studenten wussten nichts darüber, aber ihnen wurde gesagt:

Der Dalai Lama hat gesagt, dass Shugden ein Dämon ist und du ihn nicht verehren sollst. Deshalb musst du hier nach vorne kommen und eine Unterschrift und einen Schwur leisten, dass du ihn nicht verehrst.“

Die Studenten haben sich dann aufgestellt um zu unterschreiben und den Schwur zu leisten.

Der Mönch und die Mitglieder des TYC aus Manali reisten am Nachmittag ab und sagten, dass sie noch woanders eine Unterschriften- und Schwurkampagne hätten.

Der Manali-TYC hat Eigentümern von Läden und Restaurants mitgeteilt, dass sie zum Kloster kommen sollten, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten, Dorje Shugden nicht zu verehren und keinerlei spirituelle oder materielle Bindungen mit Shugden-Anhängern zu haben.

Ein Restaurantbesitzer sprach mit dem Augenzeugen:

Wenn Du Shugden verehrst, hast Du Erfolg und Glück in diesem Leben, aber wenn Du stirbst, gehst Du direkt zur Hölle!

Gegen 17.00 Uhr Nachmittags kamen die Mitglieder des TYC zurück zum Kinderdorf und forderten diejenigen auf, die noch nicht ihre Unterschriften und Schwüre geleistet hatten, dies jetzt zu tun.

Ein spanischer Journalist besuchte die Dorje Shugden Society, um ihre Mitglieder über die Dorje Shugden-Angelegenheit zu interviewen. Er war in Manali, als sich der Vorfall ereignete. Er berichtete, dass der Manali-TYC die Bevölkerung gezwungen hatte zum Kloster zu kommen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Den Leuten wurde gesagt, dass sie ihre Läden und Restaurants schließen sollten, und wenn jemand nicht kommt, wird die Öffentlichkeit aufgefordert werden ihr Geschäft zu boykottieren.

Der Journalist war geschockt, als er dies hörte.

Die Tibeter sagen, dass sie auf dem Weg der Demokratie Fortschritte machen, aber sie setzen die Leute unter Zwang. Ich wusste nicht viel über Dorje Shugden. Als ich über das Verbot der Shugden-Praxis hörte, wollte ich mehr herausfinden.“

Der Journalist befragte die Leute in Manali, wer diese Kampagne organisiert hatte und was der Nutzen sei, diese Gottheit zu verbieten? Er bekam keine Antwort, und die Leute schienen feindlich zu reagieren. Er sagte, er habe entdeckt, dass tibetische Religion und Politik vollkommen vermischt sind.

Die Geschichte von 16 jungen tibetischen Flüchtlingen in Nepal und Indien

Ein Erfahrungsbericht von Lobsang Tsultrim, tibetischer Flüchtling

Mein Name ist Lobsang Tsultrim. Ich stamme aus der Provinz Gyaltang – Yunan auf Chinesisch – in Tibet. Am 16. July 2007 kam ich im Tibetischen Empfangszentrum (TRC) in Kathmandu, Nepal, an. Bei unserer Ankunft im TRC freuten wir uns, als wenn wir nach Hause gekommen sind; wir fühlten uns wohl und sicher bei dem Gedanken, dort tibetische Landsleute zu treffen. Dieses Gefühl endete jedoch abrupt, als wir vom Vorsitzenden des TRC befragt wurden.

“Habt Ihr chinesische Pässe?” fragte der Vorsitzende. “Wir haben keinen chinesischen Pass”, antworteten wir. Er lachte und schrie: “Sagt mir ehrlich, wenn Ihr keinen chinesischen Pass habt, welchen Weg habt Ihr dann nach Nepal genommen?” Ich antwortete, dass ich wirklich keinen Pass habe, und dass wir einem Führer Geld gegeben haben, um uns zu helfen, die Grenze zu überqueren. Er fragte uns dann, an welches Kloster wir gehen wollten, und ich sagte ihm, an das Kloster Sera Me. Er fragte weiter, an welches Khamtsen (Abteilung des Klosters) ich gehen wollte, und ich sagte ihm, Pomra Khamtsen.

