Zwei Shugden Mönche aus dem Kloster Shar Gaden überfallen und verletzt

Zwei junge Mönche wurden mit Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie von sechs Angreifern in der Nacht überfallen worden sind.

Der Angriff fand gegen 23.30Uhr Ortszeit, am Samstag, dem 30. Mai 2009 vor dem Kloster Serkong Khangtsen in der tibetischen Exilkolonie Mundgod, Karnataka, in Südindien statt.

Bei den Opfern handelt es sich um Lobsang Damchö und Lobsang Chökyi Gyaltsen, zwei Tulkus (reinkarnierte Lamas), die vor kurzem in das Kloster Shar Gaden eingetreten sind. Sie sind in der Gemeinde als Anhänger des Beschützers Dorje Shugden bekannt.

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Die sechs Angreifer sind Unterstützer der Politik des Dalai Lamas, die sich gegen die Praxis von Dorje Shugden richtet. Sie haben zugegeben, dass sie den Angriff geplant und ausgeführt haben. Bislang hat ihr Kloster, Gaden Jangtse, keinen Kommentar zu dem Zwischenfall abgegeben und keine Disziplinarmaßnahmen gegen die Angreifer verhängt.

Die Angreifer werden auch von der örtlichen Vertretung der Tibeter und seinem Vorsitzenden unterstützt, die in der Gemeinde einen großen Rückhalt haben.

Die indische Polizei ist von dem Angriff informiert worden und hat Untersuchungen eingeleitet. Bislang wurde aber noch niemand festgenommen.

Erzwungene Unterschrifts- und Identitätsausweis-Kampagne unter Exiltibetern

Eine Gesellschaft Ausgestoßener entsteht

Der tibetische Buddhismus kennt Hunderte von Beschützer-Gottheiten. In den 70er Jahren hat der 14. Dalai Lama seinen Glauben an einen dieser Beschützer, die Gottheit Dorje Shugden, aufgegeben. Die Praxis von Dorje Shugden ist ein sehr altes Gebet (mit Kommentaren), das buddhistischen Praktizierenden einfach helfen soll, tugendhafte Geisteszustände von Liebe, Mitgefühl, Weisheit und spirituellem Schutz zu entwickeln. In den darauf folgenden Jahren hat der Dalai Lama in seinen Unterweisungen und öffentlichen Reden (sowohl religiösen als auch politischen) mehr und mehr darauf abgezielt, auch andere dazu zu bewegen, ihren Glauben an die Gottheit Shugden aufzugeben. 1996 begann der Dalai Lama die Hebel seiner Exilverwaltung (Tibetische Exil-Regierung) einzusetzen, um denjenigen, die dem Glaubenswechsel des Dalai Lama nicht folgen wollten, soziale Hindernisse in den Weg zu legen. Als Resultat wurde der Zugang zu vielen Arbeitsplätzen, Positionen, Schulen und Klöstern im tibetischen Exil unmöglich, ohne öffentlich der Gottheit Shugden zu entsagen. Andererseits wurden diejenigen, die ehrgeizig ihre Unterstützung für die neuen Massregelungen zeigten, entsprechend mit Schlüsselstellungen und Besuchen des Dalai Lama in ihren Einrichtungen belohnt.

Etwa ein Drittel der tibetischen Bevölkerung und Hunderte der berühmtesten Meister der tibetischen Geschichte haben sich in der Vergangenheit auf die Beschützergottheit Shugden verlassen. Die Maßnahmen des Dalai Lama haben diese Anzahl auf eine Minderheit reduziert. Damit immer noch nicht zufrieden, bestand der Dalai Lama auf öffentlichen Schwüren in den Klosteruniversitäten in Südindien im Januar 2008, mit dem Ziel das soziale Leben für alle unerträglich zu machen, die nicht zur neuen Glaubenslinie konvertieren wollen. Solche Schüre werden jetzt außerhalb der Klöster in den tibetischen Gemeinden auf der ganzen Welt durchgeführt, einschließlich Europa.

“Keine Beziehung mit denjenigen zu haben, die Dorje Shugden verehren” wird jetzt in der Gesellschaft als auch in Klöstern als ein Mittel der völligen sozialen Segregierung umgesetzt. Diejenigen, die trotz solch drastischer Methoden ihr Vertrauen in Dorje Shugden behalten, werden öffentlich als “unrein”, “Verräter der tibetischen Sache” und “Feinde des Dalai Lama” bezeichnet und erfahren die Behandlung Ausgestoßener. Ohne den Identitätsausweis ist es z.B. nicht möglich an gemeinsamen Gebeten teilzunehmen oder in den Läden einzukaufen, ein Reise-Visum zu erhalten und auch Familien werden auseinander gerissen. Die “Unreinen” sind de facto separiert, sie sind aus dem täglichen Leben ausgestoßen und religiöse Apartheid ist schließlich Wirklichkeit geworden in einer Bevölkerung unter der spirituellen Führung des Dalai Lama, der dem Westen religiöse Freiheit und Toleranz lehrt.

