Die Geister des Dalai Lama

Die Geister des Dalai Lama

Einer der immer wieder vom Dalai Lama wiederholten Gründe für das Verbot der Praxis von Dorje Shugden ist, dass er behauptet, der tibetische Buddhismus würde zu einer Geisterverehrung degenerieren. Schauen wir uns die Fakten an:

Im tibetischen Buddhismus werden hunderte von Beschützergottheiten verehrt, viele davon sind nichtbuddhistischen Ursprungs, und insbesondere in den Klöstern, die eng mit dem Dalai Lama verbunden sind, wie dem Namgyal Kloster und dem Nechung Kloster, werden mehr Beschützergottheiten verehrt als in irgendeinem anderen Kloster. Der Dalai Lama selbst hat neue Gebete an diese Gottheiten verfasst und mindestens vier Tranceorakel werden vom Dalai Lama und der Exilregierung regelmäßig konsultiert. Solch ein starkes Verlassen auf Orakel gab es nicht einmal im alten Tibet.

Aus der Website der tibetischen Regierung ist zu erfahren, dass das Nechung Kloster das einzige Kloster im tibetischen Buddhismus ist, das gänzlich einem weltlichen Geist gewidmet ist. In ihm residiert das Staatsorakel Nechung, welches nach eigenen Aussagen des Dalai Lama ein weltliches Wesen ist und nicht etwa ein Buddha oder Bodhisattva. Der Kuten, d.h. die Person durch die Nechung in Trance spricht, hat den Rang eines Stellvertretenden Ministers der tibetischen Regierung inne. Das Staatsorakel wird in allen wichtigen Entscheidungen konsultiert.

Zusätzlich gibt es einen „Vize Staatsbeschützer“ Gadong, der auch ein Orakel hat, allerdings hat dieses Orakel schon lange nicht mehr gesprochen, und es gibt einige neue Orakel, die auf mysteriöse Weise aus Tibet gekommen zu sein scheinen und ohne jegliche Überprüfung als Assistenten des Staatsorakels eingesetzt wurden.

Obwohl der Dalai Lama behauptet, dass die Ratschläge des Staatsorakels „immer richtig gewesen seien“, weiß jeder, dass es eine lange Reihe von grotesken Fehlern in den Prophezeiungen Nechungs gibt. Eine seiner bekanntesten Vorhersagen war: „Ich werde 10 Milliarden göttliche Soldaten nach China senden und Tibets Freiheit wird im Jahr des Drachen (1988) erstrahlen“.

Ausgerechnet die Aussagen dieses Staatsorakels waren es nun aber, die den Dalai Lama Ende der 70er Jahre dazu bewogen, die Praxis von Dorje Shugden aufzugeben. Nechung behauptete, dass Dorje Shugden der Sache Tibets schade. Obwohl Nechung nach Berichten eifersüchtig auf Dorje Shugden war, schenkte der Dalai Lama der Kritik des Orakels mehr Glauben, als den Unterweisungen seines spirituellen Meisters. Der Dalai Lama sagte immer wieder, er habe die Sache Dorje Shugdens sorgfältigst überprüft, aber wenn man schaut, welches seine Methoden dieser Überprüfung waren, lässt sich außer den Aussagen des weltlichen Tranceorakels Nechung nichts vorweisen.

Nechung wurde vom Dalai Lama wiederholt über Dorje Shugden befragt und obwohl seine Aussagen voller logischer Widersprüche sind, verlässt sich der Dalai Lama darauf. Mal sagt Nechung, „Dorje Shugden ist zur Zeit des 5. Dalai Lama zerstört worden“, dann sagt er „Dorje Shugden ist der schädlichste Dämon der heutigen Zeit“.

Auf seiner eigenen Website erklärt der Dalai Lama auch, dass er mittels dem Werfen von Teigbällchen, in welche Zettel gesteckt werden, über die Dorje Shugden Praxis der Inkarnation von Trijang Rinpoche entscheiden wollte:

„Dholgyal [eine abwertende Bezeichnung für Dorje Shugden] ist etwas, mit dem Rinpoche eine Beziehung aus früheren Leben hat, und wenn die Zeit kommt, wenn Rinpoches persönliche Realisation Reife erlangt, werde ich durch Teigball-Prophezeihung entscheiden, ob er die Praxis ausführen soll.“

Siehe dazu dieses Video

Trijang Rinpoche war sein Wurzel-Guru, sein hauptsächlicher spiritueller Meister. Dass der Dalai Lama sich überhaupt anmaßt über die Praxis seines eigenen Lehrers entscheiden zu wollen, ist bereits aberwitzig genug. Dazu noch eine Methode anwenden zu wollen, die nicht verlässlicher ist, als das Lesen von Kaffeesatz, treibt es auf die Spitze.

Zurück zum anfänglichen Punkt: Der Dalai Lama sagte, er wolle den tibetischen Buddhismus vor der Degenerierung zur Geisterverehrung bewahren. Wir müssen uns fragen, wie er das tut? Sicher nicht, indem er die Praxis des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden zerstört, der seit Jahrhunderten als erleuchtetes Wesen verehrt wird.

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