Diese Antwort gefiel ihm ganz klar nicht und er begann unfreundlich mit mir zu reden. Ich war verwirrt und fragte mich, was falsch gewesen war. Dann bekam ich heraus, dass er wütend war, weil Pomra Khamtsen Dorje Shugden praktiziert.

Ich wurde dann in den Raum Nr. 5 geführt, wo ich wieder befragt wurde. Die Beamten fragten nach meinem Namen, dem Namen meiner Eltern und meinem Vaterland, und ich beantwortete sie alle. Sie fragten auch nach dem Kloster und der Abteilung (Khamtsen) meiner Wahl. Ich sagte, ich wolle dem Pomra Khamtsen in Sera Me beitreten. Ich wurde dann gefragt, ob ich Dorje Shugden verehre und ich bejahte.

Mir wurde dann gesagt, dass ich eine Erklärung unterschreiben müsste, mit der ich meinen Glauben an Dorje Shugden und meine Praxis aufgebe, wenn ich an das Pomra Khamtsen in Sera Me gehen wolle.

Ich bat ihn, mich nicht zu zwingen, zu unterschreiben.

Der Beamte, der diesen Teil der Befragung durchführte, sagte:

“Du bist ein chinesischer Spion. Du bist gegen den Dalai Lama. Wenn Du Dorje Shugden verehrst, bist Du gegen den Dalai Lama.”

Ich widersprach diesen Anschuldigungen und sagte, der Dalai Lama ist der spirituelle Meister von Tibet und auch mein Guru. Dorje Shugden ist eine Gottheit, die in unserem Kloster, in unserer Provinz und unserer Familie verehrt wird.

Ich wurde dann wieder bedrängt, bezüglich meiner Gründe, die Erklärung die Dorje Shugden Verehrung aufzugeben nicht unterschreiben zu wollen. Und ich wiederholte meine vorherige Aussage, dass die Gottheit Dorje Shugden in unserem Kloster, unserer Provinz und meiner Familie seit vielen Generationen verehrt wird. Ich habe energisch verneint, dass meine Verehrung von Dorje Shugden bedeutet, dass ich den Dalai Lama ablehne. Ich flehte ihn an, mich zu verstehen, und mich nicht zu zwingen meinen religiösen Glauben aufzugeben.

Mir wurde dann gesagt, dass ich sorgfältig über diese Angelegenheit nachdenken müsse, da es keine Möglichkeit gäbe, an einem Kloster zugelassen zu werden, wenn ich nicht unterzeichne. Er weigerte sich, mir ein Empfehlungsschreiben auszustellen, das besagt, dass meine Zulassung zu Sera Me vom Dalai Lama und dem Kalon Tripa, dem Vorsitzenden des tibetischen Kabinetts, bewilligt wird.

Wir hatten die Flucht aus Tibet nur riskiert, um eine Audienz mit seiner Heiligkeit dem Dalai Lama zu erhalten und um an ein Kloster zu gehen, wo wir tibetische buddhistische Philosophie studieren konnten. Dies war unser einziges Ziel.

Wir blieben zwei Monate in Kathmandu, ohne ein Empfehlungsschreiben vom TRC zu erhalten.

Wir waren bekümmert.

Die Vertreter von Pomra Khamtsen, Dhokang Khamtsen, den Shugden Devotees und die Nepalesische Regierung boten uns Hilfe an. Das nepalesische Innenministerium sandte eine Nachricht an die United Nations High Commission for Refugees (UNHCR), sowie das TRC und bat darum, keine Diskriminierung zuzulassen. Die UNHCR schrieb dann an das TRC, und forderte es auf, Neuankömmlingen aus Tibet keine Briefe auszustellen. Wir verliessen Kathmandu am 12 Juli 2007.