Solche Worte, solche Schwüre und solche Verfahren sind in der tibetischen Geschichte ohne Beispiel, und sie sind gewiss in den meisten Ländern dieser modernen Welt inakzeptabel. Diese erzwungene Trennung steht in keinster Weise mit der einer buddhistischen Lebensweise oder einer demokratischen Lebensweise im Einklang.

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Identitätsausweis für jene, die ihr Gelöbnis geschworen und eingereicht haben (eingescannte Version)

Ausweis Nr.:
Name:

Bildungsstätte:
Abteilung:
Haus-Nr.:
16.02.2008: 16-02-2008

Weitere Dokumente über erzwungene Schwurkampagnen finden Sie hier:

http://www.westernshugdensociety.org/de/reports/oaths/

Weiterhin schwierige Situation für Shugden-Verehrer in Indien

Diesen Brief haben wir von einem Mönch und Dorje Shugden Verehrer aus Indien erhalten. Er zeigt, dass es nach wie vor offene und verdeckte systematische Diskriminierung gegenüber Shugden-Verehrern gibt. Der Dalai Lama und die Exilregierung setzen weiterhin ihr Bemühen fort, diese traditionelle Verehrung des Weisheitsbeschützers Dorje Shugden auszulöschen.

Auszüge aus einem Brief eines Mönches aus Indien, weitergeleitet von der Shugden Society, Delhi

“Aufgrund der jüngsten Aufstände in Tibet konnten keine Tibeter mehr ins Exil gelangen. Wenn sich die Lage wieder beruhigt, werden wieder Flüchtlinge nach Indien kommen, um schulische und monastische Ausbildung zu bekommen. Wenn sie in Nepal ankommen, wenden sie sich an das Tibetische Empfangszentrum dort, und später an die entsprechende Stelle in Dharamsala. Sie werden gefragt, ob sie Verehrer von Dorje Shugden sind oder nicht. Wenn jemand ein Verehrer von Dorje Shugden ist, erhält er keinen Empfehlungsbrief, um einem der Klöster in Indien beizutreten. Ohne solch einen Brief wird der Abt ihn nicht zulassen. Es ist bekannt, dass im Jahr 2008 16 Flüchtlinge grosse Probleme durch die tibetischen Büros in Kathmandu und Dharamsala hatten.

Viele Mönche haben Pomra [eine Abteilung des Klosters Sera Me in Südindien] verlassen, aber viele sind immer noch dort. Diejenigen, die Pomra verlassen haben, waren unter Druck und Angst. Sie hatten Angst, dass sie aus Indien deportiert werden. überall wurde verbreitet: “Die Shugden-Verehrer die nicht aufgeben, werden auf die Strasse geworfen.” Nicht nur das, im Namen einer Organisation namens Himalayan cultural Association wird sogar damit gedroht, sie ganz aus Indien zu vertreiben,

Die Mönche von Pomra haben keine Feindseligkeiten gegen andere Mönche. Es ist individuelle Freiheit, ob jemand [Shugden] praktizieren will oder nicht.

Gegenwärtig sind aufgrund der vielen Probleme im Kloster die Mönche beider Seiten nicht zufrieden. Sie wollen nicht im Kloster bleiben, deshalb haben viele das Kloster verlassen und sind nach Amerika oder Europa gegangen. Es gibt jetzt hunderte ehemaliger Mönche in New York und anderswo in den USA und Kanada, darunter auch Geshes. Sie arbeiten in Restaurants, Läden und Fabriken. Einige Mönche, die Glück haben, oder eine Verbindung mit einem buddhistischen Zentrum, haben die Möglichkeit Dharma zu unterrichten.

Pomra hat jetzt über 400 Mönche, davon leben etwa 200 ausserhalb. Die Mehrheit der Mönche sind Tibeter. Es gibt fast 100 Nepalis unter den Mönchen. Niemandem wurde gesagt sie sollten Shugden verehren. Sie sind in das Kloster gekommen, um Buddhismus zu studieren. Ihnen wird gelehrt, alle religiösen Glaubensrichtungen zu respektieren, und niemals schlecht über andere Glaubensrichtungen zu reden.

Niemand ist gegen den Dalai Lama; niemand hat Feindseligkeit gegenüber ihm, trotzt der Verfolgung und Diskriminierung, die seit über einem Jahrzehnt stattfindet.

