Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis durch den Dalai Lama

Der Tibetan Youth Congress (TYC) verschärft das Verbot der Dorje Shugden-Praxis

durch den Dalai Lama

„Die Klöster sind gesäubert“
Augenzeugenbericht von Anfang September 2008

Ein ungefähr 30 Jahre alter Mönch kam aus einem Gelug-Kloster in Manali (Indien) in das tibetische Kinderdorf,  in Patikuhl, Kulu Manali, welches den SOS-Kinderdörfern angeschlossen ist.

Er war von der örtlichen Gruppe des Tibetan Youth Congress (TYC) eingeladen worden, um Studenten zu überzeugen, durch Unterschriften und Schwüre die Praxis von Dorje Shugden aufzugeben.

Der TYC ist mit 70.000 Mitgliedern eine der größten Nicht-Regierungsorganisationen der tibetischen Exilgemeinschaft und seit 1996 an der Verfolgung und Ausgrenzung von Verehrern des Weisheitsbuddhas Dorje Shugden beteiligt. Da die Exilregierung selbst keine Exekutive hat, verwendet sie den TYC und ähnliche Organisationen, um ihre Entscheidungen in der Exilgemeinschaft durchzusetzen.

Der in das Kinderdorf eingeladene Mönch hielt eine Rede vor den Studenten und Lehrern:

Die Klöster Drepung, Sera und Ganden sind gesäubert worden. Unser Kloster wurde ebenfalls gesäubert. Darüber gibt es nicht den geringsten Zweifel…. Ihr solltet ebenfalls nicht den Dämon Shugden verehren.“

Der Mönch brachte ein Thangka-Bild, das einen Beschützer darstellte, der auf den am Boden liegenden Dorje Shugden trampelt. Er zeigte ihn den Studenten und Lehrern und sagte:

Auf Dorje Shugden wird getrampelt, weil er ein Dämon ist; nicht etwa, weil der Maler einfach gemalt hat was er wollte.“

Viele Leute verehren diese Gottheit nicht mehr. Aber einige Organisationen und die Leute aus der Provinz Chating mögen den Dalai Lama nicht und deshalb verehren sie immer noch Shugden. Deshalb solltet ihr alle Beziehungen zu den Leuten aus der Provinz Chating beenden.“

Jeder muss den Worten seiner Heiligkeit dem Dalai Lama folgen, der uns sagt, dass wir diese Gottheit nicht verehren sollen …

Ich bin hier vom TYC aus Manali eingeladen worden, der mich gebeten hat, euch zu erklären wie schlecht die Verehrung von Shugden ist. Zusammen mit euren Unterschriften müsst ihr vor Palden Lhamo [einer anderen Gottheit] und den drei Juwelen schwören, dass ihr die Gottheit nicht verehrt.“

Die Angestellten und Lehrer gaben als erstes ihre Unterschriften und legten Schwüre ab, dass sie Shugden nicht verehren würden. Dann wurden die Studenten gerufen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Viele Studenten wussten nichts darüber, aber ihnen wurde gesagt:

Der Dalai Lama hat gesagt, dass Shugden ein Dämon ist und du ihn nicht verehren sollst. Deshalb musst du hier nach vorne kommen und eine Unterschrift und einen Schwur leisten, dass du ihn nicht verehrst.“

Die Studenten haben sich dann aufgestellt um zu unterschreiben und den Schwur zu leisten.

Der Mönch und die Mitglieder des TYC aus Manali reisten am Nachmittag ab und sagten, dass sie noch woanders eine Unterschriften- und Schwurkampagne hätten.

Der Manali-TYC hat Eigentümern von Läden und Restaurants mitgeteilt, dass sie zum Kloster kommen sollten, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten, Dorje Shugden nicht zu verehren und keinerlei spirituelle oder materielle Bindungen mit Shugden-Anhängern zu haben.

Ein Restaurantbesitzer sprach mit dem Augenzeugen:

Wenn Du Shugden verehrst, hast Du Erfolg und Glück in diesem Leben, aber wenn Du stirbst, gehst Du direkt zur Hölle!

Gegen 17.00 Uhr Nachmittags kamen die Mitglieder des TYC zurück zum Kinderdorf und forderten diejenigen auf, die noch nicht ihre Unterschriften und Schwüre geleistet hatten, dies jetzt zu tun.

Ein spanischer Journalist besuchte die Dorje Shugden Society, um ihre Mitglieder über die Dorje Shugden-Angelegenheit zu interviewen. Er war in Manali, als sich der Vorfall ereignete. Er berichtete, dass der Manali-TYC die Bevölkerung gezwungen hatte zum Kloster zu kommen, um ihre Unterschriften und Schwüre zu leisten. Den Leuten wurde gesagt, dass sie ihre Läden und Restaurants schließen sollten, und wenn jemand nicht kommt, wird die Öffentlichkeit aufgefordert werden ihr Geschäft zu boykottieren.

Der Journalist war geschockt, als er dies hörte.

Die Tibeter sagen, dass sie auf dem Weg der Demokratie Fortschritte machen, aber sie setzen die Leute unter Zwang. Ich wusste nicht viel über Dorje Shugden. Als ich über das Verbot der Shugden-Praxis hörte, wollte ich mehr herausfinden.“

Der Journalist befragte die Leute in Manali, wer diese Kampagne organisiert hatte und was der Nutzen sei, diese Gottheit zu verbieten? Er bekam keine Antwort, und die Leute schienen feindlich zu reagieren. Er sagte, er habe entdeckt, dass tibetische Religion und Politik vollkommen vermischt sind.

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