Selbst nachdem wir das TRC verlassen hatten, wurden wir schikaniert. Bevor wir den Bus nach Delhi bestiegen, durchsuchten der Vorsitzende des TRC und seine Angestellten unsere Taschen; sie stahlen unsere neuen Sachen und liessen uns nur alte, gebrauchte Dinge. Sie nahmen uns Kleidungsstücke und Büchsenfleisch ab, dass unser Reiseproviant war.

Ihr Verhalten schockierte uns. Was konnten wir tun? Unsere Augen waren mit Tränen gefüllt.

Statt Tibeter zu sein, die Tibetern helfen, unterdrückten und bestahlen sie uns. Sie behandelten uns schlecht und diskriminierten uns, weil wir Dorje Shugden verehren. Wir hatten das Gefühl, dass Dorje Shugden Praktizierende in Indien mehr leiden als wir. Dann fuhren wir ab.

Am 14. Juli 2007 erreichten wir dasTRC in Budh Vihar, Delhi. Dort hatten wir einen Zwischenstopp für etwa 10 Stunden. Dann wurden wir mit dem Bus nach Dharamsala geschickt. Am 15. Juli erreichten wir morgens Dharamsala und gingen zum dortigen TRC. Sobald wir ankamen, sagte ein Angestellter:

“Wir sind alle Tibeter. Wir sollten Harmonie und Einigkeit bewahren. Und wir müssen den Worten Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama folgen.”

Er sagte noch mehr, was wir aber nicht verstanden, da wir einen anderen Dialekt sprachen. Dann zeigte er uns unsere Betten, gab uns Teller und Löffel und sammelte 150 Rupien von jedem von uns ein. Wir erhielten ein Frühstück aus Reisnudeln und Eiern. Nach dem Frühstück wurden unsere Namen aufgenommen. Für drei Tage wurde niemand zu einer Befragung gerufen.

Ein Angestellter (etwa 165cm gross und ca 25 Jahre alt) schrieb meinen Namen auf, sowie den von Tsering Norbu, der 14 Jahre alt ist. Er sagte, wir müssten an einen anderen Ort gehen. Ich fragte ihn wo wir hingehen müssen, aber er antwortete nicht. Da wir nicht im Lhasa Dialekt sprechen, war die Verständigung schwierig. Wir baten die Angestellten, einen Mönch zu rufen, den wir von Sera Me kannten. Wir gaben im die Telefonnummer und baten ihn, von seinem Handy anzurufen, aber er tat es nicht. Er sagte, die Nummer wäre nicht erreichbar. Dann brachte er uns zu einem zweigeschossigen Gebäude. Dort waren ein Inder, eine Nonne und drei andere Männer, einschliesslich dem Mann, der uns dorthin gebracht hatte. Der Inder stellte keine Fragen.

Die Befragung ging wie folgt von statten:

Angestellter: “Welche Gottheit verehrt Dein Kloster?”
Lobsang: “Unser Kloster verehrt die Gottheit Dorje Shugden.”
Angestellter: “Wenn das der Fall ist, verehrst Du den Dalai Lama?”
Lobsang: “Wir verehren Dorje Shugden als Gottheit und den Dalai Lama als einen Guru. Nicht nur das, ich habe ein Foto des Dalai Lama gebracht.”
Angestellter: “Man sagt, solche Fotos sind nicht gestattet [in Tibet]?.”
Lobsang: “Da wir Vertrauen und Glauben haben, bewahrten wir das Bild in der Tasche auf.”
Angestellter: “Wenn Du Dorje Shugden verehrst, bist Du gegen den Dalai Lama. Wenn Du Dorje Shugden verehrst, kannst Du nicht den Dalai Lama verehren. Du musst Dich für den einen oder anderen entscheiden.”
Lobsang: “Seit Generationen haben wir sowohl den Dalai Lama als auch Shugden verehrt. Deshalb können wir nicht zwischen ihnen wählen, wie ich zuvor schon sagte.”

Sie diskutierten miteinander und forderten uns dann auf zu gehen. Wir kehrten zum TRC zurück. Am nächsten Tag wurde jeder von uns vom TRC befragt.