Die Mönche in Sera und Ganden waren nicht glücklich über die Besuche des Dalai Lama. Jedesmal wenn er hier herkommt, wirbelt er die Shugden-Sache auf. Dann gibt es Probleme. Es gibt viele Mönche die nicht von Pomra sind und fragen: “Warum kommt der Dalai Lama so oft zu diesem Kloster?” Schon einen Monat bevor er kommt, erwarten die Leute etwas Schlimmes im Kloster. Der Dalai Lama kommt. Er wird die Situation mit Sicherheit schlimmer machen. Er nimmt seinen Besuch als Anlass, um für die weltweiten Proteste und das Verfahren vor dem Gericht in Delhi Vergeltung zu üben.

Der Dalai Lama sagt, dass er sich von politischer Verantwortung zurückzieht. Er ist aber immer noch das politische Oberhaupt und er wird es bleiben. Obwohl das Treffen hier ein öffentliches Treffen genannt wurde, werden sie schliesslich doch nur tun was der Dalai Lama will. Er hat nicht am gerade stattfindenden Treffen teilgenommen, um zu zeigen, dass er nicht involviert ist. Später werden wir den Beschluss sehen. Der Beschluss wird sein, dass die Mehrheit dem Vorgehen des Dalai Lama folgen will.

Gerade jetzt ist die Situation im Sera recht friedlich, aber dieser Frieden kann jederzeit zerstört werden. Shugden-Verehrer und diejenigen, die ihn nicht verehren leben getrennt. Ich glaube nicht, dass Shugden-Verehrern hier gestattet wird, friedlich zu leben.”

Das politische Verbot einer religiösen Praxis durch den Dalai Lama erstreckt sich auch auf die Schweiz und Liechtenstein

Wird es jemals aufhören? Die Mischung von Politik und Religion, die durch den Dalai Lama und seine Exilregierung ausgeübt wird, zerstört bereits das spirituelle Leben tausender von Menschen in der tibetischen Exilgemeinde in Indien und greift jetzt auf den Westen über. Lesen Sie selbst:

Schweizer Beschluss bezüglich der Verehrung von

Dholgyal [abfällige Bezeichnung für Dorje Shugden]

Anlässlich der 2. Droetsog Sitzung (lokale Versammlung der Vertreter) der Tibetergemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein am 16. August 2008 fand eine gründliche und verantwortungsvolle Diskussion über das Thema Dhogyal (Shugden) statt. Die Mehrheit der anwesenden Droetsog Thuemis (Vertreter) hat die Resolution (5 Punkte) von 1996 nochmals bekräftigt und ergänzte diese mit 3 aktuellen Punkten. Ferner werden alle Tibeter ab dem 18. Lebensjahr aufgefordert, auf Worte Taten folgen zu lassen, indem sie an der neuerlichen Unterschriftsaktion teilnehmen.

a) Die Resolution vom 6. Februar 1996 wurde einstimmig von der damaligen Droetsog Thuemis (Lokalen Versammlung der Vertreter) verabschiedet und beinhaltet folgende 5 Punkte:
1) Die bisherige Dhogyal-Verehrung wird klar und mit sofortiger Wirkung beendet.
2) Diejenigen, die bis anhin nicht der Dhogyal-Verehrung verfallen waren, sollten weiterhin standhaft bleiben und nicht in den Einflussbereich der Dhogyal-Verehrung geraten.
3) Personen, welche privat oder für das Wohlergehen des Dalai Lamas Gebete rezitieren und Gaben erbringen wollen, dürfen nur diejenigen ohne Verbindung zu Dhogyal einladen.
4) Personen, welche privat oder in einer Gemeinschaft Gaben an Klöster in Indien und Nepal erbringen, dürfen diese Gaben nur an Klöster ohne Dhogyal-Verbindung erbringen.
5) Die Unterweisungen über Politik und Religion müssen beherzigt und in die Tat umgesetzt werden.

b) Die von der Mehrheit der Droetsog Thuemis (Lokalen Versammlung der Vertreter) verabschiedete Resolution vom 16. August 2008 beinhaltet 3 zusätzliche Punkte:
1) Vor kurzem haben wenige Dhogyal-Anhänger S.H. den Dalai Lama unbegründet und öffentlich kritisiert. Wir verstehen diese Aktionen als Verschwörung, um Gerüchte zu verbreiten.
2) Die wenigen Tibeter, welche Seine Heiligkeit den Dalai Lama unbegründet öffentlich kritisieren, erkennen wir als direkte, indirekte und vollständige Kollaborateure des Chinesischen Regimes.
3) Wir werden Unterschriften sammeln, um die Wahrheit zu bezeugen, in freiwilliger Weise die obigen Punkte zu unterstützen.

Hier das tibetische Originaldokument

http://www.westernshugdensociety.org/de/reports/dholgyal-worship-swiss-resolution1/