Befrager: “Was ist Dein Name, Deine Provinz und Dein Kloster?”
Lobsang: “Mein Kloster ist das Gyaltang Songtsen Ling.”
Befrager: “Wie viele Mönche gibt es in Deinem Kloster? Verehren sie Shugden?”
Lobsang: “Unser Kloster hat über 800 Mönche. Sie verehren Shugden.”
Befrager: “Ist die Hauptstatue Eures Klosters Lama Tsongkhapa oder Guru Padmasambhawa?”
Lobsang: “Die Hauptstatue ist Tsongkhapa”. (der Gründer der Gelug-Tradition des tibetischen Buddhismus)
Befrager: “An welche Abteilung in welchem Kloster gehst Du?”
Lobsang: “Ich gehe zum Pomra Khamtsen.”
Befrager: “Wenn Du an ein Kloster gehst, musst Du unterschreiben, dass Du niemals Shugden verehrst. Du kannst nicht gehen, wenn Du nicht unterschreibst. Dies sind die Richtlinien des Dalai Lama und die Verordnungen des Kashag (des tibetischen Kabinetts). Diese Vorgehensweise stammt nicht von uns. Deshalb kannst Du kein Empfehlungsschreiben haben. Wenn Du zu einer Schule gehen willst, gibt es keine Einwände. Aber Du kannst an kein Kloster gehen, solange Du Dorje Shugden verehrst. Deshalb musst Du gut nachdenken. Ich habe keine weitere Option für Dich.”

Ein paar Tage später wurde uns gesagt, dass wir nicht im TRC bleiben könnten. Wir sagten, wir würden das TRC verlassen, wenn Sie uns das Empfehlungsschreiben geben, aber ohne einen Brief hätten wir keinen Ort an den wir gehen könnten. Ein Angestellter drohte, wenn wir nicht gehen, würde die Polizei uns schlagen und in das Gefängnis werfen. Am 20. September gab uns das TRC keine Mahlzeiten und keine Decken mehr; wir wurden in einen leeren Raum auf dem Dachboden gebracht. Zum ersten mal in unserem Leben war uns kalt und hungrig.

Die Angestellten sagten uns erneut, dass wir nicht im TRC bleiben konnten und bald gehen müssten. Wir baten sie erneut, uns den Brief zu geben. Sie antworteten, dass sie uns den Brief nicht geben würden, wenn wir keine Erklärung unterzeichnen Dorje Shugden aufzugeben. Wir antworteten, wenn sie nicht die Autorität hätten, uns einen Brief zu geben, sollten sie uns Kalon Tripa Samdhong Rinpoche treffen lassen.

Lobsang Norbu und ich selbst wurden dann zum Büro des tibetischen Kabinetts gebracht. Wir konnten den Kalon Tripa nicht treffen. Aber ein junger Mann war im Büro. Wir gaben ihm unsere Petition und kehrten zurück.

“Ihr könnt nur noch drei Tage bleiben”, sagten uns die Angestellten des TRC, “darüber solltet ihr miteinander reden.” Wir wiederholten, dass wir gehen würden, wenn sie uns einen Brief geben, anderenfalls wären wir heimatlos. Am nächsten Tag wandten wir uns an das Kabinettsbüro. Nach ein paar Minuten Wartezeit kam Kalon Tripa zusammen mit fünf oder sechs anderen Männern. Wir standen auf, um unseren Respekt zu zeigen. Kalon fragte nach unseren Namen und worum es ginge. Wir sagten: “Rinpoche, bitte gib uns ein Empfehlungsschreiben, damit wir an das Kloster gehen können.”

Kalon Samdhong antwortete:

“Wenn ihr nicht unterschreibt, dass ihr die Verehrung von Shugden aufgebt, gibt es keine Möglichkeiten euch an das Kloster zu schicken. Es ist besser, wenn ihr nach Tibet zurückgeht. Ihr müsst das Geld für die Reise zusammenbringen.”

Seine Antwort traf uns im Herzen. Wir kümmerten ihn überhaupt nicht, was durch seine Worte offenkundig war. Tief verletzt kehrten wir an das TRC zurück.

Wir wurden weiterhin von den Angestellten des TRC bedroht und schikaniert, die uns sagten, sie wüssten nicht, wann die Polizei kommen würde, um uns festzunehmen. Wir sollten so bald wie möglich gehen.

Am 22. September kam die Polizei zum TRC und sagte uns, wir sollten Dharamsala so bald wie möglich verlassen, oder wir müssten ins Gefängnis. Das TRC und die Polizei zwangen uns zwei Unterschriften zu leisten, die erklärten, dass wir 1. Dharamsala verlassen, und 2. nach Tibet zurückkehren.

Als ich mich weigerte zu unterschreiben, schlug mich die Polizei mit einem Knüppel. Lobsang Tseten wurde geohrfeigt.

Sie befragten uns weiter und sagten uns, wir müssten die Erklärung unterschreiben, dass wir nach Tibet zurückkehren. Sie sagten, unsere Weigerung zu unterschreiben würde dazu führen, dass wir ins Gefängnis müssten. Diejenigen unter 16 würden zu einem anderen Ort gebracht werden.

Die Angestellten des TRC informierten uns, dass uns die Polizei eine Woche gibt zu gehen, anderenfalls würden wir verhaftet werden. Dies verletzte uns zutiefst. Unsere Eltern hatten uns geschickt, um tibetischen Buddhismus und Philosophie zu studieren. Für dieses Ziel hatten wir unsere Leben riskiert um zu flüchten. Wir haben alles dafür riskiert, aber wir sind in ein freies Land gereist, nur um von unseren eigenen Leuten verfolgt zu werden – Tibetern, die immer über Frieden, Liebe und Mitgefühl für alle Lebewesen sprechen.

Wir wurden wieder zur Polizeistation gebracht. Wir blieben dort einen Tag lang ohne Essen oder Trinken und wurden dann am abend wieder zum TRC gebracht. Die Angestellten des TRC sagten, wir würden mit Sicherheit von der Polizei festgenommen werden, wenn wir nicht so bald wie möglich gehen würden. Wir waren junge Neuankömmlinge, die keine Kenntnis von diesem Ort und diesem System hatten, und wir hatten Verständigungsschwierigkeiten. In anbetracht der Situation und unserer Erfahrung der letzten sechs Monate war es klar, dass wir in der Falle sassen und zunächst besser gehen sollten. Unsere Hoffnung war, dass wir uns an die indische Regierung wenden konnten, um unseren Fall zu untersuchen und uns zu beschützen.

Wir sind der indischen Regierung zutiefst dankbar, dass sie uns als tibetische Flüchtlinge Asyl gewährt hat. Es steht fest, dass die tibetische Exilregierung in Dharamsala uns nicht den Flüchtlingsstatus zugestanden hätte, selbst wenn sie die Autorität dazu hätte.

Hintergründe zu diesen bestürzenden Ereignissen gibt es hier

Weiterhin schwierige Situation für Shugden-Verehrer in Indien

Diesen Brief haben wir von einem Mönch und Dorje Shugden Verehrer aus Indien erhalten. Er zeigt, dass es nach wie vor offene und verdeckte systematische Diskriminierung gegenüber Shugden-Verehrern gibt. Der Dalai Lama und die Exilregierung setzen weiterhin ihr Bemühen fort, diese traditionelle Verehrung des Weisheitsbeschützers Dorje Shugden auszulöschen.

Auszüge aus einem Brief eines Mönches aus Indien, weitergeleitet von der Shugden Society, Delhi

“Aufgrund der jüngsten Aufstände in Tibet konnten keine Tibeter mehr ins Exil gelangen. Wenn sich die Lage wieder beruhigt, werden wieder Flüchtlinge nach Indien kommen, um schulische und monastische Ausbildung zu bekommen. Wenn sie in Nepal ankommen, wenden sie sich an das Tibetische Empfangszentrum dort, und später an die entsprechende Stelle in Dharamsala. Sie werden gefragt, ob sie Verehrer von Dorje Shugden sind oder nicht. Wenn jemand ein Verehrer von Dorje Shugden ist, erhält er keinen Empfehlungsbrief, um einem der Klöster in Indien beizutreten. Ohne solch einen Brief wird der Abt ihn nicht zulassen. Es ist bekannt, dass im Jahr 2008 16 Flüchtlinge grosse Probleme durch die tibetischen Büros in Kathmandu und Dharamsala hatten.

Viele Mönche haben Pomra [eine Abteilung des Klosters Sera Me in Südindien] verlassen, aber viele sind immer noch dort. Diejenigen, die Pomra verlassen haben, waren unter Druck und Angst. Sie hatten Angst, dass sie aus Indien deportiert werden. überall wurde verbreitet: “Die Shugden-Verehrer die nicht aufgeben, werden auf die Strasse geworfen.” Nicht nur das, im Namen einer Organisation namens Himalayan cultural Association wird sogar damit gedroht, sie ganz aus Indien zu vertreiben,

Die Mönche von Pomra haben keine Feindseligkeiten gegen andere Mönche. Es ist individuelle Freiheit, ob jemand [Shugden] praktizieren will oder nicht.

Gegenwärtig sind aufgrund der vielen Probleme im Kloster die Mönche beider Seiten nicht zufrieden. Sie wollen nicht im Kloster bleiben, deshalb haben viele das Kloster verlassen und sind nach Amerika oder Europa gegangen. Es gibt jetzt hunderte ehemaliger Mönche in New York und anderswo in den USA und Kanada, darunter auch Geshes. Sie arbeiten in Restaurants, Läden und Fabriken. Einige Mönche, die Glück haben, oder eine Verbindung mit einem buddhistischen Zentrum, haben die Möglichkeit Dharma zu unterrichten.

Pomra hat jetzt über 400 Mönche, davon leben etwa 200 ausserhalb. Die Mehrheit der Mönche sind Tibeter. Es gibt fast 100 Nepalis unter den Mönchen. Niemandem wurde gesagt sie sollten Shugden verehren. Sie sind in das Kloster gekommen, um Buddhismus zu studieren. Ihnen wird gelehrt, alle religiösen Glaubensrichtungen zu respektieren, und niemals schlecht über andere Glaubensrichtungen zu reden.

Niemand ist gegen den Dalai Lama; niemand hat Feindseligkeit gegenüber ihm, trotzt der Verfolgung und Diskriminierung, die seit über einem Jahrzehnt stattfindet.

Die Mönche in Sera und Ganden waren nicht glücklich über die Besuche des Dalai Lama. Jedesmal wenn er hier herkommt, wirbelt er die Shugden-Sache auf. Dann gibt es Probleme. Es gibt viele Mönche die nicht von Pomra sind und fragen: “Warum kommt der Dalai Lama so oft zu diesem Kloster?” Schon einen Monat bevor er kommt, erwarten die Leute etwas Schlimmes im Kloster. Der Dalai Lama kommt. Er wird die Situation mit Sicherheit schlimmer machen. Er nimmt seinen Besuch als Anlass, um für die weltweiten Proteste und das Verfahren vor dem Gericht in Delhi Vergeltung zu üben.

Der Dalai Lama sagt, dass er sich von politischer Verantwortung zurückzieht. Er ist aber immer noch das politische Oberhaupt und er wird es bleiben. Obwohl das Treffen hier ein öffentliches Treffen genannt wurde, werden sie schliesslich doch nur tun was der Dalai Lama will. Er hat nicht am gerade stattfindenden Treffen teilgenommen, um zu zeigen, dass er nicht involviert ist. Später werden wir den Beschluss sehen. Der Beschluss wird sein, dass die Mehrheit dem Vorgehen des Dalai Lama folgen will.

Gerade jetzt ist die Situation im Sera recht friedlich, aber dieser Frieden kann jederzeit zerstört werden. Shugden-Verehrer und diejenigen, die ihn nicht verehren leben getrennt. Ich glaube nicht, dass Shugden-Verehrern hier gestattet wird, friedlich zu leben.”